In einfachen Worten funktioniert Kneippen so: „Man geht in ein Kneippbecken, läuft im Storchengang ein paar Runden, geht raus, streicht sich das Wasser ab und bewegt sich“, erklärt Ute Gärtner und lacht. Ob das Ganze nur einmal gemacht wird oder in mehreren Durchgängen, sei individuell, sagt die Vorsitzende des Kneippvereins Aystetten. Kneippen soll das Herz-Kreislaufsystem anregen, erklärt Gärtner: „Es ist also gut bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Lympherkrankungen.“
Allerdings ist das Kneippen eingebettet in einen ganzheitlichen Ansatz. Dabei spielt neben dem Wassertreten auch eine gesunde Lebensweise und Ernährung eine Rolle, erzählt sie. Daher bietet der Kneippverein Aystetten auch Yoga oder Nordic Walking an. „Aber auch das Miteinander und das Zwischenmenschliche gehört dazu“, meint Gärtner. Der Verein organisiere deshalb auch immer wieder Ausflüge. Jung und Alt zu verbinden, sei dabei ein Ziel. „Kneippen kann jeder machen“, findet Gärtner. Daher betreibt der Verein in Aystetten eine Kneippanlage im Grünen, die passenderweise in der Sebastian-Kneipp-Straße zu finden ist, die für seine Mitglieder reserviert ist.
In manchen Bächen im Landkreis Augsburg gibt’s es Kneippanlagen.
Auch am Waldrand in Zusmarshausen kann gekneippt werden. Am Horn thront eine Kneippanlage über dem Baugebiet Steineberg-Brunnenstraße.
Eine gute Gelegenheit zum Wassertreten bietet die Friedberger Ach beim Klosterweiher in Tierhaupten. Hier kann direkt im Bach gekneippt werden, während Bäume Schatten spenden.
Naturbelassen ist es auch in Biberbach. Am Feuerwehrplatz gibt es ein Naturbecken aus Bibersteinen. Gekneippt wird hier direkt im Biberbach.
Der Luitpoldpark in Schwabmünchen hält viele Angebote bereit. So findet am südlichen Ende des Parks eine Kneippanlage. Um sich nach der Abkühlung abzukühlen, stehen Holzliegen bereit. Für alle, die ihren Füßen noch mehr Gutes tun wollen, gibt es einen Barfußpfad in der Nähe.
Oft findet sich ein Barfußpfad in der Nähe des Kneippbeckens.
Ebenfalls Barfußpfad mit Kneipen verbinden, geht im „Park der Sinne“ in Königsbrunn im Sport- und Freizeitpark West an der Unteren Kreuzstraße. Neben dem Kneippbecken gibt es hier außerdem einen Kräutergarten.
Von April bis Oktober steht außerdem die Kneippanlage im August-Abenstein-Weg in Stadtbergen zur Verfügung. Auch Bänke stehen bereit, um sich nach dem Wassertreten auszuruhen.
Ein Fuß- und Armbad gibt es auch in Wehringen. Nahe dem Parkplatz an der Wertachbrücke liegt die Kneippanlage. Ein paar Schritte über den angrenzenden Barfußpfad können helfen, das Gefühl in den Füßen wiederzuerlangen.
Das Kneippbecken in Walkertshofen liegt ideal, um sich nach einem ausgedehnten Spaziergang durch die Stauden zu erfrischen. Auf den Liegen kann danach noch entspannt werden. Zu finden ist die Anlage in der Grimoldsrieder Straße.
Auch am Pfarrer-Kneipp-Weg im Neusässer Ortsteil Täfertingen freuen sich Spaziergänger oder Radfahrerinnen über Erfrischung. Direkt am Waldrand beim alten Wasserhaus liegt das Kneippbecken.
Auch an der Bachstraße in Westendorf liegt ein Wasserbecken, das in den wärmeren Monaten zum Kneippen einlädt.
Kneippen ist ganzjährig gesund - aber nicht alle Becken sind ganzjährig geöffnet
Am Radweg zwischen Altenmünster und Zusamzell am Oberriederweg 7 in Altenmünster liegt eine Wassertretanlage. Für Fußgänger und Radfahrerinnen ist sie daher gut anzusteuern. Zum Ausruhen sind Ruhebänke vorhanden.
Frisches Wasser direkt aus der Roth wird von einem Wasserrad direkt ins Tretbecken der Wassertretanlage in Horgau geschöpft. Es befindet sich neben der Rothbrücke und ist über die Badgasse zu erreichen.
Auch wenn Kneippen das ganze Jahr über möglich ist, sind nicht alle Anlagen ganzjährig geöffnet. Das hat aber praktische Gründe erklärt Ute Gärtner: „Man muss schauen, dass die Leitungen nicht zufrieren und jemand muss die Anlage ja auch sauber machen.“ Das sei eine wenig begehrte Aufgabe bei kaltem Wetter.
In Aystetten und vielen anderen Anlagen geht die Saison daher von Anfang Mai bis Ende Oktober. Anlagen, die aber etwa direkt in einem Bach sind, können auch im Winter benutzt werden, so Gärtner. Für alle, die in der kalten Jahreszeit ihrem Herz-Kreislaufsystem etwas Gutes tun wollen, hat sie auch einen Tipp: „Man kann auch Schneekneippen machen, also einfach im Winter morgens barfuß durch den Schnee laufen“, sagt Gärtner.
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