Langweid stellt die Seniorenarbeit neu auf. 13 Jahre lang hat Altbürgermeister und Ehrenbürger Karl Heinz Jahn als kommunaler Seniorenbeauftragter die Grundlagen geschaffen und sehr viel persönliches Engagement eingebracht. Nun möchte der neu vom Gemeinderat berufene Seniorenbeirat unter der Leitung des Dritten Bürgermeisters Günter Klein ein zentral koordiniertes Konzept erarbeiten, das auf der breiten Beteiligung engagierter Bürger und der im Ort bereits in der Seniorenarbeit tätigen Vereine und Organisationen fußt.
Kompetenzen bündeln und neue Angebote nach Bedarf auflegen, das ist das Ziel der nächsten Jahre. Die erste Neuerung ist eine monatliche Sprechstunde im Rathaus bei der jeweils zwei Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Los geht es am Dienstag, 21. November, von 9 bis 11 Uhr. Die Beiratsmitglieder wurden von allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen benannt. Es sind Nitagrit Stegmüller, Christine und Heinz Koutecky, sowie Marlene Danzer.
Langweids bisheriger Seniorenbeauftragter zieht Bilanz
Bei der ersten Sitzung des neuen Gremiums berichtete der bisherige Seniorenbeauftragte Karl Heinz Jahn über den Ist-Zustand seiner Arbeit und die Bedarfe, wie sie über die Jahre an ihn herangetragen wurden. Bei plötzlich aufgetretener Pflegebedürftigkeit mit allen Konsequenzen war er Ansprechpartner, habe als Mitglied des Heimbeirates des örtlichen Pflegeheimes mitwirken können; bei Behördenkontakten oder auch Fragen zu Patientenverfügung und Nachlassgestaltung war er gefragter Gesprächspartner. „Doch gerade hier kommen wir als Helfende immer wieder an unsere Grenzen.“ Alle rechtlichen Fragen müssten von Fachleuten geklärt werden, daher habe er solche Anfragen mit Tipps zu entsprechenden Ansprechpartnern weitergeleitet. Auch die ständig steigenden Anforderungen des Datenschutzes stelle die ehrenamtlichen Helfer vor schwer lösbare Probleme, so Jahn.
Die sieht Günter Klein und möchte mit seinem Team unter enger Einbeziehung von Vereinen, Organisationen und Kirchen weitere Strukturen aufbauen. „Es gibt bereits eine ganze Reihe von Angeboten in der Gemeinde; es gilt diese zu koordinieren, ein Netzwerk der gegenseitigen Unterstützung aufzubauen.“ Bis zur Zwangspause durch Corona gab es dafür schon einen Runden Tisch, der regelmäßig zusammentrat. Dazu werde man ab Januar wieder einladen.
Langweid sieht sich auch in anderen Gemeinde um
Bei der Konzeption gibt der Blick in andere Gemeinden Anregungen. Fahrdienste und gesellige Veranstaltungen bietet im benachbarten Biberbach ein Bürgerverein an. Ein kommunal getragenes Freiwilligenzentrum gibt es in Gablingen. In Meitingen steht ein Seniorenbüro den Bürgern als Anlaufstelle zur Verfügung. Welchen Weg Langweid auf lange Sicht einschlägt, wird sich an dem vom Seniorenbeirat erkannten Bedarf orientieren, so Bürgermeister Jürgen Gilg. Mit Verwaltungsleiter Markus Litzl als Verbindungsmann zwischen dem Seniorenbeirat und der Gemeinde sind kurze Entscheidungswege programmiert. Durch den Beiratsvorsitz von Günter Klein als Drittem Bürgermeister und den beiden aktiven Gemeinderatsmitgliedern Christine Koutecky (Grüne) und Heinz Koutecky (SPD) steht die Direktleitung zum Gemeinderat. Beste Voraussetzungen für die enge Kooperation aller Entscheidungsträger sind damit gegeben, ist Gilg überzeugt.
Feste Sprechzeiten des Seniorenbeirats sind für Günter Klein ein wichtiger Schritt um den Kontakt zu vereinfachen. Abgestimmt auf die Fahrzeiten des Gemeindebusses am Dienstag und Donnerstag können auch die Bürger aus Achsheim problemlos zu den Terminen kommen. Die werden jeweils im Gemeindeanzeiger veröffentlicht. Außerhalb der Sprechzeiten sind die Beiratsmitglieder persönlich ansprechbar oder können über den Verwaltungsleiter Markus Litzl unter 08230/840010 kontaktiert werden.