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Augsburg: Zoo will sich von Afrikanischen Elefanten trennen

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Zoo will sich von Afrikanischen Elefanten trennen

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    Die Elefantenkuh Sabi  im Zoo.
    Die Elefantenkuh Sabi im Zoo. Foto: Silvio Wyszengrad

    Nach dem Angriff von Elefantenkuh Sabi auf einen Pfleger will der Zoo rasch Konsequenzen ziehen. „Es steht im Raum, dass wir die beiden Afrikanischen Elefanten Sabi und Franzi abgeben“, sagte gestern Zoochefin Barbara Jantschke. In Augsburg wären dann nur noch zwei Dickhäuter zu sehen, die Asiatischen Elefanten Burma und Targa.

    Jantschke war wegen des schweren Unfalls  vorzeitig aus dem Urlaub aus Madagaskar zurückgekehrt. Gestern konnte sie immerhin eine gute Botschaft vermelden: Der schwer verletzte Tierpfleger sei auf dem Weg der Besserung. Nach ihren Informationen ist er wieder bei Bewusstsein, liegt aber weiterhin auf der Intensivstation im Klinikum. Elefantenkuh Sabi hatte den 43-Jährigen am Donnerstag vergangener Woche beim morgendlichen Ausmisten mit den Stoßzähnen attackiert und an die Wand des Elefantenhauses gedrückt. Dabei erlitt er eine Wunde am Hals und schwere innere Verletzungen.

    Direktorin Jantschke sieht nun das Verhältnis zwischen Sabi und ihren menschlichen Betreuern belastet. „Die Pfleger sind unter Anspannung im Gehege, und der Elefant merkt sich einen solchen Vorfall auch“, sagt sie. Obwohl die Elefantin bislang als zuverlässig galt und früher bei Ausritten im Zoo unterwegs war, soll sie in den kommenden Wochen an einen anderen Tierpark abgegeben werden, und zwar zusammen mit der zweiten Afrikanischen Elefantin Franzi. „Sie würde sich allein unter den  Asiaten nicht wohlfühlen“, sagt Jantschke.

    Wie es mit der Haltung der beiden Asiatischen Elefanten in Augsburg weitergeht, die dann noch von der Herde übrig sind, konnte sie gestern nicht sagen. „So weit sind wir noch nicht. Für die Zukunft sind mehrere Dinge in der Diskussion.“ Die große Frage ist, ob die Tierpfleger die Dickhäuter weiter in direktem Kontakt betreuen sollen, oder ob sie künftig durch Gitter geschützt werden. Für den sogenannten „geschützten Kontakt“ entscheiden sich immer mehr Zoos. Dafür wäre in Augsburg aber ein Umbau nötig. Die Elefanten müssten mehrere Wochen im Freien bleiben. Dies wäre erst in der kommenden Sommersaison möglich.

    Jantschke sieht allerdings schon jetzt keine Möglichkeit für eine große Lösung. Wenn man die Elefantenanlage grundlegend modernisieren, weitere Tiere anschaffen und dann in die Zucht einsteigen würde, würde das nach ihren Schätzungen mindestens 15 Millionen Euro kosten. „Das ist für Augsburg absolut utopisch.“

    Ermittler konnten das Opfer bisher noch nicht befragen

    Die Augsburger Kripo untersucht den Fall nach wie vor. Für die Ermittler geht es um die Frage, ob der Zoo ausreichend für die Sicherheit seiner Mitarbeiter gesorgt hat. Einfach zu klären sei diese Frage allerdings nicht, heißt es. Für viele Branchen und Betriebe gelten in puncto Arbeitssicherheit sehr genaue Vorschriften. Bei der Haltung von Elefanten sei das anders. Die Rechtslage sei in diesem Fall weniger eindeutig. Letztlich wird die Staatsanwaltschaft entscheiden müssen, wie sie die Sache bewertet. Etwa, ob man die Tierpfleger durch Gitter hätte schützen müssen.

    Wichtig für die Ermittler ist auch die Aussage des schwer verletzten Opfers. Nachdem es keine weiteren Zeugen gibt, ist er der Einzige, der etwas über den Ablauf des Elefantenangriffs sagen kann. Bisher wurde der 43-jährige Tierpfleger allerdings nicht vernommen. Sein Gesundheitszustand war noch zu labil. Die Beamten müssen abwarten, bis die Ärzte am Klinikum grünes Licht geben für die Befragung.

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