Wer warten muss, steht nicht gerne im Regen. Was für Fahrgäste eigentlich schon immer klar ist, scheint langsam auch Politikern zu dämmern. Spätestens seit dem Vorstoß des bayerischen Verkehrsministers Hans Reichhart (CSU) sind die neuen kurzen Regendächer an Bahnhöfen ein Politikum geworden. Aber wer hat die Misere zu verantworten?
Der Bund muss umsteuern
Die Deutsche Bahn kann am allerwenigsten für geplante Verschlechterungen des Wetterschutzes auch am Augsburger Hauptbahnhof. Sie ist ein bundeseigenes Unternehmen und muss die Vorgaben für Investitionen einhalten, die vom Bund gemacht werden. Zuständig ist damit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (ebenfalls CSU). Er vertritt die Interessen des Bundes bei der Bahn.
Allerdings reichen die Investitionsprobleme für die Schiene schon viel weiter zurück in die Zeiten der rot-grünen Koalition unter Bundeskanzler Gerhard Schröder. Bis heute ist nicht wirklich klar, was die wichtigste Aufgabe der Deutschen Bahn sein sollte: Gewinne erwirtschaften oder dem Allgemeinwohl dienen? Es wäre an der Zeit, dass der Bundestag die Weichen grundlegend neu stellt – für die nötigen Investitionen in mehr umweltschonenden, fahrgastfreundlichen und bezahlbaren Verkehr auf der Schiene.
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