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Ellgau: Sucht Ellgau den Anschluss an die Kläranlage in Allmannshofen?

Ellgau

Sucht Ellgau den Anschluss an die Kläranlage in Allmannshofen?

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    Die Modernisierung der Kläranlagen steht in Gemeinden im nördlichen Landkreis Augsburg an.
    Die Modernisierung der Kläranlagen steht in Gemeinden im nördlichen Landkreis Augsburg an. Foto: Christoph Lotter (Symbolbild)

    Im vergangenen Jahr wurde die Kläranlage des Abwasserzweckverbands Donnsberggruppe 40 Jahre alt. In der Anlage, die sich auf dem Gemeindegebiet von Allmannshofen befindet, wird das Abwasser aus Nordendorf, Ehingen, Allmannshofen und Westendorf geklärt. Bald könnte ein weiterer Ort dazukommen.

    Klar ist: Die Kläranlage muss modernisiert werden, weil der sogenannte Wasserrechtsbescheid Ende 2024 ausläuft. Geht es nach dem Vorsitzenden der Donnsberggruppe, Markus Stettberger, sollte der neue Bescheid bereits Ende 2023 beantragt werden. Allerdings gibt es bis dahin noch einiges zu tun. Die Rede ist von Investitionskosten zwischen einer und drei Millionen Euro.

    Kläranlage: Phosphatwert muss niedriger werden

    Da sich die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte geändert haben, ist bereits jetzt klar: Eine Phosphatfällung muss nachgerüstet werden. Bis dato lag der Grenzwert bei fünf Milligramm pro Liter. Nach den neuen Richtlinien liegt der Wert bei einem Milligramm pro Liter. Auch der Grenzwert für Ammonium habe sich halbiert – von zehn Milligramm pro Liter auf fünf Milligramm pro Liter. Für den Betrieb der Anlage bedeutet das, dass das Wasser längere Zeit im Becken bleiben muss, um mehr Ammonium abzubauen.

    Während die neuen Grenzwerte eine klare Vorgabe darstellen, beinhaltet die Festlegung der künftigen Zulaufmengen deutlich mehr Unsicherheitsfaktoren. Die aktuelle Anlage sei auf 7500 Einwohner ausgelegt, sagt Stettberger. Aktuell wird das Wasser von etwa 6500 Einwohnern geklärt, was nicht bedeuten muss, dass es de facto so viele Einwohner sind. Stattdessen sorgt die unterschiedliche Belastung des zu klärenden Wassers für ein nur schwer griffiges Zahlenwerk. Auch der hohe Fremdwasseranteil – also der hohe Anteil von Regen- und Grundwasser – verfälsche die Zahlen und veranlasste die Mitgliedsgemeinden Allmannshofen, Nordendorf und Ehingen dazu, eine Kanalbefahrung durchzuführen, um zu ergründen, woher das Fremdwasser stammt. Westendorf hat bereits in mehreren Bauabschnitten den Kanal ertüchtigt.

    Es geht auch um neue Baugebiete in den Gemeinden

    Geplant werden solle mit Blick auf die Zulaufmengen mit Anschlussreserven, erklärt Stettberger und ergänzt, dass eben diese Puffer nötig seien, um beispielsweise weitere Baugebiete in den Verbandsgemeinden erschließen zu können. Unklar ist bis dato jedoch noch, wie die Nachbargemeinde Ellgau künftig die Abwasserentsorgung erledigt. Die Gemeinde steht vor der Entscheidung, die eigene Kläranlage zu ertüchtigen oder sich an eine Nachbargemeinde anzuschließen.

    Laut Ellgaus Bürgermeisterin Christine Gumpp haben sowohl der Markt Meitingen als auch der Abwasserzweckverband Donnsberggruppe signalisiert, dass sich die Gemeinde Ellgau anschließen könnte. Entschieden sei aber noch nichts, erklärt die Rathauschefin. Aktuell sei ein Ingenieurbüro damit beauftragt, Zahlen zu liefern, die Auskunft über Bau- und Folgekosten geben sollen. Dann erst könne im Gemeinderat die Entscheidung fallen.

    Ellgau muss sich entscheiden

    Noch bis zum Jahr 2027 könnte die Gemeinde Ellgau die eigene Kläranlage betreiben, hieß es in einer Gemeinderatssitzung in diesem Jahr. Darin entschieden sich die Räte auch dafür, den Klärschlamm nach der nächsten Räumung nicht in der Landwirtschaft auszubringen, sondern für eine Alternative, die die Entwässerung und Kompostierung bzw. thermische Verwertung des Klärschlamms vorsieht. Auch wenn dieses Verfahren mehr kosten wird als die landwirtschaftliche Ausbringung (in Summe 52.000 Euro), "hatten wir so doch ein besseres Gefühl", erklärt Christine Gumpp. Bis eine Entscheidung im Rat fällt, macht die Gemeinde Ellgau übrigens selbst ihre Hausaufgaben, was den Kanal angeht. Nach der Kanalbefahrung in den Hauptkanälen werden die Kanalnetze bis zu den Hausanschlüssen unter die Lupe genommen. Private Haushalte sollten dabei die Möglichkeit nutzen, den Teil des Kanals überprüfen zu lassen, der sich auf Privatgrund befindet, appelliert die Rathauschefin.

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