Mit einem festlichen Empfang hat die Stadt Stadtbergen das 35. Jubiläum der Partnerschaft mit der sächsischen Stadt Olbernhau gefeiert. Zahlreiche Gäste aus den Partnerstädten sowie Vertreter der Partnerschaftsvereine kamen zusammen, um auf mehr als drei Jahrzehnte gelebte europäische Freundschaft zurückzublicken. Abordnungen aus Bagnolo Mella und Brie-Comte-Robert unterstrichen den internationalen Charakter des Treffens.
In seiner Ansprache erinnerte Bürgermeister Paulus Metz an die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde 1990 – eine Zeit des Umbruchs nach dem Fall der Berliner Mauer. Damals standen der Aufbau neuer Verwaltungsstrukturen, Fragen des Schulwesens, der Medizin und des Umweltschutzes im Mittelpunkt. Doch schnell entwickelten sich aus den offiziellen Kontakten Freundschaften.
Auf die persönlichen Begegnungen kommt es an
Prägend seien die vielen persönlichen Begegnungen gewesen, so Metz. Musikvereine, Feuerwehren, Schulen und Theatergruppen hätten die Partnerschaft mit Leben gefüllt. Gemeinsame Feste, Besuche und kulturelle Projekte sorgten dafür, dass aus einer politischen Verbindung eine enge menschliche Beziehung entstand. In schwierigen Zeiten habe sich diese Verbundenheit bewährt – etwa während der Hochwasserkatastrophe 2002, als Stadtbergen spontan Hilfsaktionen für Olbernhau organisierte.
Der Olbernhauer Bürgermeister Jörg Klaffenbach blickte mit viel Humor und Herzlichkeit zurück: „Unsere Partnerschaft gleicht einer Koralle. Sie wächst langsam, aber stetig und wird mit der Zeit immer stärker.“ Unterschiede in Sprache, Kultur oder Traditionen seien nie ein Hindernis gewesen, sondern vielmehr eine Bereicherung. Klaffenbach betonte, dass in einer Zeit zunehmender politischer Spannungen solche Städtepartnerschaften wichtiger denn je seien.
Zwei Bäume symbolisieren die Städtepartnerschaft
Ein besonderes Symbol für die Zukunft der Partnerschaft wurde im vergangenen Jahr geschaffen: In beiden Städten pflanzte man Jubiläumsbäume: Eine Olbernhauer Birnen-Quitte in Stadtbergen und eine Stadtberger Kastanie in Olbernhau. Sie stehen für die tiefen Wurzeln der Freundschaft und das gemeinsame Ziel, die Verbindung für kommende Generationen zu erhalten.
Große Anerkennung erhielt Friedbert Philipp, Vorsitzender des Olbernhauer Partnerschaftsvereins, der über 35 Jahre hinweg die Partnerschaft mitgeprägt hat. Mit großem ehrenamtlichem Engagement organisierte er Reisen und Veranstaltungen. Nach dem offiziellen Programm wurde gemeinsam gefeiert. Die Botschaft des Tages fasste Paulus Metz nochmals zusammen: „Städtepartnerschaften leben nicht von Verträgen und Aktenordnern, sondern von Begegnungen, Freundschaft und dem gemeinsamen Wunsch nach einem friedlichen Europa.“
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