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Augsburg
25.11.2021

Apotheken, Handel, Stationen: Nachfrage nach Corona-Tests steigt rasant

Franz Fassl, Inhaber der Herrenbach-Apotheke, hält ein rares Gut in den Händen: Selbsttests sind derzeit in Apotheken, Super- und Drogeriemärkten kaum noch zu bekommen.
Foto: Silvio Wyszengrad

Leere Supermarkt-Regale, Andrang in Teststationen: Schnell- und Selbsttests sind derzeit stark gefragt. Wo es noch Möglichkeiten gibt und was hinter den Engpässen steckt.

Seit über einem halben Jahr bietet die Apotheke City-Galerie Corona-Schnelltests an. Einen solchen Andrang wie aktuell hat man dort aber noch nicht erlebt. Die Nachfrage habe in dieser Woche ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht, berichtet Apothekerin Susanne Hunger. Die verschärften Corona-Regeln - 3G am Arbeitsplatz und in Bus und Bahn, Tests für Besuche in Alten- und Pflegeheimen und 2G plus für Kultur- und Sportveranstaltungen, Bäder und Fitnessstudios - haben eine regelrechte Lawine losgetreten. Doch nicht nur Schnelltests sind derzeit gefragt wie noch lange nicht: Auch wer Selbsttests braucht, sucht in Augsburg häufig vergebens.

Die Nachfrage nach Schnelltests und Selbsttests ist rapide gestiegen

In der Apotheke City-Galerie sind die Online-Termine bereits am Morgen für den ganzen Tag vergriffen, auch für die kommenden Tage gibt es oft nur noch vereinzelte. "Wir haben zwei Teststrecken", sagt Apothekerin Susanne Hunger. "Bei der einen muss man einen Termin haben, bei der anderen geht es ohne Termin. Da wartet man am Samstag schon einmal eineinhalb Stunden." Bei dieser Nachfrage brauche es eigentlich eine weitere Teststation. Diese scheitere aber am Personal, das dafür nötig sei, so Hunger.

Bei der Bäuerle-Ambulanz, die im Auftrag der Stadt die Testzentren in der Maximilianstraße, in Haunstetten sowie an der Messe betreibt, ist ebenfalls ein Anstieg zu spüren. "Vor der Umstellung auf kostenpflichtige Tests am 11. Oktober hatten wir täglich etwa 250 bis 300 Tests in der Maximilianstraße. Nun, wo die Tests erneut kostenfrei sind, sind es etwa zehn Prozent mehr", sagt Bäuerle-Chef Jan Quak. Die Anzahl der Tests an der Messe, wo sich die Personen anmelden müssten, sei konstant geblieben. In Haunstetten, wo Interessierte genauso wie in der Maxstraße ohne Termin vorbeikommen könnten, habe sich die Nachfrage verdoppelt, in der Maximilianstraße sei sie leicht angestiegen. An der Messe, wo Schnelltests nur mit Termin möglich sind, gab es am Donnerstag erst wieder für Montag freie Plätze.

Verschiedene Angebote für Corona-Tests in Augsburg

Nach Quaks Ansicht kann Augsburg noch einige zusätzliche Anbieter vertragen. Eine Reihe von Testmöglichkeiten sind auf der städtischen Homepage www.augsburg.de/testen zusammengefasst. Neben einigen Apotheken und Arztpraxen gibt es auch eine Reihe von Testzentren, die Schnelltests anbieten. Im Vergleich zeigt sich durchaus ein gemischtes Bild. Während manche Teststationen online noch etliche Termine frei haben - so etwa die Ecocare-Station in der Bürgermeister-Ackermann-Straße oder die Kantine am Königsplatz -, sind gerade kleinere Stationen im Zentrum gut ausgebucht.

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Auch bei Selbsttests für zu Hause macht sich eine deutlich gestiegene Nachfrage bemerkbar. Einmal würden Lieferungen in drei Tagen angekündigt und kämen dann in drei Wochen, schildert Susanne Hunger von der Apotheke City-Galerie die Lage. Egal ob Apotheken, Drogerie- oder Supermärkte: Fast überall klafft in den für Selbsttests vorgesehenen Regalen eine Lücke. Meist wird auf Lieferungen verwiesen, die bald kommen sollen - wann genau und ob überhaupt, sei aber sehr unsicher. Die Mitarbeiterin eines Drogeriemarkts sagt, seit drei Wochen seien keine neuen Selbsttests mehr gekommen. Man tue alles, um Nachschub zu erhalten. In einem Supermarkt, in dem sie ebenfalls längst ausverkauft sind, meint ein Verkäufer trocken: "Wenn ich jedes Mal einen Cent bekommen wurde, wenn mich Kunden nach Selbsttests fragen, wäre ich bald reich."

Hohe Nachfrage und gestörte Lieferketten für Lieferengpass verantwortlich

Wie ein Sprecher der Drogeriekette Rossmann gegenüber unserer Redaktion erklärt, steigt die Nachfrage nach Corona-Selbsttests schon seit September kontinuierlich. Grundsätzlich sei die Verfügbarkeit gesichert, aufgrund der derzeit hohen Nachfrage könne es jedoch "punktuell zu kurzfristigen Engpässen kommen". Ähnliches teilt die Drogeriekette dm auf Anfrage mit. "Derzeit kann es aufgrund der schwankenden Nachfrage sowie gestörter Lieferketten dazu kommen, dass nicht immer alle Produkte ausreichend verfügbar sind", erklärt Geschäftsführer Sebastian Bayer. Von einem Dutzend dm-Filialen im Stadtgebiet hatte am Donnerstagnachmittag laut dm-Homepage nur eine - in der Neuburger Straße - Selbsttests vorrätig.

Auch in der Herrenbach-Apotheke gibt es das rare Gut noch, wenn auch immer spärlicher. Fast durchgehend riefen Kundinnen und Kunden deshalb an, berichtet Inhaber Franz Fassl. Er verkauft die Tests nicht nur in seiner Apotheke in der Friedberger Straße, sondern beliefert im größeren Stil auch Institutionen und Einrichtungen wie Pflegeheime. In seinem Laden kostet ein Selbsttest derzeit 2,85 Euro, und damit etwa doppelt so viel als noch den Sommer über. "Unser eigener Aufschlag ist aber minimal, bei den Tests kommen wir bei plus minus null heraus", betont Fassl. Sobald die Hersteller merkten, dass die Nachfrage steige, trieben sie auch die Preise schnell in die Höhe.

Trotz fehlender Verfügbarkeit: Versorgung grundsätzlich gesichert

Anfang Dezember kommt laut Fassl die nächste Lieferung mit Selbsttests, die Versorgung sieht der Apotheker vorerst gesichert. Wie lange noch, sei aber unsicher. Wenn die Infektionszahlen so hoch blieben und die Test-Nachfrage ebenso, könne es seiner Einschätzung nach Lieferengpässe bis in den Februar geben. Stand jetzt sei das allerdings Spekulation. Was sollten Kundinnen und Kunden also tun? "Impfen, das hilft sicher", sagt Fassl und lacht. Susanne Hunger von der Apotheke City-Galerie stimmt zu: "Am besten ist es, sich impfen zu lassen. Wer aber einen Schnelltest benötigt, sollte bei dem Termin derzeit viel Vorlauf einkalkulieren", sagt sie.

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26.11.2021

Na wer da wohl wieder an den Bestellungen der Corona-Tests mitverdient?

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