Dass sich das Möbelhaus am Dienstagabend in eine Konzerthalle verwandelte, sah man schon vom Parkplatz aus. Bereits um 18.30 Uhr standen die ersten Fans vor dem Eingang von XXXLutz und warteten auf Einlass.
Kein Wunder, gehört der Stargast doch zurzeit zu den beliebtesten deutschsprachigen Sängern überhaupt: „Der Graf“ ist die Stimme der Gruppe „Unheilig“, die im vergangenen Jahr mit dem Hit „Geboren, um zu leben“ die Charts stürmte. Nach Augsburg kam der Musiker nicht im Rahmen einer regulären Tour, sondern auf Einladung des Möbelhauses, das auch Alfons Schuhbeck für den Abend gewinnen konnte. Das Duo gastierte unter dem Motto „Nacht der Herzenswünsche“. Der Erlös der Veranstaltung – insgesamt 20000 Euro – ging an den Verein „Herzenswünsche“, der sich auch in Augsburg um schwer kranke Kinder kümmert. Unter anderem motivieren die Vereinsmitglieder ihre Schützlinge, in dem man ihnen nach der Zeit im Krankenhaus einen Helikopterflug oder ein Treffen mit einem Star ermöglicht.
Wie sehr ihm diese Kinder am Herzen liegen, bewies „der Graf“ vor Beginn des Konzerts. Die 20 kleinen Ehrengäste des Vereins Herzenswünsche, um die sich der Abend drehte, begrüßte er alle mit Handschlag und ließ sich mit ihnen fotografieren. Nachdem er später auf die in der Eingangshalle aufgebaute Bühne stieg und für die 800 Besucher zu singen begann, wurde klar: Mit seinem Auftritt begeisterte er wohl auch seine großen Fans. Seine stimmungsvollen Balladen, einzig begleitet von einem Pianisten, ließen die Gäste vergessen, dass sie dem Sänger gerade in einem Möbelhaus lauschen. Gebannt verfolgten sie den Musiker, wie er eingerahmt von Kerzen und in blauem Licht Lied für Lied anstimmte. Auch von den oberen Stockwerken aus sahen ihm seine Anhänger zu. „Wunderschön, wie ihm Theater“, sagte der Sänger mit einem Lächeln. Über eine halbe Stunde dauerte das kleine Konzert, die Fans dankten ihm mit lautem Applaus.
Kalbsfleischpflanzerl zwischen Einbauküchen
Gegen 21.30 Uhr machte „der Graf“ Platz für den kulinarischen Teil des Abends: Alfons Schuhbeck betrat die Bühne und kündigte an, im dritten Stock habe man „etwas vorbereitet“. Wer oben ankam, merkte, dass der TV-Koch untertrieben hatte. Im gesamte Stockwerk hatten seine Mitarbeiter mehrere Ausgabestellen eingerichtet, an denen sie frische Gerichte servierten. Zwischen Einbauküchen gab es bayerische Ente, Kürbissuppe oder Kalbsfleischpflanzerl.
Die Gäste nutzen alle Ausstellungsstücke um sich ihr Menü schmecken zu lassen: Die einen lehnten am Tresen, die anderen setzten sich an einen Tisch. Wer aber unbedingt aus der Hand des Starkochs sein Essen erhalten wollte, musste sich auf die Suche begeben. Denn Schuhbeck pendelte ständig zwischen den Kochnischen.