In der Diözese Augsburg sollen in den kommenden Jahren etliche Pfarreien zusammengelegt werden. So dürften aus den heute knapp 1000 Pfarrgemeinden rund 200 Großpfarreien werden, denn so viele Priester stehen im Jahr 2025 voraussichtlich zur Verfügung. Wortgottesdienstfeiern soll es nur noch in Ausnahmefällen geben, zudem sollen die bestehenden Gremien reduziert werden.
Gegen die Pläne regt sich allerdings Protest und Sorge. Nicht nur, weil der Ton im Bistum grundsätzlich rauer geworden ist mit dem Einzug von Zdarsa. Gläubige fürchten längere Wege zu den Gottesdiensten und den Verlust der lokalen Identität. Etliche Pfarreien werden sich an einer Protestaktion "Kirche umarmen" am kommenden Sonntag beteiligen. Der Aufruf ist im Internet unter www.pfingsterklaerung.de zu finden.
Bischof Konrad Zdarsa gibt sich davon allerdings unbeeindruckt. Zwar sei "die Zeit für einen respektvollen und vernünftig geführten Dialog", gekommen. Zugleich stellte er in einem Interview mit dem "Donau-Kurier" aber auch klar: "Kirche ist keine Demokratie". Das sei ein Missverständnis. "Sondern wir sind ausgerichtet auf Christus".
Gegen Wortgottesdienste habe er nichts, sagte Zdarsa weiter, sondern gegen die eucharistielose Organisation des Sonntags. "Christliche Gemeinschaft entsteht nicht dadurch, dass wir uns versammeln, sondern dass wir uns rufen und sammeln lassen von dem, was der Herr will".
Dass die Reform gegen die Stimmung in den Pfarreien schwer durchzusetzen sei, glaubt Zdarsa demnach eher nicht. Man dürfe sich bei verantwortungsvollen Entscheidungen nicht von Stimmungen leiten lassen, so der Augsburger Bischof. Dabei nehme er auch in Kauf, dass ihm diese Haltung als Arroganz ausgelegt wird. "Dagegen kann man nichts tun."
"Ich habe mir diese Aufgabe nicht ausgesucht"
Auch zu den großen Erwartungen, die in ihn als Nachfolger von Bischof Walter Mixa gesetzt wurden, fand Zdarsa klare Worte. Sollte es hier Enttäuschungen geben, so sei "Enttäuschung" für ihn ein positives Wort: "Da von jemandem eine Täuschung genommen wurde, eine Erwartung, die man sich selbst ausgedacht hat, die so nicht erfüllt werden kann", meinte er. "Ich habe mir diese Aufgabe nicht ausgesucht."