Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

Kastastrophenschutzübung: Was passiert in Augsburg bei einem Supergau?

Kastastrophenschutzübung

Was passiert in Augsburg bei einem Supergau?

  • |
  • |
  • |
    Katastrophenschutzübung in Augsburg für den kerntechnischen Unfall.
    Katastrophenschutzübung in Augsburg für den kerntechnischen Unfall. Foto: Ruth Plössel

    Es ist ein Szenario, das sich niemand vorstellen möchte und das dennoch Realität werden könnte. „Wenn es in Gundremmingen zu einem Reaktorunfall kommt, muss in Augsburg eine Notfallstation eingerichtet werden“, sagt Reinhard Wamser vom Amt für Katastrophenschutz.

    Im Ernstfall gäbe es zwei Notfallstationen in Augsburg

    Um für diesen Fall gewappnet zu sein, wird in regelmäßigen Abständen eine Katastrophenschutzübung durchgeführt. „Wir wollen damit die Abläufe optimieren und den Rettungskräften die nötige Sicherheit geben, die sie im Ernstfall brauchen“, so Wamser.

    Der Ernstfall: Das bedeutet für die speziell ausgebildeten und ausgestatteten Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren Haunstetten, Kriegshaber und Aichach sowie für den Malteser Hilfsdienst die Einrichtung zweier Notfallstationen. „Eine erste im Messezentrum und eine weitere im Schulzentrum der Fach- und Berufsoberschule“, erklärt Wamser. Diese beiden Stationen bildeten bei einem kerntechnischen Unfall die ersten Anlaufstellen für alle Personen aus den Evakuierungssektoren, also aus einem Umkreis von bis zu 25 Kilometern um das Kernkraftwerk.

    Was tun bei einer Kontaminierung?

    „Die Menschen können sich hier untersuchen, also die radioaktive Strahlung messen lassen“, berichtet Frank Habermaier von der Berufsfeuerwehr Augsburg. Wird eine Kontaminierung – die Verunreinigung von Personen mit radioaktivem Material – tatsächlich festgestellt, bestünde die Möglichkeit, sich unter professioneller Anleitung dekontaminieren zu lassen. „Was bedeutet, dass sie sich in der Schule duschen und ihre verunreinigte Kleidung austauschen können“, so Habermaier.

    Und doch sei die Notfallstation in Augsburg mehr als nur eine Möglichkeit zur Dekontaminierung: „Alle Personen, die zu uns kommen, werden registriert und Evakuierungsorten oder Krankenhäusern zugewiesen“, so Wamser. Eine Maßnahme, die bei einer Katastrophe wie der eines Reaktorunfalls nicht nur zur medizinischen Versorgung, sondern vor allem zur Beruhigung der Bevölkerung dienen soll: „Es ist wichtig, dass man eine Anlaufstelle weiß, an die man sich notfalls wenden kann.“

    Der Ernstfall ist auch für die Rettungskräfte nicht vorstellbar

    Was im Ernstfall jedoch tatsächlich passieren wird, ist auch für die Rettungskräfte nicht vorstellbar. Sanitäter Udo Lang sitzt am Tag der Katastrophenschutzübung zumindest noch sehr gelassen an der ihm zugewiesenen Station. „Man simuliert zwar den Ernstfall, für mich fühlt es sich trotzdem eher wie eine Übung an“, so Lang. Ob er auch im Ernstfall noch so ruhig sein werde, mag der Malteser eher zu bezweifeln: „Man weiß zwar ungefähr was auf einen zukommen wird, aber sich so richtig darauf vorbereiten, das kann man einfach nicht.“

    Auch Frank Habermaier ist dieser Umstand bewusst: „Wir führen solche Katastrophenschutzübungen deshalb hauptsächlich durch, um Arbeits- und Kommunikationsabläufe zu prüfen und zu verbessern.“ Für Rettungskräfte wie Udo Lang bleibt die Übung mit den 50 Darstellern an diesem Tag deshalb hauptsächlich eines: „Eine notwendige Vorbereitung für den Ernstfall.“

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden