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Augsburg: Corona: Wo sich die Augsburger aktuell mit dem Virus anstecken

Augsburg

Corona: Wo sich die Augsburger aktuell mit dem Virus anstecken

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    In Augsburg rückt der 50er-Inzidenzwert seit einigen Tagen deutlich näher. Das Gesundheitsamt sieht ein "diffuses Infektionsgeschehen".
    In Augsburg rückt der 50er-Inzidenzwert seit einigen Tagen deutlich näher. Das Gesundheitsamt sieht ein "diffuses Infektionsgeschehen". Foto: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

    In Augsburg rückt der 50er-Inzidenzwert seit einigen Tagen deutlich näher. Am Dienstag lag der Wert der Neuansteckungen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in sieben Tagen bei 43,8, nachdem er übers Wochenende einen kleinen Sprung nach oben gemacht hatte. Laut städtischem Gesundheitsamt gibt es keinen größeren Infektionsherd, auf den der Anstieg zurückzuführen ist, sondern ein diffuses Infektionsgeschehen. Die Ferien spielen allerdings eine Rolle.

    Urlaub, Haushalt und Veranstaltungen sind Ansteckungsorte in Augsburg

    Etwa 20 bis 30 Prozent der Neufälle seien Reiserückkehrer und -rückkehrerinnen, vornehmlich aus Urlaubsländern wie Kroatien, Griechenland und Türkei. Der Anteil ist im Vergleich zu Anfang August etwas gestiegen, nachdem die Sommerferien inzwischen etwas weiter vorangeschritten sind. Bei jeweils einem weiteren Viertel der Neuinfektionen handelt es sich um Menschen, die mit einem bereits bekannten Infizierten oder einer Infizierten in einem Haushalt leben, die sich auf Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder am Arbeitsplatz angesteckt haben oder nicht wissen, wo sie das Virus herhaben.

    Das Gesundheitsamt hatte bereits vor Wochen ein Überschreiten des 50er-Wertes noch im August prognostiziert und auch weit höhere Werte für möglich gehalten. Aktuell sei von einer Verdoppelungszeit der Infektionszahlen alle drei Wochen auszugehen, so die Behörde. Man sehe bayern- und deutschlandweit einen ähnlichen Trend.

    Welche Maßnahmen kommen auf Augsburg zu?

    Seit Dienstag ist der Wert von 35 an drei Tagen aufeinander folgenden Tagen überschritten worden. Damit sind bei Sportveranstaltungen und kulturellen Veranstaltungen unter freiem Himmel maximal 1500 Zuschauer beziehungsweise Teilnehmer und Teilnehmerinnen zugelassen. Finden die Veranstaltungen in Gebäuden statt, sind maximal 1000 Personen zulässig. Der Mindestabstand von 1,5 Meter muss jeweils eingehalten werden. Bund und Länder hatten vor einer Woche zudem eine Ausweitung der Testpflicht beschlossen und dafür einen Schwellenwert von 35 festgesetzt. Allerdings ist diese Neuregelung noch in keine Landes-Verordnung gegossen und gilt somit nicht, wobei damit in den kommenden Tagen zu rechnen ist. Mit einer Testpflicht ist in den Bereichen der Gastro, beim Friseur, teils beim Sport und bei Veranstaltungen zu rechnen.

    Etwas verwirrend ist, dass im aktuell geltenden bayerischen Regelwerk eine Schwelle von 50 gilt, das teils andere Themen regelt als die Bund-Länder-Einigung. Das Bund-Länder-Papier sieht etwa eine Testpflicht in der Innengastro ab einem Wert von 35 vor, die bisherige bayerische Regelung beinhaltet darüber hinaus eine Testpflicht in der Außengastro ab 50, wenn Personen aus unterschiedlichen Haushalten an einem Tisch sitzen. Wie diese Regeln in eine Verordnung integriert werden, ist noch unklar. Womöglich werden sich in Augsburg das Erreichen des 50er-Werts und die Neuregelung des Freistaats zeitlich überschneiden.

    Absehbar ist aber, dass der 50er-Wert bald erreicht sein dürfte. Auch hier muss er an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden, damit Verschärfungen in Kraft treten. In jedem Fall gilt: Überall, wo eine Testpflicht in Kraft tritt, sind vollständig Geimpfte und Genesene ausgenommen.

    Nach der derzeitig gültigen Regelung in Bayern wäre ab einer Inzidenz von 50 auch eine Halbierung bei der Gästezahl auf privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten vorgesehen (unter freiem Himmel dann maximal 50, in geschlossenen Räumen maximal 25 mit Test). Wie die neuen 35er-Regelungen mit den bisherigen 50er-Regelungen kombiniert werden, hat der Freistaat bisher offen gelassen. Seit Montag in Kraft ist eine Testpflicht für ungeimpfte Besucher von Pflegeheimen.

    Was ändert die geänderte Stiko-Empfehlung in Augsburg?

    Unterdessen steigt die Zahl der Impfungen langsam aber stetig an. Inzwischen waren 57 Prozent der Augsburger beim Impfen, davon haben 53 Prozent einen vollständigen Impfschutz. Die aktualisierte Empfehlung der Ständigen Impfkommission, die jetzt eine Impfung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren empfiehlt, könnte die Zahlen etwas steigen lassen. In der Altersgruppe zwischen zwölf bis 18 Jahren leben in Augsburg um die 14.600 Kinder und Jugendliche. Das sind knapp fünf Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Gruppe der unter Zwölfjährigen umfasst mit gut 31.000 Kindern etwa 10,5 Prozent der Bevölkerung.

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