Der neue Festplatz in Gersthofen hat seine erste Probe bestanden – zumindest, wenn es um die Frage geht, wie er von den Menschen angenommen wird. Ein Beweis dafür war die Kirchweih im Oktober. Dort feierten zuletzt etwa doppelt so viele Menschen wie in den Jahren zuvor, als die Kirchweih vorübergehend auf dem Rathausplatz stattfinden musste. Dabei ist der neue Festplatz am Stadtrand noch gar nicht richtig fertig. Wie geht es weiter? Um diese Frage drehte sich die jüngste Sitzung des Bauausschusses. Am Ende fand sich mit knapper Mehrheit ein Fahrplan für das kommende Jahr.
Der neue Platz soll mehr als ein Kirchweih-Festplatz sein
Dass es überhaupt einen neuen Festplatz in Gersthofen braucht, hat mit dem Neubau des Paul-Klee-Gymnasiums zu tun. Weil das inzwischen dort steht, wo früher die Kirchweih und andere Feste gefeiert wurden, hatte man im vergangenen Jahr beschlossen, einen neuen Festplatz zu bauen. Der soll nicht nur zum Veranstaltungsort künftiger Kirchweihen werden, sondern möglichst viele Veranstalter nach Gersthofen bringen. Offiziell heißt die Fläche daher auch nicht Festplatz, sondern Multifunktionsfläche. Bislang gab es außer dem Volksfest im Herbst jedoch noch keine größere Veranstaltung auf der Fläche am „Los-Angeles-Ring“. Das wiederum liegt daran, dass der Platz nicht fertig ist. Anfragen gibt es bereits, hieß es während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses – etwa für einen Flohmarkt. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten im Herbst des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Nur wie soll er am Ende aussehen, der neue Festplatz? Vorgestellt wurden drei Varianten.
Diese drei Varianten für den Festplatz standen zur Wahl
Die erste dieser drei Varianten sei das Minimum, das nötig ist, um einen Festbetrieb dauerhaft möglich zu machen, erklärte ein Mitarbeiter der Stadt den Mitgliedern des Bauausschusses. So gibt es etwa Auflagen zur Verkehrsanbindung oder Ersatzpflanzungen, um die man nicht herumkommt. Die zweite Variante ist teurer, aber „wirtschaftlich am sinnvollsten“, hieß es während des Vortrags. Sie sieht unter anderem eine Einteilung der Parkplätze, einen Buswendeplatz und eine Asphaltierung der Parkgassen sowie einen asphaltierten Rettungsweg rund um das Gelände vor. Wirtschaftlich sinnvoll sei das, weil auf Dauer Kosten eingespart werden können, etwa für den provisorischen Auf- und Abbau von Infrastruktur.
Kirchweih Gersthofen startet auf neuem Festplatz
Am teuersten (2,7 Millionen Euro) käme die Stadt eine dritte Variante zu stehen. Sie wurde als „Sorglospaket“ bezeichnet. Dieses Paket würde eine komplette Asphaltierung des Festplatzes beinhalten. Dies sei von Vorteil, wenn es um die Reinigung des Festplatzes nach einer großen Veranstaltung geht. Dann, so die Argumentation, könne man ganz einfach mit Kehrmaschinen über den Platz fahren. Besteht der Platz allerdings aus einer Schotterfläche, sei das Reinigen deutlich aufwendiger – zum Beispiel, wenn es darum geht, weggeworfene Zigarettenkippen aufzusammeln. Das „Sorglospaket“ hatte aber auch einen Haken: Es ist die mit Abstand teuerste Variante.
Ein asphaltierter Festplatz wäre leichter zu reinigen
Stadträtin Melanie Schappin (Freie Wähler) und ihre Fraktion waren überzeugt, dass diese teure Variante dennoch am sinnvollsten ist. „Es macht keinen Sinn, eine Million einzusparen, wenn der Unterhalt dann teurer wird“, sagte sie. Ein Argument, das Jakob Kraus (SPD) nicht nachvollziehen konnte. Schließlich müsse man für die Reinigung den Mieter des Platzes, also zum Beispiel den Zeltbetreiber, verantwortlich machen. Die Verwaltung gab zu bedenken, dass die Stadt grundsätzlich für den öffentlichen Parkplatz neben dem eigentlichen Festplatz verantwortlich ist. Zudem zeigt die Praxis, dass nicht alle Mieter den Platz am Ende quasi „besenrein“ übergeben.
Um Kosten zu sparen, schlug Stadtrat Markus Brem (Bewegung Zukunft) vor, aktuell nur das zu bauen, was zwingend nötig ist. Weil Gersthofen vor einer angespannten Haushaltslage steht, sollte erst dann mit dem weiteren Ausbau begonnen werden, wenn die Stadt wieder mehr Mittel hat. Dann kritisierte Brem noch einmal den Standort des neuen Festplatzes, über den schon in der Vergangenheit gestritten wurde. Weil der so weit am Stadtrand liegt, müsse man nun mit Kosten für Infrastruktur rechnen, die es anderswo nicht gegeben hätte.
Der Festplatz soll nur zu einem kleinen Teil asphaltiert werden
Inzwischen ist der Standort aber längst beschlossene Sache. Nun ging es darum, welche Kosten im Haushalt des kommenden Jahres für den Festplatz eingerechnet werden sollen. Und da entschied sich eine knappe Mehrheit im Bauausschuss (7:6 Stimmen) letztlich für die zweite Variante – den Kompromiss. Ein Teil des Platzes (Rettungsweg) soll also asphaltiert werden, nicht aber der gesamte Festplatz. Insgesamt rechnet die Stadt aktuell mit Kosten von rund 2,2 Millionen Euro für den neuen Platz. Das ist eine halbe Million Euro weniger, als die Variante mit einer kompletten Asphaltschicht kosten würde.
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