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Buchhändler Kurt Idrizovic gastiert mit politischen Zitaten im Genuss-Café in Lützelburg

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Über das Wesen der Bayern und „besondere Zeiten“

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    Kurt Idrizovic, Buchhändler aus Augsburg (rechts), gastierte auf Einladung von Josef Wetzstein in dessen Genuss-Café in Lützelburg. Die beiden kennen sich schon seit der Schulzeit.
    Kurt Idrizovic, Buchhändler aus Augsburg (rechts), gastierte auf Einladung von Josef Wetzstein in dessen Genuss-Café in Lützelburg. Die beiden kennen sich schon seit der Schulzeit. Foto: Claus Ritzi

    Kurt Idrizovic gestaltete im Lützelburger Genuss-Café einen (kommunal-)politischen Spätnachmittag. „Bauen, brauen, sauen“ war die Überschrift. Der Leiter der Buchhandlung am Obstmarkt in Augsburg stellte passend dazu Literatur vor. Er und Genuss-Café-Betreiber Josef Wetzstein kennen sich schon seit der Schulzeit.

    Tatsächlich umkreisten die ausgesuchten kurzen Textauszüge der genannten Autoren insbesondere zwei Themenfelder: Das Wesen des Bayern und die politischen Parallelen oder zumindest Ähnlichkeiten zur Zeit des Faschismus mit der heutigen Situation, da wir nach der Beobachtung von Kurt Idrizovic in „besonderen Zeiten“ leben.

    Im Lützelburger Genuss-Café war kein Platz mehr frei

    Um es vorwegzunehmen: Der Spätnachmittag im Genuss-Café war ein voller Erfolg. Kein Platz war mehr frei. Nicht zuletzt die besinnlichen Musik-Einlagen des Caspar-Walter-Zither Duos sorgten für eine beinahe intime Atmosphäre.

    Gleich zu Beginn zitierte Kurt Idrizovic Sätze aus Lion Feuchtwangers Roman „Erfolg“, der im Vorfeld der Nazizeit das herannahende Unglück beschrieb. Gleichzeitig wird in diesem Buch auch die bayerische Mentalität beschrieben. So bevorzugt der Bayer nach Feuchtwangers Beobachtungen den „behaglich-derben Genuss“ und ist mit seinem Leben zufrieden. Kurt Idrizovic erinnerte auch daran, dass Lion Feuchtwanger darauf hingewiesen hat, dass sich der Faschismus überall ausbreiten kann, „aber es halt in München“ in einem bestimmten Milieu passiert sei.

    Berthold Brechts Meinung über das Bayerische Kabinett

    Unzufrieden war dagegen Berthold Brecht, der darüber sinnierte, dass sich Eltern immer intelligente Kinder wünschen. Da sein Leben durch seine Intelligenz „ruiniert“ gewesen sei, wünschte er sich einen weniger klugen Sohn, da dieser dann ein „ruhiges Leben als Minister im bayerischen Kabinett“ führen könne. Kurt Idrizovic erinnerte auch an Marie Luise Fleißer, die einst Ingolstadt kritisch beschrieben hatte und prompt vom damaligen Bürgermeister wegen Beleidigung verklagt wurde. Die Schriftstellerin gewann den Prozess und erhielt sogar eine kleine finanzielle Entschädigung.

    Karl Valentins Tipp: kriegerisches Tautziehen

    Die Selbstgefälligkeit eines Bauern charakterisierte Oskar Maria Graf mit den Worten „Lachen tät ich, wenn ich den falschen Glauben hät“. Und auch ein Schlenker zu Karl Valentin durfte nicht fehlen: Dieser empfahl im Falle eines Krieges auf technische Mittel zu verzichten und stattdessen ein Sportfest in Form eines kriegerischen Tauziehens durchzuführen. Mit dem gemeinsamen Singen des Liedes „Die Gedanken sind frei“ klang der Abend aus.

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