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Augsburg: Klirrende Kälte: Hilfe für Obdachlose

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Klirrende Kälte: Hilfe für Obdachlose

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    Für Menschen ohne Wohnung ist die Kälte gefährlich.
    Für Menschen ohne Wohnung ist die Kälte gefährlich.

    Obdachlose schlafen in leer stehenden Häusern, Tiefgaragen oder unter Brücken. Für sie kann die derzeitige Kälte ein Problem werden. „Wir registrieren derzeit, dass in unserer Kleiderkammer die Nachfrage nach Decken und Schlafsäcken steigt“, berichtet Knut Bliesener. Der Sozialarbeiter arbeitet seit über 20 Jahren in der Wohnungslosenhilfe des Sozialdienstes katholischer Männer Augsburg (SKM).

    Wie viele Obdachlose es in der Stadt gibt, darüber habe er keinen genauen Überblick, so Bliesener. „200 Personen nutzen unsere Anschrift aber als Adresse, weil sie keine eigene Adresse haben. Weitere Wohnungslose sind bei Freunden oder Bekannten untergekommen“, sagt er. Allerdings komme nicht jeder beim SKM vorbei. Manche wollten seiner Erfahrung nach nicht in Übergangswohnungen oder Massenquartieren untergebracht werden.

    30 Menschen leben dauerhaft im Freien

    Experten gehen davon aus, dass maximal 30 Personen in Augsburg dauerhaft im Freien leben, darunter auch einige Frauen – stets aus eigenem Willen. Oft haben sie starke psychische Probleme, sind aber durchaus selbstständig überlebensfähig.

    Wer will, bekomme immer Obdach, betont Robert Kern, der sich beim Amt für soziale Leistungen um die Wohnhilfe kümmert. Das sei gesetzlich so geregelt, wegen der Kälte gebe es sogar die „verschärfte Anweisung“ zur Aufnahme. Im Obdachlosenheim an der Johannes-Rösle-Straße (Rosenau- und Thelottviertel) sei aktuell auch noch Platz.

    67 Menschen leben gerade dort, davon 9 Frauen. In den 81 Wohnungen, die das Amt für Menschen bereitstellt, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, sind aktuell 120 Personen untergebracht: 40 Männer, 38 Frauen und 42 Kinder. Erhöhte Nachfrage stellt Kern trotz der Kälte nicht fest.

    Er hält auch Kontakt mit der Polizei. Auch dieser seien bei nächtlichen Streifenfahrten keine Menschen aufgefallen, die sich etwa über den Gittern von Heizungsrosten für die Nacht eingerichtet haben.

    Den Weg in die SKM-Wärmestube am Klinkertor finden aber nicht nur Menschen ohne Obdach. Jeden Tag kommen 100 bis 120 Menschen, beispielsweise um eine warme Mahlzeit zu erhalten, so Bliesener: „Diese Menschen haben zwar ein Dach über dem Kopf, aber kein Geld um eine hohe Heizrechnung zu bezahlen oder ihre Wohnung wird wegen schlechter Fenster nicht warm. Deswegen halten sie sich bei uns auf.“

    Zwar sei das Angebot das ganze Jahr gefragt, Knut Bliesener hat aber festgestellt, dass die Menschen derzeit länger in der Einrichtung verweilen.

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