Deutschland setzt auf erneuerbare Energien. Doch die Stromerzeugung mithilfe von Wind und Sonne schwankt je nach Wetterlage. So wird mal mehr und mal weniger Strom erzeugt. Batterie-Großspeicher können den Strom speichern, der in guten Zeiten zu viel produziert wurde. Bei Bedarf wird er dann wieder ins Netz eingespeist. Ein solcher Batterie-Großspeicher könnte bald auch in Stadtbergen stehen. Der Parkplatz beim Tedi nahe der Haltestelle P+R Augsburg West und dem Baumarkt Obi kommt dafür infrage.
Denn hier am Rande des Virchow-Viertels, gleich auf der gegenüberliegenden Seite der Boschstraße, steht ein Umspannwerk. Die Nähe zu einem solchen Werk ist eine wichtige Voraussetzung für den Bau eines Speichers. 25 Megawatt soll er haben, wie der Chef des Stadtberger Bauamts, Rainer Biedermann, erklärte. Mindestens vier Megawatt sind für eine Baugenehmigung erforderlich. Auch die Erschließung ist laut Bauamt gesichert, womit eine weitere Voraussetzung erfüllt sei.
Das Landratsamt müsste über einen Bauantrag entscheiden
Wie Rainer Biedermann ausführte, stünden dem Batterie-Großspeicher aus Sicht der Stadt keine öffentlichen Belange entgegen. Auch die maximale Fläche, die Stadtbergen für solche Anlagen zur Verfügung stellen kann, sei noch längst nicht ausgefüllt. Maximal 0,5 Prozent der Gemeindefläche dürfen mit Batteriespeichern belegt sein. Der Stadtberger Bauausschuss entschied sich einstimmig dafür, der Voranfrage zum Bau des Batterie-Großspeichers das Okay zu geben. Für einige Stellplätze müsste allerdings an anderer Stelle noch Platz gefunden werden. Der Zweite Bürgermeister Michael Smischek sagte, dass das Landratsamt später den konkreten Bauantrag prüfen müsse. Welches Unternehmen den Speicher in Stadtbergen bauen will, wurde noch nicht bekannt gegeben.
Die Lechwerke betreiben seit 2023 einen Batteriespeicher mit rund sieben Megawatt in Meitingen in der Nähe des Lechs. Damit könnten rund 20.000 Haushalte eine Stunde lang mit Strom versorgt werden, was etwa der Leistung eines Windrads entspricht. Der Speicher von Kyon in Schwabmünchen ging im Sommer 2024 mit 16 Megawatt Speicherleistung in Betrieb. In Walkertshofen plant Green Flexibility einen Speicher mit einer Leistung von zehn Megawatt. Der größte Speicher in Bayerisch-Schwaben entsteht in Obergünzburg mit 40 Megawatt.
Die meisten Batterie-Großspeicher erinnern von außen eher an Schiffscontainer als an Hightech. Im Inneren befinden sich Lithium-Ionen-Batteriezellen, Wechselrichter und Transformatoren. Bei Bedarf kann in Sekundenschnelle Strom ins Netz gespeist werden, um die schwankende Stromerzeugung auszugleichen. Damit leisten die Speicher einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.
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