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Gersthofen: Planer-Vorschlag: Erhält die B2 in Gersthofen einen begrünten Deckel?

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Planer-Vorschlag: Erhält die B2 in Gersthofen einen begrünten Deckel?

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    Tausende Autos fahren auf der B2 täglich durchs Gersthofer Stadtgebiet. Nun haben Städteplaner einen "Deckel" vorgeschlagen.
    Tausende Autos fahren auf der B2 täglich durchs Gersthofer Stadtgebiet. Nun haben Städteplaner einen "Deckel" vorgeschlagen. Foto: Marcus Merk

    Im Industriegebiet Gersthofen West befinden sich zahlreiche Unternehmen, die schon seit Jahrzehnten dort arbeiten. Die Stadt möchte das Gebiet zwischen der Bahnlinie Augsburg-Donauwörth und der B17/B2 mittelfristig aufwerten und hat dafür eine "Städtebauliche Sanierungsmaßnahme" beschlossen. Städteplaner haben nun den Bestand auf Potenziale untersucht und Vorschläge für eine künftige Entwicklung gemacht. Darunter ist auch eine spektakuläre Idee.

    Die Städtebauliche Sanierungsmaßnahme gibt der Stadt die Möglichkeit, eine längerfristige Veränderungssperre zu erlassen und weitgehend selbst entscheiden zu können, wie das Gebiet künftig baulich entwickelt wird und welche "Bausünden" beseitigt werden sollen. Derzeit läuft die vorbereitende Untersuchung, deren aktuellen Stand die Städteplaner des Büros Opla dem Planungsausschuss vorstellten. Am Anfang stand eine Bestandsaufnahme. Das Fazit: "Der Bereich nördlich der Bahnhofstraße mit dem Hery-Park und anschließenden Unternehmen ist zu 100 Prozent versiegelt und städtebaulich unattraktiv", erklärte Werner Dehm vom Planungsbüro. So handle es sich dort überwiegend um Zweckbauten mit Flachdächern und vereinzelten Satteldächern. Diese meist ein- bis zweigeschossigen Lager und Produktionshallen mit einer Höhe zwischen sechs und zwölf Metern bieten allerdings großes Potenzial.

    20 Hektar sind zwischen B2 und Bahnlinie für Autostellplätze versiegelt

    Insgesamt summieren sich die Stellplatzflächen zwischen B2 und Bahnlinie auf circa 15 bis 20 Hektar. "Diese lassen sich anderweitig sinnvoll nutzen", so Dehm. So sollten statt der versiegelten Parkplatzflächen mehrgeschossige zentrale "Hubs" statt der dezentralen Abstellmöglichkeiten angelegt werden, die von mehreren Firmen und deren Mitarbeitern gemeinsam genutzt werden könnten. "Solche gewerbeübergreifende Nutzungen böten sich zum Beispiel auch für Kantinen oder andere Mitarbeiteraufenthaltsbereiche an." Dehm regte auch an, künftige Bebauungen höher als bisher zu gestalten. So ließen sich weitere Flächen einsparen.

    Das Dachflächenpotenzial bezifferte Dehm auf circa 25 bis 30 Hektar, davon circa 24 Hektar Flachdächer. "Würden sie mit Fotovoltaik ausgestattet, hätten sie das Potenzial, 4800 Haushalte mit Strom zu versorgen." Weitere Nutzungen wären Begrünungen, die das Kleinklima verbessern könnten. Ins Staunen versetzte die Ausschussmitglieder der Vorschlag, diese begrünten Flachdächer durch Brücken zu verbinden und eine "fußläufige Verbindung in der dritten Dimension", zu schaffen. In diesem Falle wären die Fußgänger unbeeinträchtigt von den Autos auf den Firmendächern unterwegs.

    Mehr Lärmschutz für die Gersthofer Anwohner

    Auch den Lärmschutz hatten die Planer untersucht und präsentierten eine Vision. "So könnte die B2 gedeckelt werden", sagte Dehm. Hier gebe es drei Möglichkeiten: Ein bepflanzter Deckel auf dem gesamten Streckenabschnitt könnte eine Grünachse mitten in der Bebauung schaffen. "Zum einen wäre damit der Lärmschutz für die Wohnbebauung östlich der Bundesstraße gelöst." Zum anderen wäre die Bepflanzung ein guter Beitrag zu den von der Bundesregierung beschlossenen Nachhaltigkeitszielen. Dies sei allerdings auch die teuerste Lösung, räumte der Planer ein.

    Variante zwei ist eine teilweise Deckelung, welche die B2 im Bereich der Bahnhofstraße offen lässt, sonst begrünt und in gewissen Abständen mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet ist. "Dies stellt hohe Anforderungen an den technischen Ingenieurbau." Als "schwäbische Sparlösung" bezeichnete Dehm eine Variante, welche jeweils im Abstand von gut 100 Metern schmalere Grünbrücken vorsieht. Er empfahl eine Machbarkeitsstudie für alle drei Visionen zu beauftragen.

    Gersthofer Teilung wird durch den "Deckel" verringert

    Auf allen drei Visionen können neue Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer vom Stadtkern in das westliche Industriegebiet geschaffen und damit die Vernetzung beider Bereiche optimiert werden. Außerdem würde die Schneise vermindert, die momentan die Stadt in zwei Teile trennt. Weiter ergebe sich vor allem durch Gesamtdeckelung auch eine Verbesserung des Mikroklimas und der Aufenthaltsqualität.

    "Wir sollten nicht nur Gründächer fordern, sondern auch Grünfassaden fordern", meldete sich Reinhold Dempf (FW) zu Wort. Mit Augenzwinkern fügte er hinzu: "Wir werden vermutlich das schwäbische Sparmodell wählen." Stadtbaumeister Markus Naß brach eine Lanze für die große Lösung an der Bundesstraße: "Wenn man bei der Planung der Gersthofer Umgehung B17/B2 gesagt hätte, das dauert lange, wäre wahrscheinlich bis heute nichts geschehen. Wir müssen hier visionär tätig werden."

    Gersthofen soll auch seine städtischen Gebäude verbessern

    Das Wegenetz auf den Firmendächern und die Deckelung sollten weiterverfolgt werden, forderte Brigitte Grohmann (FW). Was die Gebäudegestaltung betrifft, solle die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen – "die städtischen Gebäude haben ebenfalls Entwicklungspotenzial", so Dempf. Insgesamt gehe die Planung östlich der Bahnlinie in die richtige Richtung, fand wiederum Markus Brem (Bewegung Zukunft). "Wir sollten auch das Thema zentrale Wärmeversorgung in Angriff nehmen."

    Einstimmig sprach sich der Ausschuss für die Untersuchung aus. Nun sollen die Betroffenen und Privatleute beteiligt werden, damit sie die künftige Planung mitgestalten können. Noch einmal vorgestellt wird die vorbereitende Untersuchung in der Sitzung des Stadtrates am Mittwoch, 23. Februar, ab 18.15 Uhr in der Stadthalle Gersthofen.

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