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Schulen in Zusmarshausen und Diedorf lehnen Schülerinnen und Schüler ab: Das sind die Gründe

Landkreis Augsburg

Kein Platz mehr im Klassenzimmer: Weshalb Schulen im Augsburger Land Kinder ablehnen müssen

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    An einigen weiterführenden Schulen wird es im kommenden Schuljahr eng. Das liegt auch an geburtenstarken Jahrgängen.
    An einigen weiterführenden Schulen wird es im kommenden Schuljahr eng. Das liegt auch an geburtenstarken Jahrgängen. Foto: Kathrin Elsner (Symbolbild)

    Die Stimmung bei einigen Viertklässlern und ihren Eltern dürfte aktuell schlecht sein. Statt sich auf den bevorstehenden Wechsel an die weiterführende Schule zu freuen, geht die Suche für sie weiter. Denn sowohl am Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf, als auch an der Realschule in Zusmarshausen mussten Kinder abgelehnt werden. An der Realschulschule in Zusmarshausen ist dies zum ersten Mal der Fall. Am Gymnasium in Diedorf kennt man das Problem bereits. Könnte es zukünftig komplizierter werden die passende Schule im Landkreis Augsburg zu finden?

    Die Zahl der Ablehnungen ist mehr als doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr

    31 Schülerinnen und Schüler wurden am Schmuttertal-Gymnasium (SGD) in Diedorf nun abgelehnt. Dem gegenüber stehen 153 Familien, die ihre Kinder angemeldet haben, teilt die Schule mit. Tatsächlich angenommen wurden ungefähr 130 Kinder. Die Zahl der Ablehnungen ist damit mehr als doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr. 2025 wurden 13 Schülerinnen und Schüler am Diedorfer Gymnasium abgelehnt. Schulleiter Günter Manhardt führt dies hauptsächlich auf drei Gründe zurück.

    Zum einen mache sich jetzt der Wechsel von G8 zu G9 bemerkbar. Zukünftig sollen Schülerinnen und Schüler wieder neun statt acht Jahre am Gymnasium lernen. Damit kehren die Abiturienten und Abiturientinnen zu einer Regelschulzeit von 13 Jahren zurück. Das sorgt jetzt für Probleme. Denn zukünftig gibt es dadurch wieder einen ganzen Jahrgang mehr, der untergebracht werden muss. Nur: genügend Räume hat das Schmuttertal-Gymnasium dafür nicht. Der Schulbau in Diedorf fand zwischen 2011 und 2015 statt, als man mit G8-Jahrgängen rechnete. Und damit langfristig mit weniger Schülerinnen und Schülern.

    31 Schülerinnen und Schüler wurden am Schmuttertal-Gymnasium (SGD) in Diedorf nun abgelehnt.
    31 Schülerinnen und Schüler wurden am Schmuttertal-Gymnasium (SGD) in Diedorf nun abgelehnt. Foto: Marcus Merk (Symbolbild)

    Ein weiterer Grund seien die seit 2010 gestiegenen Geburtenzahlen in Bayern und im gesamten Augsburger Landkreis. Der Höhepunkt lag im Jahr 2021 bei 2634 neu geborenen Babys. Für einzelne Kommunen stellte das mitunter schon in der Vergangenheit eine Herausforderung dar. Zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten mussten bereits an einigen Kitas geschaffen werden, um die neu geborenen Kinder entsprechend betreuen zu können. Seit 2022 sinkt die Zahl der Geburten aber auch hier wieder. Mittlerweile gibt es im dritten Jahr in Folge rückläufige Zahlen, sodass von einer Trendwende gesprochen werden kann. Der Babyboom des vergangenen Jahrzehnts scheint auf absehbare Zeit vorbei. Die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge der 2010er Jahre aber kommen nun und in den kommenden Jahren in die weiterführenden Schulen.

    In Zusmarshausen reichen Raum- und Lehrkraftkapazitäten nicht aus

    An der Realschule in Zusmarshausen wurden zwölf Schülerinnen und Schüler abgelehnt. „In den vergangenen Schuljahren konnten wir immer alle Schülerinnen und Schüler aufnehmen, die zu uns wollten. Dieses Jahr war dies zum ersten Mal nicht möglich“, sagte Schulleiter Jürgen Seipt-Wunderwald. Angenommen wurden 160 Bewerberinnen und Bewerber zusätzlich zu weiteren Kindern, die den Probeunterricht bestehen. „In Zusmarshausen reichen Raum- und Lehrkraftkapazitäten nicht aus, um noch mehr Eingangsklassen zu bilden“, berichtet Seipt-Wunderwald.

    Am Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf wird nach festgelegten Grundsätzen bestimmt, wer abgelehnt werden darf. „Kinder, die bereits Geschwister bei uns haben, weisen wir nicht ab. Es werden nur Kinder aus Orten abgewiesen, die eine zumutbare Verkehrsverbindung in ein anderes, aufnahmefähiges Gymnasium haben. Wir weisen immer nur alle Kinder aus einem Ort oder kein Kind aus diesem Ort ab“, erläutert Schulleiter Günter Manhardt. Damit wolle man verhindern, dass die in der Grundschule entstandenen Freundschaften getrennt werden.

    Schulleiter Günter Manhardt sieht den Landkreis Augsburg in der Pflicht

    Das Platzproblem an einigen Schulen wird absehbar bestehen bleiben, berichten die Schulleiter. Und damit auch die Ablehnungen an den weiterführenden Schulen, insbesondere der Gymnasien. Für zukünftige Schülerinnen und Schüler bedeutet das vor allem mehr Sorge und womöglich einen längeren Schulweg. Die Schulen arbeiten derweil an Alternativen, um künftig möglichst viele Bewerbende annehmen zu können. Schulleiter Günter Manhardt sieht den Landkreis Augsburg in der Pflicht, das Platzproblem zu entschärfen. Er sagt: „Wir würden uns wünschen, dass der Landkreis Augsburg es in den kommenden Jahren wieder ermöglicht, dass alle Familien das Recht auf eine freie Wahl der weiterführenden Schule auch wirklich wahrnehmen können – zum Beispiel durch einen Anbau oder Behelfsbauten ‚Container‘ an unserer Schule.“

    Der stellvertretende Landrat Michael Higl entgegnet auf die Aussage von Schulleiter Günter Manhardt: „Der Landkreis Augsburg arbeitet kontinuierlich daran, die Schulplatzsituation vorausschauend zu planen und die erforderlichen Kapazitäten bereitzustellen.“ Dazu gehören laut Higl etwa die Erweiterung von Schulgebäuden. Dazu könnten auch die sogenannten Schulcontainer zählen, meint der stellvertretende Landrat.

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