Am vergangenen Sonntag hat Rene Hauck als Trainer des TSV Haunstetten das letzte Punktspiel der Bezirksliga Nord noch mit 3:0 gegen den TSV Dinkelscherben gewonnen. Als Spieler der SpVgg Langeringen musste er sich am Mittwochabend vor knapp 800 Zuschauern in Walkertshofen im ersten Relegationsspiel um den Bezirksliga-Erhalt dem selben Gegner mit 1:3 nach Verlängerung geschlagen geben. Die SpVgg Langerringen ist damit aus der Bezirksliga Süd abgestiegen, der TSV Dinkelscherben hat nach der ersten noch eine zweite Hürde im Relegationsrennen zu nehmen und trifft dabei am Sonntag auf den TSV Babenhausen. Maßgeblich am Sieg der Lila-Weißen beteiligt war ein Spieler, der in dieser Saison bisher noch überhaupt nicht zum Einsatz gekommen war.
Ein gelungenes Comeback nach langer Leidenszeit
Nach langer Leidenszeit mit mehreren Operationen feierte Josef Kastner eine gelungenes Comeback und sorgte mit zwei Standardsituationen dafür, dass der TSV Dinkelscherben in der Verlängerung ein erfolgreiches Comeback feiern konnte. „Das war ein Glücksgriff. Er hat einfach ein Füßchen und ein Gespür für die Situation“, freute sich Trainer Michael Finkel über den gelungenen Schachzug. In der zweiten Halbzeit war die SpVgg Langerringen dem Siegtreffer nämlich mehrfach ganz nahe. „Das Tor kurz vor der Pause hat uns geschockt“, versuchte Abwehrchef Daniel Wiener eine Erklärung für die strukturlose Vorstellung in den zweiten 45 Minuten, die Finkel als „ängstlich, nervös und zu lahm“ bezeichnete.
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Im ersten Durchgang war der Nord-Bezirksligist besser. „Da müssen wir schon alles klar machen und deutlich führen“, blickte Finkels Trainerkollege Stefan Kauer auf eine Anfangsphase zurück, in der vor allem Hakan Avci die SpVgg-Hintermannschaft schwindlig spielte und nur durch Fouls zu stoppen war. In der 28. Minute degradierte er die schwächste Abwehr der beiden Bezirksligen zu Slalomstangen, doch sein Abschluss landete am Pfosten.
Vor dem Tor hat Entschlossenheit gefehlt
Da stand es bereits völlig verdient 1:0. Zehn Minuten vorher zimmerte nämlich Thomas Kubina einen Freistoß nach Foul an Avci an den Pfosten. Felix Klingenstein reagierte am schnellsten und beförderte den Abpraller in die Maschen. Weitere Treffer vergaben Alexander Brecheisen (33. und 41.) sowie Thomas Kubina (29. und 34.). „Vor dem Tor hat uns die Entschlossenheit gefehlt“, bemängelte Michael Finkel. Und das rächte sich. Unmittelbar vor der Pause legte Langerringens Torjäger Bastian Renner, der ansonsten den Alleinunterhalter spielte und sporadisch bei Kopfbällen für Gefahr sorgte, für Robin Keiß auf, der zum 1:1 ins kurze Eck einnetzte. In der zweiten Halbzeit nahm die Intensität zu. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, doch richtige Torszenen gab es kaum.
Kubin und Wiener treffen per Doppelkopf
In der Verlängerung war wieder der TSV Dinkelscherben am Drücker. Mit verantwortlich dafür war Josef Kastner. In der 97. Minute zirkelte der 28-Jährige einen Eckball auf den Kopf von Thomas Kubina, der das erlösende 2:1 markierte. In der 112. Minute dann das endgültige Aus für die SpVgg Langerringen. Erst sah Arda Diri nach dem zweiten Frustfoul innerhalb von zwei Minuten die Rote Karte. Den daraus resultierenden Freistoß brachte abermals Josef Kastner in den Strafraum, wo Daniel Wiener und Thomas Kubina per Doppelkopf zum 3:1 vollendeten. „Der Kube war als Letzter am Ball“, sorgte Wiener nach dem Schlusspfiff für Aufklärung.
Egal: Thomas Kubina scheiterte noch allein vor Torwart Joder (120.) und Josef Kastner rauschte an einer Hereingabe von Felix Rost vorbei (122.). „Den hätte ich gerne noch gemacht, dann wäre es ein perfekter Abend gewesen“, lachte der zweifache Vorbereiter.
Am Sonntag in Balzhausen gegen Babenhausen
Und auch Felix Rost hatte gut lachen, weil das entscheidende Spiel gegen den TSV Babenhausen erst am Pfingstsonntag um 17 Uhr in Balzhausen stattfindet, weil sich die für eine neutrale Austragung in Frage kommenden Vereine am Samstag noch im Spielbetrieb befinden. Dinkelscherbens Stürmer hat nämlich Karten für das Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart. Bevor die Reise Richtung Bezirksliga weitergeht, kann er also zunächst die Reise nach Berlin antreten.
Langerringen ist enttäuscht, aber stolz
Ganz anders war die Stimmung natürlich bei niedergeschlagenen Langerringern, die sich mit Abpfiff der Reihe nach erschöpft auf den Rasen fielen ließen. Als der zweite Abstieg binnen drei Jahren, in denen man stets in die Relegation musste, feststand, sammelte sich das Team zunächst im Mannschaftskreis. Trainer Sebastian Korner war niedergeschlagen, aber auch stolz: „Ich ziehe meinen Hut vor der Mannschaft. Wir haben 120 Minuten alles gegeben und sind gelaufen wie die Verrückten, obwohl viele nach 90 Minuten nicht mehr konnten. Dass ich viermal verletzungsbedingt wechseln musste. Hat uns den Stecker gezogen.“ (mit pibo)
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