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Plärrer: Voller Pracht in Tracht

Plärrer

Voller Pracht in Tracht

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    Wer in einem Trachtenverein ist, hat’s am „Tag der Tracht“ auf dem Plärrer natürlich leicht: Er muss nicht lange vor dem Kleiderschrank stehen und nachdenken, was er anziehen soll.
    Wer in einem Trachtenverein ist, hat’s am „Tag der Tracht“ auf dem Plärrer natürlich leicht: Er muss nicht lange vor dem Kleiderschrank stehen und nachdenken, was er anziehen soll. Foto: Fotos: Annette Zoepf

    Vor dem Binswanger-Zelt wird es für einen Moment richtig bayerisch: Der Defiliermarsch donnert aus den Riesenboxen des Fahrgeschäfts „Top Spin“ und übertönt alles andere auf dem Plärrergelände. Der Geruch nach Steckerlfisch liegt in der Luft, vermischt sich mit dem Duft nach Zuckerwatte und Sauerkraut. Eine Bedienung wuchtet acht Maß Bier auf einen Tisch und eine Gruppe Goaßlschnalzer macht sich auf den Weg ins Zeltinnere. Eine Szene auf einem traditionellen bayerischen Volksfest.

    Obwohl „Tag der Tracht“ oder bayerischer Abend auf dem Plärrer ist, wird der Defiliermarsch im nächsten Moment abrupt von schriller und dröhnender Partymusik abgelöst. Und auch vom Dirndl-und Lederhosen-Fieber lässt sich nicht jeder anstecken.

    Die 14-jährige Becki ist in ihren normalen Alltagsklamotten zum Volksfest gekommen. „Ich würde nur auf die Wies’n ein Dirndl anziehen“, sagt sie, „denn auf dem Oktoberfest wird man komisch angeschaut, wenn man keine Tracht trägt.“ In Augsburg sei das genau umgekehrt: Wer in Dirndl oder Lederhosen zum Plärrer kommt, ziehe argwöhnische Blicke auf sich.

    Jürgen Wildgrube ist da ganz anderer Meinung. „Ich schau hier auf dem Plärrer viel eher einem Mädel im Dirndl hinterher“, sagt er. Zur hellbraunen Lederhose trägt er den passenden Janker und auch seine Frau Ilona hat für den Volksfestbesuch ein klassisches Dirndl aus dem Schrank geholt. „Ich mag das Traditionelle an Dirndln und Trachtenmode“, sagt sie. „Nur diese Modedirndl, die man heute überall kaufen kann, gefallen mir nicht.“ Ganz durchgezogen hat sie den Trachtenstil aber nicht: Zu ihrem Dirndl trägt sie Ballerinas mit Tigermuster.

    Vor dem Riesenrad bauen sich mittlerweile die Aretsrieder Musikanten auf. Alphörner werden in Position gebracht, dann geht es los: Vor einem imposanten Sonnenuntergang nehmen die Musikanten die Plärrerbesucher für ein paar Minuten mit auf einen Berggipfel. Nur das glitzernde und blinkende und sich immerzu drehende Riesenrad erinnert daran, dass man eigentlich die ganze Zeit mitten in Augsburg und mitten auf einem Volksfest geblieben ist.

    Auf der anderen Seite, in der Nähe der Geisterbahn, stehen Moni (23) und Franzi (25) und lassen sich eine Wurstsemmel schmecken. Für den „Tag der Tracht“ haben sich beide fesch gemacht: Franzi trägt ein kariertes Dirndl in Pink, Moni das gleiche in Lila. „Ich find’s toll, denn es betont die Vorzüge“, sagt Franzi und lacht. Dann beißt sie in ihre Wurstsemmel. „Außerdem kann man jede Menge essen und trinken und das Dirndl passt trotzdem noch.“

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    Eine Bildergalerie finden Sie unter

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