Ein oft vergessener Teil des sogenannten „Sommermärchens“ vor 20 Jahren war auch die neue Spielfreude der Kinder auf den Straßen. Nicht nur für Erwachsene wurde die Welt für ein paar Wochen immer mehr zur Spielwiese. Die Panini-Sticker dieser Weltmeisterschaft schafften es, viele ganz junge Menschen draußen zu versammeln. Und das so gut wie überall. Auf dem Pausenhof, auf dem Bolzplatz, sogar auf den Bürgersteigen wurde „gezockt“. Nötig waren nur zwei Spieler mit ihren jeweiligen Sammelbildern sowie Boden unter Füßen.
Dann konnte es losgehen: Einer, Zweier, Dreier, Vierer, Fünfer... oder Fünfziger. In der Regel legte jeder die gleiche Anzahl an Panini-Karten. Außer besondere Bildchen wie Glitzerkarten oder Top-Spieler à la Zidane waren im Spiel, dann wurde das 1:1-Verhältnis schon mal aufgelöst. Die Karten wurden fein säuberlich aufeinandergelegt und in der Mitte platziert.
Scharlatane „zocken“ mit „Bappe“ und Knick
Bevor es losging: „FliFlaFlu“ wer anfängt. Der Erste schlägt mit der Handfläche auf den Kartenstapel. Die Karten, die danach mit dem Spielerporträt nach unten und der Rückseite nach oben schauen, durften behalten werden. Das Gefühl, wenn sich bei einem wichtigen Stapel alle Bildchen auf einmal umdrehten, kommt dem Endorphinschub, nachdem der erste Treffer im WM-Finale gelingt, wohl möglichst nahe.
Spielernaturen nutzten gerne mal den Schweiß der Sommertage, die viel zitierte „Bappe“, um mehr Grip am Panini-Bild zu entwickeln. Auch ein subtiler Knick der Karten beim Zurechtlegen des „Zockstapels“ wurde gut und gerne angewandt, um die Chancen auf Erfolg zu erhöhen. Damit konnte man dann schon mal einen Nachmittag verbringen. Und im besten Fall mit prall gefülltem Stapel heimkehren. Zockt heute noch jemand?
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