Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg Land
Icon Pfeil nach unten
Kutzenhausen
Icon Pfeil nach unten

Kredite bleiben für Kutzenhausen 2026 nur in Notlagen eine Option

Kutzenhausen

Kredite: Kutzenhausen benötigt nur im Notfall frisches Geld für den Haushalt 2026

  • |
  • |
  • |
  • |
    Die Gemeinde Kutzenhausen steht in diesem Jahr finanziell relativ gut da. Doch das gelingt vor allem über staatliche Zuschüsse. Viel hängt davon ab, wie diese in den kommenden Jahren ausfallen.
    Die Gemeinde Kutzenhausen steht in diesem Jahr finanziell relativ gut da. Doch das gelingt vor allem über staatliche Zuschüsse. Viel hängt davon ab, wie diese in den kommenden Jahren ausfallen. Foto: Marcus Merk

    In Kutzenhausen ist in diesem Jahr nur für Notfälle mit einer erneuten Kreditaufnahme zu rechnen. Nötig sei ein Kredit eigentlich nicht, führte Kämmerer Andreas Vogt auf der jüngsten Gemeinderatssitzung zu seinen Haushaltberechnungen 2026 aus – außer, die Gemeinde müsse Geld auslegen. „Insbesondere das vorige Jahr hat gezeigt, dass wir uns auf die Fördermittel von Bund und Staat nicht zu 100 Prozent verlassen können“, erklärte Vogt. Und diese Fördermittel wären eben in den vielen Projekten, die die Gemeinde angeschoben hat, eingeplant. Deshalb hätte 2025 schon das ein oder andere Projekt auf dieses laufende Jahr verschoben werden müssen.

    Mit 17 Millionen Gesamtvolumen sei der Haushalt 2026 für Kutzenhausen der bislang größte, betonte Kämmerer Vogt. Aufgrund hoher Einkommenssteuereinnahmen und einer erhöhten Schlüsselzuweisung wäre die Gemeinde aber weiterhin handlungsfähig. Mit über 500.000 Euro liege die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt doppelt so hoch wie gesetzlich vorgeschrieben. Bei den Ausgaben würden auch in Kutzenhausen die Ausgaben für die Kinderbetreuung am stärksten zu Buche schlagen. Das Defizit an dieser Stelle, so Vogt, steige stetig und „kann langfristig nicht mehr allein durch die Kommune finanziert werden.“ Deshalb habe man die Elternbeiträge zuletzt wieder angepasst. Zusätzliches Geld würde 2026 für die Reparatur von Straßen benötigt, für die EDV im Rathaus und für die alte Beleuchtung der Mehrzweckhalle, die nicht mehr zulässig sei und deshalb erneuert werden müsse.

    Die Kita in Rommelsried wartet noch auf die staatliche Förderung

    Weniger erfreulich sah mancher im Gremium die hohe Entnahme aus den Rücklagen. Der zweite Bürgermeister Rupert Kugelbrey (Unabhängige Gesamtgemeinde) fürchtet einen Trend: „Einziger Punkt, der mir jetzt erst auffällt: Die Rücklagenbildung geht nur über Zuschüsse vom Bund.“ Damit gemeint ist das sogenannte Sondervermögen, das der Bund den Gemeinden für Investitionen in die Infrastruktur auszahlt. Für Kutzenhausen seien das 300.000 Euro, so Vogt. Die Sondermittel des Bundes habe er aber nur für 2026 in dieser Höhe veranschlagt. In den nächsten Jahren rechne er mit weniger als der Hälfte und komme dennoch am Anfang jedes weiteren Haushaltsjahres auf einen Rücklagenstand von über einer Million. Problematisch sei eben nur, wenn die Fördermittel ausblieben. „Die Fördermittel für die neue Kita waren zuletzt ausgeschöpft. Deshalb stehen wir dort in der Warteschlange“, erläuterte Vogt weiter. Da der Bau der Kita in Rommelsried momentan die größte Investition der Gemeinde sei, erkläre dies auch den niedrigen Rücklagenstand im laufenden Jahr mit nur knapp 60.000 Euro.

    Neben dem Kitaneubau sind im Jahr 2026 die größten Projekte der Gemeinde der Ausbau des Radwegs Rommelsried-Biburg, der Glasfaserausbau und die Erschließung der Neubaugebiete Rommelsried und Kutzenhausen-Nord. Daneben dürfe die Gemeinde aber die Investitionen ins Kanalsystem nicht aus den Augen verlieren, gab Kutzenhausens dritter Bürgermeister Georg Rapp (Freie Wählerschaft) zu bedenken. „Alles unter der Erde wird schnell vergessen“, wandte er ein und forderte, auch diese Kosten in die Infrastruktur fest einzuplanen. Bürgermeister Andreas Weißenbrunner (Freie Wähler) antwortete darauf, dass die Sanierung der Kanäle stetig weitergehe. Gerade am Tag der Sitzung sei die Sanierung in Agawang überprüft worden.

    Erfreulich: Die Personalkosten sind gesunken

    Von allen im Gemeinderat wurden die sinkenden Personalkosten positiv bewertet. Grund dafür sei der Renteneintritt zweier Mitarbeiter, so Vogt. Bei einer Elternzeitvertretung habe man auf eine Stundenreduzierung gesetzt. Momentan würde im Rathaus umstrukturiert. Letztlich müsse die Gemeinde Einsparpotenzial nutzen und die Ausgabenseite weiter konsequent überprüfen. Dies geschehe beispielsweise, führte der Kämmerer aus, indem Personalstellen von Beamten in Angestelltenverhältnisse umgewandelt werden – wie zuletzt bei der Neubesetzung der Position des Bauamtsleiters.

    Projekte für die nächsten Jahre sieht Bürgermeister Weißenbrunner unter anderem im Ausbau der PV-Anlagen auf den Gemeindedächern, also auf den Gebäuden beim Freibad, Bauhof und der Feuerwehr. Zudem müsse in die Abwasserentsorgung langfristig investiert werden. Dafür wird eine Kläranlagenstudie erarbeitet. Was in Kürze beginnen wird, so Weißenbrunner, ist der Glasfaserausbau. Mitte oder Ende Mai soll es in Horgau losgehen. Von dort aus werde zuerst Agawang und dann Rommelsried ans Netz angeschlossen.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren