Die wichtigste Botschaft des Nachmittags sprach Willi Reisser gleich zu Beginn ins Megafon: „Wir wollen kein Wasserkraftwerk, nicht hier am Hochablass.“ Der ehemalige Augsburger Ordnungsreferent und Wortführer der Bürgerinitiative erntete damit nicht nur die Zustimmung der über 120 Demonstranten, die sich am Sonntagnachmittag trotz Regenschauer am Hochablass versammelt hatten. Er gab damit auch die Marschroute für die Auseinandersetzung mit den Stadtwerken in den kommenden Wochen vor: Der Bau soll unter allen Umständen verhindert werden.
Noch in den vergangenen Tagen hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Claus Gebhardt signalisiert, der Wasserschleier auf der Ostseite könne eventuell doch erhalten bleiben. Auf viel Vertrauen stieß der Annäherungsversuch jedoch nicht unter den Demonstranten. „Wo soll denn das Wasser herkommen“, fragte etwa Hans Koppold, der auch eine kurze Rede hielt. Am Hochablass komme schlicht zu wenig an, um ein Kraftwerk wirtschaftlich zu betreiben und gleichzeitig noch oft für einen Wasserfall-Vorhang zu sorgen.
Auch der von den Stadtwerken ins Feld geführte Forggensee könne in den Trockenperioden keine Abhilfe schaffen. Seine rhetorische Frage, ob denn „der See abgelassen“ werde, damit am Hochablass genug Wasser fließt, sorgte für Gelächter unter den Zuhörern. Emotionaler ging es bei den Worten von Werner Lorbeer zu. Der Stadtrat (Pro Augsburg) kämpfte mit den Tränen, als er die historische Bedeutung des Bauwerks für Augsburg pries. Dafür erhielt er viel Applaus.
Die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Hochzoll, Melitta Schuster, verwies in ihrer Ansprache auf einen anderen Punkt, der vielen Menschen aufgestoßen sei: die Form der Bürgerbeteiligung. Das Vorhaben sei nur als wasserrechtliches Projekt behandelt worden. Als solches würden die Einwände der Bürger „nur zur Kenntnis genommen“. Das könne nicht sein. „Es geht hier um die Erscheinungsweise des Hochablasses, da haben wir wohl doch ein Wörtchen mitzureden“, rief sie unter Beifall in die Menschenmenge. Stefan Quarg von der SPD in Hochzoll forderte unterdessen, dass Stadtwerke-Geschäftsführer Claus Gebhardt auch persönlich am Hochablass erscheint: „Als Bauherr sollte er sich hier den Fragen der Bürger stellen.“