Augsburg: Wohnanlage im Augsburger Univiertel wird für viel Geld saniert
Augsburg
Wohnanlage im Augsburger Univiertel wird für viel Geld saniert
Für rund acht Millionen Euro wird der Wohnblock an der Lilienthalstraße saniert und energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Was das für die Mieter bedeutet.
Die Wohnanlage "Universität I" der Wohnbaugruppe Augsburg wird ab März saniert.Foto: Fridtjof Atterdal
Die Wohnanlage "Universität I" der Wohnbaugruppe Augsburg in der Lilienthalstraße bekommt ein neues Gesicht. Ab März wird die Anlage mit 62 Wohnungen saniert. Dabei wird nicht nur die Fassade neu gemacht - dank umfangreicher energetischer Verbesserungen sollen die Gebäude künftig fast die Hälfte an Energie einsparen, wie es von der Wohnbaugruppe heißt. Rund acht Millionen Euro wird die Baumaßnahme kosten.
Von der Straße aus ist der charakteristische schwarze Wohnblock mit seinen gelben Balkonen gut zu sehen. Das Gebäude aus den 70er-Jahren ist in die Jahre gekommen und schon äußerlich nicht mehr ansehnlich. Doch wichtiger ist der energetische Zustand, der nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, wie Projektleiter Christian Treimer von der Wohnbaugruppe sagt.
Alt und Neu: Wie die Anlage im Hintergrund sollen auch die sanierten Gebäude einmal aussehen.Foto: Fridtjof Atterdal
Unter anderem werden die schwarzen Schindeln, die den Gebäuden ihr Aussehen verleihen, erneuert. "Die Dämmung unter den Schindeln ist gerade einmal zwei bis drei Zentimeter dick, wie es bei Bauten aus dieser Zeit üblich war", erklärt er. Die neue Dämmung soll bis zu zehn Zentimeter betragen. Zudem wird das Dach neu eingedeckt und im Keller werden neue Fenster mit verbesserter Wärmedämmung eingebaut.
Der Wohnblock im Augsburger Univiertel bekommt einen barrierefreien Zugang
Wie der Wohnblock einmal aussehen wird, kann man bereits an den benachbarten Wohnblöcken der Wohnbaugruppe sehen, die vom selben Architekten stammen und bereits 2018/2019 saniert wurden. Auch hier wurde der Stil des Architekten beibehalten und mit einer moderneren Verkleidung versehen. Die Gebäude sind urheberrechtlich geschützt, weshalb der Stil nicht verändert werden darf, so der Projektleiter.
Christian Treimer von der Wohnbaugruppe leitet die Arbeiten.Foto: Fridtjof Atterdal
Rund 180 Menschen leben in dem Wohnblock. Sie müssen sich ab März auf die Bauarbeiten einstellen. Im ersten Schritt wird das Haus eingerüstet, bevor es an die Fassadenarbeiten geht, so Treimer. Auch die Wohnungen werden in Angriff genommen. In einem großen Teil der Räume werden die Fenster und Balkontüren ausgetauscht und neue Heizkörper und Heizleitungen eingebaut. Die Anlage bekommt eine neue Heizanlage. Auch die Balkone selbst müssen erneuert werden, weil der Beton über die Jahre porös geworden ist.
Eine große Erleichterung vor allem für ältere Bewohner dürfte der neue barrierefreie Zugang auf der Rückseite der Häuser sein, der dort eingebaut wird. Derzeit geht es über Treppenstufen in den Eingangsbereich. Auf der Seite zum Hof gibt es noch Stahltüren für einen alten Müllschacht. Diese werden entfernt und durch einen ebenen Zugang ersetzt. Auch der Aufzug in den Gebäuden wird erneuert.
Die Bäder können wegen Corona nicht saniert werden
Der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen sind die Badsanierungen. Bei ähnlichen Maßnahmen wurden den Mietern während der Bad-Sanierung Gemeinschafts-Sanitäranlagen im Innenhof zur Verfügung gestellt, wenn im bewohnten Zustand saniert wurde, erklärt Wohnbau-Sprecherin Andrea Wolf. Dies sei den Mietern angesichts der aktuellen Lage nicht zuzumuten. Man müsse bei der Modernisierung zwar punktuell in die Wohnungen, wolle die Arbeiten dort aber so gering wie möglich halten. Die Badsanierungen würden bei einem Mieterwechsel nachgeholt, so Wolf.
Anfang des kommenden Jahres wird dann auch die Außenanlage der Wohnanlage erneuert. Unter anderem werden dort sechs Platanen, eine Linde sowie zwei Amberbäume gepflanzt. Für die Baumaßnamen mussten im Innenhof einige Bäume gefällt werden. Der Bereich wird im Frühjahr 2022 von einer Gartenarchitektin neu geplant und bepflanzt. Auch der Kinderspielplatz vor dem Gebäude wird dabei erneuert, so die Wohnbaugruppe.
Die Wohnbaugruppe bewirtschaftet nach eigenen Angaben rund 780 Wohneinheiten im Univiertel. Seit Mitte der 1990er-Jahre hat sie knapp 60 Prozent ihrer Wohnanlagen modernisiert, was zu einer CO2-Einsparung von über 70 Prozent geführt habe.