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Augsburg

10.11.2019

Im Jahr 2038 leben in Augsburg 325.000 Menschen

Augsburg wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Dies liegt unter anderem daran, dass Neubürger zuziehen. Viele davon kommen aktuell noch aus anderen EU-Ländern, doch Statistiker glauben, dass ihr Anteil abnehmen wird.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Augsburg erreicht bald die Marke von 300.000 Einwohnern. Doch das Wachstum geht weiter, sagt die Stadt. Allerdings muss dafür eine Voraussetzung erfüllt sein.

Augsburg wird nach einer Prognose des städtischen Statistikamtes bis zum Jahr 2038 auf knapp 325.000 Einwohner anwachsen. In der Vergangenheit waren die städtischen Statistiker davon ausgegangen, dass sich das Wachstum deutlich abschwächen wird, sobald die 300.000-Einwohner-Marke erreicht ist. Dies soll noch in diesem oder Anfang kommenden Jahres soweit sein. Die aktuelle Situation sieht so aus: Am 30. September waren es 298.568 Einwohner in Augsburg.

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Mitte der 2020er-Jahre soll es 310.000 Augsburger geben

Zwar wird die Kurve nach der aktuellen Prognose nicht mehr so steil verlaufen wie in den Jahren zwischen 2012 und 2016, als die Einwohnerzahl jährlich um rund 5000 Bürger wuchs. Doch eine Stagnation des Bevölkerungszuwachses ist nicht in Sicht. Die 310.000-Einwohner-Marke dürfte wohl um das Jahr 2024 herum erreicht werden, wenn die Prognose so eintritt. Diese Faktoren spielen eine Rolle:

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Geburten/Sterbefälle: Die Zahl der neugeborenen Augsburger stieg in den vergangenen Jahren deutlich an. Aktuell gibt es pro Jahr rund 3000 Augsburger Babys. Für die kommenden Jahre wird mit etwa 3100 Neugeborenen jährlich gerechnet, weil schon heute absehbar ist, dass die Zahl der Frauen in der Familiengründungsphase gleich bleiben wird. Allerdings ist aus der aktuellen Altersstaffelung auch ablesbar, dass die Zahl der jährlichen Sterbefälle in den kommenden Jahren nach oben gehen wird. Aktuell versterben pro Jahr um die 3100 Augsburger, in den kommenden Jahren wird die Zahl auf über 3500 steigen. In der Summe werden mehr Augsburger sterben, als geboren werden.

Augsburg wächst dank der Zuzüge

Zu-/Wegzüge: Der große Treiber beim Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre war – und wird es auch in Zukunft bleiben – die Zahl der Zuzüge. Aktuell kommen pro Jahr zwischen 23.000 und 24.000 Neubürger in Augsburg an, rund 21.000 Augsburger ziehen gleichzeitig von hier weg. Auch für die Zukunft gehen die Statistiker davon aus, dass im Saldo mehr Menschen her- als wegziehen. Das Wachstum soll pro Jahr bei etwa 2000 Personen liegen. Die Stadt geht bei ihren Berechnungen von sogenannter „wohnberechtigter Bevölkerung“ aus. Dabei werden z. B. auch Studenten, die hier nur mit Zweitwohnsitz gemeldet sind, erfasst.

Bevölkerungsstruktur: Der Anteil der betagten Bürger wird in den kommenden Jahren etwas nach oben gehen. Die Gruppe der über 79-Jährigen hatte vergangenes Jahr einen Anteil an 5,9 Prozent an der Bevölkerung und wird 2038 7,7 Prozent ausmachen. Auch bei den 60- bis 79-Jährigen wird eine leichte Steigerung vorhergesagt.

Von den Zuzüglern hatten in den vergangenen Jahren ein großer Teil einen ausländischen Pass. Hauptsächlich handelt es sich um EU-Bürger aus Osteuropa (z. B. Rumänen), die im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit einen Job in Augsburg fanden. Der Anteil der Augsburger mit ausländischem Pass stieg von 2008 auf 2018 um 24.000 Personen. Im vergangenen Jahr hatten 22,5 Prozent der Bevölkerung keine deutsche Staatsbürgerschaft. Die Stadt geht davon aus, dass der Zuzug aus dem Ausland in der Zukunft weniger stark sein wird. 2038, so die Prognose, soll der Anteil der Ausländer bei 25 Prozent liegen. In der am Freitag veröffentlichten Prognose ist der Indikator „Migrationshintergrund“ (ausländische Wurzeln unabhängig von der Staatsangehörigkeit) nicht enthalten. 2018 lag der Anteil an Augsburgern mit Migrationshintergrund bei 46 Prozent.

Bedingung: Mehr Wohnungen in Augsburg

Wohnungen: Bei der Modellierung der Prognose ist die Stadt davon ausgegangen, dass in den Jahren bis 2038 neue Wohnungen für etwa 36.000 Menschen entstehen. Die Statistiker betonen, dass das Tempo beim Bau eng mit dem Tempo des Bevölkerungswachstums verbunden ist – ohne neue Wohnungen also keine neuen Bürger, so die vereinfachte Aussage. Grundlage für die prognostizierte Wohnungszahl sind in Entwicklung befindliche oder künftige Baugebiete. Das neue Viertel Haunstetten Südwest wird etwa mit 10.500 Bewohnern in der Prognose eingerechnet – ob das neue Viertel bis 2038 komplett hochgezogen sein wird, ist aber offen.

Stadtteile: Eng mit dem Thema Neubau von Wohnungen verknüpft ist die Frage, welche Stadtteile wachsen werden – das war schon in der jüngeren Vergangenheit so (z. B. Pfersee und Kriegshaber mit den ehemaligen Kasernenflächen oder das Textilviertel). In den nächsten 19 Jahren wird der Zuwachs in Göggingen-Ost (südl. Friedrich-Ebert-Straße), Oberhausen (Cema- und Zeuna-Areal), Kriegshaber (Reese-Areal), Textilviertel, Stadtjägerviertel (Areal Holzbachstraße), Antonsviertel (Servatiusstift) und Hammerschmiede (die Erweiterung an der Hans-Böckler-Straße) erwartet.

Lesen Sie auch den Kommentar: Wachstum ist kein Wert an sich

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