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Augsburger Kulturbürgermeister: Grab: Freistaat benachteiligt Theater

Augsburger Kulturbürgermeister

Grab: Freistaat benachteiligt Theater

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    Das Theater ist ein finanzielles Sorgenkind der Stadt.
    Das Theater ist ein finanzielles Sorgenkind der Stadt. Foto: Foto: Anne Wall

    Der Freistaat behandle das Augsburger Theater ungerecht. Zu diesem Schluss kommt Kulturbürgermeister Peter Grab (Pro Augsburg) nach einem Vergleich der staatlichen Zuschüsse für Theaterstätten in Bayern. Er fordert den Freistaat auf, sich stärker an den laufenden Kosten für das Augsburger Haus zu beteiligen oder es zum Staatstheater zu machen – „mit der Folge, dass wie in Nürnberg der Freistaat 50 Prozent der Betriebskosten übernimmt“.

    Dem Augsburger Theater stehe das Wasser nicht bis zum Hals, sondern darüber, stellt der Kulturreferent gegenüber unserer Zeitung fest. Er spricht nicht einmal von den 100 Millionen Euro, die eine grundlegende Sanierung des Großen Hauses am Kennedy-Platz, die Sanierung der Freilichtbühne und der Neubau des Schauspielhauses kosten würden. Niemand kann sich derzeit vorstellen, wie die Stadt diese unvorstellbar hohe Summe aufbringen soll.

    Nur in Augsburg gibt es kein staatliches Theater

    Nein, mit seinem Vorstoß in Richtung Freistaat geht es Grab ausschließlich um die Unterhaltskosten für das Theater, die sich seit Jahren stetig verteuern. Folge: 1999 musste die Stadt zehn Millionen Euro dafür aufbringen. Heuer sind es 13,8 Millionen. Hinzu kommt das Defizit, für das die Stadt jährlich geradesteht. Musste sie 2007 noch 265000 Euro „nachschießen“, sind es 2011 über 640000 Euro.

    Während die Betriebskosten steigen und mit ihnen der städtische Zuschuss, sei die jährliche Zuwendung des Freistaats mit 5,8 Millionen Euro konstant geblieben. „Nicht einmal die jährliche Kostensteigerung, wie die tarifbedingte Erhöhung der Personalkosten, wurde anteilig übernommen“, hält Grab der bayerischen Staatsregierung vor. Im Umgang mit dem Augsburger Haus gebe der Freistaat kein gutes Bild ab. Augsburg ist nach München und Nürnberg die drittgrößte Stadt, aber nur in Augsburg gebe es kein staatliches Theater. Grab fordert eine Gleichbehandlung bei den staatlichen Zuschüssen. Die „Notwendigkeit eines deutlich höheren Zuschusses durch den Freistaat“ sieht er auch durch einen Zahlenvergleich mit den Theatern Hof, Nürnberg, Regensburg und Würzburg belegt. Augsburg habe die meisten Plätze zu unterhalten und habe die meisten Theaterbesucher.

    Grab fällt auf, dass Augsburg kaum mehr Zuschuss als Würzburg erhält. Im Vergleich mit den kleineren Städten Regensburg und Hof werde die zurückhaltende Unterstützung des Freistaats noch besser erkennbar.

    Augsburg Kulturbürgermeister appelliert an die Politik, sich seiner „mehr als berechtigten Forderung“ anzuschließen und „in einer konzertierten Aktion das Augsburger Theater zu retten“. In Kürze möchte er alle schwäbischen Landtagsabgeordneten an einen runden Tisch bitten, um diese für sein Anliegen zu gewinnen.

    Nach einem Prüfungsbericht des Bayerischen Obersten Rechnungshofes (ORH) hat das Theater als größte kommunale Spielstätte in Bayern die schwierigsten Produktionsbedingungen unter den großen Bühnen im Lande. Gleichzeitig wird der Theaterleitung bescheinigt, die Kostensteigerungen nicht verursacht zu haben. Diese ergeben sich aus Positionen, welche die Bühnenleitung nicht beeinflussen könne.

    Der ORH sorgt sich um die Zukunft des Augsburger Dreisparten-Hauses. Die Gagen seien im Vergleich niedrig, es drohe die Abwerbung von Künstlern. Sollte es mit den finanziellen Verlusten so weitergehen, sei mit einem Schwund an Quantität und Qualität bei den Produktionen zu rechnen.

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