Aufbruchstimmung am Augsburger Theater: Die Generalsanierung des Theaterstandorts mit Investitionen in das Große Haus und Freilichtbühne sowie dem Neubau einer zweiten Spielstätte (nicht zu verwechseln mit der bereits im Bau befindlichen Interimsspielstätte) soll ernsthaft angepackt werden. Im Schulterschluss wollen Freistaat und Stadt das ehrgeizige Vorhaben stemmen. Möglich macht dies eine Finanzierungszusage des Freistaats, wie sie in dieser Form bislang nicht zu erwarten gewesen ist.
Bis zum Jahr 2028 könnten bis zu 100 Millionen Euro – genaue Zahlen gibt es nicht – investiert werden. Los gehen soll es im Jahr 2014. Bei der Finanzierung wird der Freistaat sich mit 45 Prozent beteiligen, dauerhaft für alle vorgesehenen Arbeiten. Dies verkündete gestern Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer im Augsburger Theater. Das sei deshalb beachtlich, weil der Regelfördersatz deutlich niedriger liege, normalerweise sind es 36 Prozent. „Mit der Grundsatzaussage über einen so langen Zeitraum versuchen wir, Augsburg mit dem größten kommunalen Theater zu unterstützen.“ Der Freistaat sei sich seiner Verantwortung für Augsburg bewusst: „Mit der Zusage ist Planungssicherheit für alle gegeben“, so Pschierer.
Dass der Freistaat sich jetzt in dieser Höhe für die Augsburger Theaterlandschaft einbringt, wurde von OB Kurt Gribl sowie Finanzbürgermeister Hermann Weber und Kulturbürgermeister Peter Grab mit sehr großer Erleichterung aufgenommen. „Das ist der Durchbruch für die dauerhafte Generalsanierung“, sagte Gribl.
Kämmerer Weber hält es für möglich, dass ab 2014 gemeinsam von Freistaat und Stadt die Finanzierung gestemmt werde. „Wir müssen das angreifen. Es hätte doch nie jemand zu träumen gewagt, dass der Freistaat diesen Spitzenfördersatz bereitstellt.“
Kulturbürgermeister Grab sprach gestern von „einem großen Tag für die Kulturstadt Augsburg“. Gemeinsam habe man viel gekämpft, gemeinsam habe man auch viel erreicht. Grab war es, der noch im Mai kritisiert hatte, dass der Freistaat das Augsburger Theater ungerecht behandle. Es ging dabei um die Betriebskosten. Im bayerischen Vergleich schneide Augsburg deutlich schlechter ab, sagte Grab. Auch bei den Betriebskosten gibt es zwischenzeitlich eine positive Entwicklung: Der Freistaat hat heuer seinen Zuschuss außerplanmäßig um 400000 Euro auf 6,2 Millionen Euro erhöht. Das muss aber nicht das Ende der Fahnenstange sein, ließ Staatssekretär Pschierer wissen. Für 2012 laufen bereits intensive Gespräche mit dem zuständigen Wissenschaftsministerium.
Das Bekenntnis von Stadt und Freistaat zur Generalsanierung des Theaterstandorts bezeichnete Intendantin Juliane Votteler als „wunderbare Nachricht“. Dieses Versprechen gebe allen Mitarbeitern eine „gute Perspektive“. Zuletzt war der Frust unter den Beschäftigten groß, weil sie sich von der Politik im Stich gelassen fühlten. "Kommentar