Von Ute Krogull
Einst musste Sozialreferent Max Weinkamm das Familienhilfsprojekt „Herzlich willkommen Augsburger Kinder“ gegen den Datenschutzbeauftragten verteidigen, jetzt hat es sich zu einem Erfolgsprojekt gemausert. 500 junge Augsburger Familien besuchten Kinderkrankenschwestern im Auftrag des Jugendamtes allein in den vergangenen sechs Monaten zu Hause.
Sie geben den frischgebackenen Eltern Tipps, wie sie mit dem Baby und der neuen Situation umgehen können, erklären, wo es Betreuungsangebote gibt und haben auch kleine Geschenke wie einen Zoo-Gutschein dabei. Falls sie merken, dass eine Familie überfordert ist, vermitteln sie sie auch an Stellen weiter, die hier helfen können, bevor die Situation eskaliert und das Kind in Gefahr gerät.
Die Eltern werden vorab angeschrieben. Wegen der Weitergabe der Adressen vom Standesamt ans Jugendamt hatte der Datenschutz damals Bedenken. Die Familien sehen es offenbar gelassener: Nur zehn Prozent lehnen den Besuch ab.
Das Programm soll im Herbst auf die Stadtregionen Nordwest und Mitte ausgeweitet werden, berichtete Birgit Weindl vom Jugendamt diese Woche in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Stadtrates. Dann deckt es ganz Augsburg ab. Kosten dafür: rund 250000 Euro im Jahr. Auch eine Telefonsprechstunde gehört mittlerweile zum Angebot. Außerdem arbeitet das Jugendamt mit dem Gesundheitsamt zusammen und hat in diesem Zug die Mütterberatung wiederbelebt.