Günther Wolff hat Schreiner gelernt, später hat er eine Ausbildung zum Zimmermeister draufgesattelt. Und trotzdem besucht der Stauden-Schreiner aus Schwabmünchen – so nennt sich die Firma des 52-Jährigen – jährlich gleich mehrere Schulungen und Fortbildungen. „Die Qualifizierung von damals reicht nicht aus, um heutigen Anforderungen gerecht zu werden“, sagt Wolff.
Der Schreiner und Zimmermeister ist kein Einzelfall. „Die Nachfrage wird größer“, berichtet Rainer Hüls, Abteilungsleiter im Bildungsbereich der Handwerkskammer (HWK). Immer mehr Fachkräfte absolvierten Kurse und Qualifizierungsmaßnahmen, um in der boomenden Energiebranche zu bestehen. Kein Wunder also, dass das Thema Weiterbildung auch bei der Energiefachmesse Renexpo einen hohen Stellenwert hat.
Auskunft für den Fachmann von heute
Gleich mehrere Bildungsträger stehen in Halle 3 bereit. Sie geben Auskunft, was ein Fachmann von heute wissen muss. Und sie informieren über freie Jobs. Für viele Unternehmen eine wichtige Kontaktbörse. „Etliche Firmen können schon heute Aufträge nicht annehmen, weil sie kein Personal haben oder ihnen die entsprechende Qualifikation fehlt“, berichtet Egon Beckord, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Umwelt (Kumas) in Augsburg.
Auch Günther Wolff, der selbst mit einem Stand auf der Messe vertreten ist, kennt das Problem. Zehn Mitarbeiter hat er. „Aber die muss man sich selbst ausbilden.“ Deswegen arbeitet er eng mit der Wissenschaft zusammen. Zwei Mitarbeiter verbinden die Arbeit beim Stauden-Schreiner mit einem Umwelttechnik-Studium an der Hochschule in Augsburg.
Doch es muss nicht gleich ein Studium sein. Ebenso wichtig sei die Weiterbildung – gerade für Handwerker. „Das sind heute Hightech-Unternehmen“, sagt Kumas-Chef Beckord. Die HWK hat ihr Bildungsangebot darauf eingestellt. Die Teilnehmer interessierten sich vor allem für spezifische Themen: von Solartechnik bis zum Passivhaus. „Die Arbeit wird einfach vielfältiger“, sagt HWK-Ausbildungs-chef Hüls. Monika Schmich