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07.03.2018

Premium Aerotec: Schlag ins Gesicht für Leiharbeiter

Bei Premium Aerotec fallen rund 500 Stellen weg.
Bild: Fred Schöllhorn (Archiv)

Bei Premium Aerotec sollen Hunderte Stellen wegfallen. Viele der betroffenen Leiharbeiter sind schon lange für das Unternehmen tätig.

Wie dramatisch fällt der Stellenabbau im Augsburger Werk von Premium Aerotec aus? Wie sehen die Perspektiven des Unternehmens aus? Der Airbus-Konzern lässt sich derzeit noch nicht genau in die Karten schauen. Damit leben die Beschäftigten in Augsburg vorerst weiter mit einer unsicheren Lage.

Der Einfluss vor Ort scheint ohnehin gering. Die strategischen Entscheidungen werden andernorts getroffen. Das macht die Situation jedenfalls nicht besser. Die ersten, die der Stellenabbau trifft, sind die Leiharbeiter. Wobei diese Bezeichnung durchaus trügerisch ist, denn nicht wenige der 300 Betroffenen, um die es in diesem Jahr geht, sind seit vielen Jahren für das Luftfahrtunternehmen am Standort Augsburg tätig. Für sie ist das Aus ihrer Jobs ein Schlag ins Gesicht.

Ob sie nun auf dem Arbeitsmarkt umgehend eine neue Stelle finden, ist ungewiss. Zumindest ist es derzeit so, dass qualifizierte Fachkräfte gute Chancen haben. Ob diese Stellen nun aber auch weiterhin in Augsburg zu finden sein werden, steht auf einem anderen Blatt.

Situation bei Premium Aerotec anders als bei Ledvance

So wie die Aussagen des Airbus-Konzerns derzeit zu verstehen sind, muss man sich um den Erhalt des Standorts Augsburg keine Sorgen machen. Das ist deshalb eine wichtige Botschaft, weil die jüngsten Diskussionen um die Zukunft des Ledvance-Werks in eine ganz andere Richtung gehen. Hier könnten in den nächsten Monaten insgesamt 800 Stellen ersatzlos verloren gehen. Das ist nach wie vor die betrüblichste Nachricht aus der Wirtschaftsregion Augsburg in diesen Tagen.

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08.03.2018

»Wobei diese Bezeichnung durchaus trügerisch ist, denn nicht wenige der 300 Betroffenen, um die es in diesem Jahr geht, sind seit vielen Jahren für das Luftfahrtunternehmen am Standort Augsburg tätig. Für sie ist das Aus ihrer Jobs ein Schlag ins Gesicht.«

Mal ernsthaft: Das heißt doch eigentlich, dass diese Mitarbeiter finanziell schon seit Jahren als Fußabstreifer benutzt wurden. Wenn man dann noch weiß, das in dem Laden kaum einer ein Chance hatte, zur Stammbelegschaft zuzustoßen, auch nicht als direkter Bewerber, dann merkt man, dass da schon sehr lange arbeitsrechtlich die Sau raus gelassen wird. Genau das ist es, was man meint, wenn man sagt, das Prinzip der Leihfirmen wird missbraucht um jegliche Verantwortung für seine Mitarbeiter los zu werden. Bloß nicht anstellen, dann kann man sie jederzeit wieder los werden.

Die Kündigungen sind gerade für die Leiharbeiter aber noch eher verkraftbar, als für andere: Sie haben wenigstens eine etwas höhere Chance, durch die Leihfirma woanders unter zu kommen. Alles in allem wirkt das aber so, als wenn mal wieder die Zitrone »Mitarbeiter« ausgepresst wurde, bis zum geht-nicht-mehr. Aber ich wette, die Aktionäre von Airbus, dem Alleineigentümer gehen dieses Jahr trotzdem nicht leer aus...

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