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Was kann ChatGPT? In Stadtbergen kommt es zur ersten Begegnung zwischen Senioren und der KI

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Was kann die KI? Senioren fragen - ChatGPT antwortet

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    Seniorinnen und Senioren trafen beim Digital-Café in Stadtbergen auf ChatGPT.
    Seniorinnen und Senioren trafen beim Digital-Café in Stadtbergen auf ChatGPT. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolbild)

    „Gestern habe ich ChatGPT zum ersten Mal benutzt. Ich habe Angst“, sagt Andrea Groß. Die 65-Jährige aus Stadtbergen war eine der Seniorinnen und Senioren, die das Digital-Café im Generationstreff in Stadtbergen besuchten. Auf die Einstiegsfrage des Vortragsleiters Burkard Kuhls, wer denn alles schon einmal KI verwendet habe, ist Andrea Groß die Einzige, die sich meldet.

    Das wollten die Seniorinnen und Senioren von ChatGPT wissen

    Um den Senioren das KI-Sprachmodell trotzdem näherzubringen, hatte sich der Leiter des Kurzvortrags etwas Besonderes überlegt. Burkhard Kuhls, der selbst Informatikingenieur ist und Elektrotechnik studiert hat, kennt sich bestens aus mit dem Aufbau dieser neuen Technologie. Er nutzte zur Veranschaulichung einen interessanten Vergleich: „Die KI ist im Grunde nur eine Nachbildung des Gehirns. Auch hier weiß noch keiner so richtig, wie es funktioniert.“ Der einzige Unterschied sei, dass ChatGPT „gar nichts versteht, der Chat ist eigentlich dumm.“ Das Programm lebe ausschließlich von Statistiken und Daten aus dem Internet. „Der Chat plappert alles nach wie ein Papagei.“ Anders als beim Menschen stecke keine eigene Intelligenz dahinter, weil er zu keinen neuen Erkenntnissen kommen könne, sondern lediglich aus einer riesigen Datenbank Informationen herausfiltere.

    Doch die Seniorinnen und Senioren blieben nicht lange untätig. Sie wollten selbst ChatGPT testen. Anfängliche Startschwierigkeiten gab es allerdings, als das WLAN plötzlich nicht mitspielen wollte. Die KI funktioniert eben nur mit einer stabilen Internetverbindung. Letztendlich klappte es dennoch, das Handy mit dem WLAN zu verbinden, und so stand der interaktiven Fragerunde, in der nach und nach die Fragen der Seniorinnen und Senioren beantwortet wurden, nichts mehr im Weg. Mit gespannten Gesichtern wurde auf die Antwort der KI-Stimme, die aus dem Handylautsprecher kam, gewartet.

    Der Test - Was kann die KI wirklich?

    So wurde ChatGPT auf die Probe gestellt. Karl-Heinz Heiß aus Leitershofen fragte zum Beispiel, welche Erfindung Max von Pettenkofer gemacht habe. Die Antwort kannte er bereits. Als die KI ihm darauf prompt eine Antwort lieferte, nämlich dass Pettenkofer als einflussreicher Hygieniker und Chemiker bekannt geworden ist, da war der 67-jährige Senior positiv überrascht: „Das stimmt ja!“. So bekamen die Stadtberger einen ersten Eindruck, was ChatGPT kann. Über das Erstellen von Foto-Jahresbüchern, einer Routenplanung nach Rom bis hin zur aktuellen Temperatur in Stadtbergen, war alles dabei und wurde von der KI richtig beantwortet.

    Gertrud Gildemeier, 79-Jahre aus Stadtbergen, spricht beim Digital-Café mit der KI-Stimme die aus dem Handy kommt.
    Gertrud Gildemeier, 79-Jahre aus Stadtbergen, spricht beim Digital-Café mit der KI-Stimme die aus dem Handy kommt. Foto: Burkhard Kuhls

    Eine Erfarung: ChatGPT ist nicht unfehlbar

    Gleichzeitig wurden aber auch die Grenzen der KI deutlich. Ganz unabhängig vom Inhalt, gab es beim Sprachverständnis schon erste Hindernisse. Andrea Haag vom Freiwilligenzentrum in Stadtbergen, die den Seniorenbeirat unterstützt, berichtete von ersten Schwierigkeiten auf einem der letzten Generationstreffen. „Der Sprachassistent auf dem Handy hat die Senioren, aufgrund des Dialekts, erst gar nicht verstanden.“ Und auch bei manchen Fragen der Stadtberger des Digital-Cafés war ChatGPT ratlos oder gab falsche Antworten. Als eine Seniorin wissen wollte, wo denn aktuell die Baustelle in Stadtbergen sei, antwortete der KI-Sprecher: „Es gibt keine.“ Lautstarkes Gemurmel machte sich im Raum bemerkbar. Diese Antwort stimme nicht, denn es gebe eine Baustelle in der Bauernstraße, da waren sich die Seniorinnen und Senioren einig.

    Stadtberger blicken auf die Zukunft der KI mit Skepsis

    „Solche Fehler sind doch gefährlich?“, fragte Angela Fetzer. Die 65-Jährige aus Stadtbergen machte sich Sorgen, dass vor allem, wenn die KI im medizinischen Bereich angewendet wird, Fehler weitaus schlimmere Folgen haben könnten. Und auch die 79-jährige Gertrud Gildemeier meinte: „Die eigentliche Gefahr ist doch, dass man gar nicht erkennt, dass es sich bei der Information des Chats um einen Fehler handelt.“ Burkhard Kuhls aber sagte, dass ChatGPT vor allem deswegen Fehler mache, weil sich die Antwort nur aus Datenmengen und „keinem eigenen Denkprozess“ ergebe. „Dennoch ist die KI für die Behandlung von Patienten mehr Segen als Fluch.“ Und aufgepasst: Teilweise sei ChatGPT durchaus in der Lage, Fehler einzugestehen und zu korrigieren.

    Das Fazit sei für Ludwig Ullrich „ganz klar“. Der 80-Jährige meint: „Es ist immer wichtig, sein eigenes Gehirn einzuschalten.“

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