„Wir haben einen Lauf.“ Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl sieht die Entwicklung der Stadt auf einem sehr guten Weg. Was 2011 an Projekten erfolgreich angepackt wurde, soll im neuen Jahr konsequent fortgeführt werden. Dies betonte Gribl gestern beim Neujahrsempfang seiner Partei vor gut 500 Gästen im Oberen Fletz des Rathauses.
In der Erfolgsbilanz für 2011 nannte Gribl unter anderem den Durchbruch beim Theater, der sich nicht nur beim Bau der Interimsspielstätte zeige, sondern auch bei den staatlichen Förderungen für das Theater. Beim Innovationspark gehe es voran. Dies gelte zudem für den Bildungsbereich. In seiner bisherigen Amtszeit seien 45 Schulprojekte angegangen worden mit einer Investitionssumme von 72 Millionen Euro. „Wo Baustellen sind, gibt es Veränderungen“, so Gribl. Beherrschendes Thema der nächsten Zeit sei sicher der Umbau der Innenstadt. Den Lauf aus 2011 gelte es, auch 2012 zu nutzen. Vor allem im Mai gebe es einiges zu feiern. So werde nicht nur das neue Bundesleistungszentrum am Eiskanal eingeweiht, auch die Wiedereröffnung der Kongresshalle und die Eröffnung der Interimsspielstätte stünden an.
Gribl nahm gestern auch Stellung zum Abgang des Popkulturbeauftragten Richard Goerlich, der seinen Vertrag bei der Stadt gekündigt hat: „Ich bedauere den Weggang.“ Dies bedeute aber keineswegs, dass die Popkultur untergehen müsse. Dass die Rathaus-Opposition den Abschied von Goerlich wortreich beklage, nannte der CSU-Politiker „scheinheilig“:„Gerade diese Gruppierungen haben Richard Goerlich das Leben schwer gemacht.“
„Die Abspaltung hat uns geschwächt“
Klare Worte fand Gribl zu den Querelen in der CSU, die im Vorjahr mit der Abspaltung der neuen Fraktion CSM von der CSU-Stadtratsfraktion gipfelten. „Die Abspaltung hat uns geschwächt“, sagte der OB. Es sei alles zu tun, um ein Miteinander zu fördern. Ohne den Namen des abwesenden CSU-Stadtrats Tobias Schley zu nennen, sagte Gribl an die Adresse der eigenen Partei: „Die CSU muss sich fragen, wofür sie steht.“ Die Antwort gab er umgehend: „Ich bin nicht zu haben für Ausländerfeindlichkeit und respektlosen Umgang mit der Polizei.“
Parteichef Johannes Hintersberger hatte in seiner Begrüßung davon gesprochen, „dass 2011 kein leichtes Jahr für unsere CSU gewesen ist“. Es gelte nichts schönzureden, aber man dürfe auch „nichts überdramatisieren“. Mit den Konflikten müsse man offen umgehen. Fraktionschef Bernd Kränzle forderte dazu auf, zur sachlichen Auseinandersetzung zurückzukehren. Gribl, Hintersberger und Kränzle betonten wiederholt die Verlässlichkeit des Koalitionspartners Pro Augsburg.
Als Festredner sprach Bundestagsabgeordneter Eduard Oswald (Dinkelscherben), der Vizepräsident des Bundestags ist. „Augsburg ist in guter Hand“, lobte Oswald die Arbeit von OB Gribl. CSU und OB müssten auch künftig als „die gestaltende Kraft in Augsburg“ agieren.
Unterhaltsam war der Neujahrsempfang nicht zuletzt wegen eines zehnminütigen Auftritts des Kasperls aus der Puppenkiste, der eindringlich die Kommunalpolitiker ermahnte, „an Kisten nicht zu sparen“. Dies gelte ebenso für die Puppenkiste wie für die Streukiste.