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Sprit: Das Katz-und-Maus-Spiel an der Zapfsäule

Sprit

Das Katz-und-Maus-Spiel an der Zapfsäule

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    Das Katz-und-Maus-Spiel an der Zapfsäule. Bild: dpa
    Das Katz-und-Maus-Spiel an der Zapfsäule. Bild: dpa

    113,33 Euro – so viel musste Günter Meier gestern für eine Tankfüllung in Augsburg bezahlen. 70 Liter Sprit liefen durch die Zapfsäule, bis sein BMW wieder voll war. Wie viele Autofahrer ist er frustriert über die hohen Preise. Und er wundert sich immer mehr über die Preispolitik der Mineralölkonzerne. Autofahrerin Johanna Bernpointner findet, „da müsste der Staat eingreifen“.

    Mal abgesehen von Frustgefühlen. Nicht nur in Augsburg wird es immer schwieriger, die günstigste Tankstelle zu finden. „Unter der Woche ändern sich die Preise bei uns zwei- bis dreimal am Tag, nur sonntags sind sie relativ stabil“, sagt Yücel Abacioglu, Pächter der Jet-Tankstelle am Kobelweg. Früher konnten Autofahrer noch eher darauf zählen, dass manche Marken ihr Benzin günstiger anbieten als andere. Doch auch das ist vorbei. Realität ist vielmehr, dass selbst Tankstellen einer Marke in Augsburg unterschiedliche Preise verlangen. Das zeigt ein Blick ins Internet bei clever-tanken.de.

    Danach kostete gestern Morgen gegen 6.30 Uhr beispielsweise an der Jet-Tankstelle am Kobelweg ein Liter E10 noch 1,559 Euro. Die Station derselben Marke an der Peter-Dörfler-Straße war etwas teurer. Dort zahlte man kurz nach 10 Uhr 1,619 Euro für den Sprit. Ein paar Stunden später war alles wieder anders. Gegen Mittag verlangte Jet an der Dörfler-Straße drei Cent weniger als am Kobelweg. Auch andere Marken treiben dieses Katz-und- Maus-Spiel mit der Kundschaft. Viele Autofahrer können nicht nachvollziehen, wie solche Schwankungen zustande kommen. Wenn man an der Tankstelle fragt, lautet der Standardspruch: „Wir können nichts machen. Die Preise werden von der Zentrale vorgegeben.“

    Ganz so stimmt das allerdings nicht. Das zeigt eine AZ-Anfrage bei der Jet-Zentrale im Hamburg. „Der Preis richtet sich stark nach dem lokalen Markt“, sagt dort ein Pressesprecher. Im Prinzip funktioniert das auch in Augsburg nach dem folgenden Muster: Jeder Tankstellenpächter beobachtet die Preise der Konkurrenz in seiner Nähe. Wenn diese sich ändern, gibt er das an die Zentrale in Hamburg weiter. Dort wird dann der Preis für diese einzelne Tankstelle neu festgelegt.

    ADAC: Zu wenige Autofahrer tanken preisbewusst

    Autofahrer sprechen inzwischen von Abzocke. Beim ADAC in München sieht man die ständigen Preisänderungen jedoch ganz nüchtern als Folge des Marktgeschehens. „Das ist ein Spiel von Angebot und Nachfrage“, sagt Sprecher Maximilian Maurer. Nach seiner Einschätzung ist aktuell zwar die politische Lage im Nahen Osten, vor allem in Libyen, der Grund für hohe Benzinpreise. Generell bedauert man beim ADAC aber, dass zu wenige Autofahrer preisbewusst tanken. Maurer ist überzeugt: „Wenn das alle konsequent machen würden, würden die Tankstellen auf dem teureren Sprit sitzen bleiben.“

    Laut Maurer unterscheidet sich der Spritpreis in Deutschland von Stadt zu Stadt, je nachdem, wie preisbewusst getankt wird. Augsburg lag Mitte Februar im Vergleich von 20 Städten bei Superbenzin an viertletzter Stelle. Das heißt, der Kraftstoff war relativ teuer. Dabei sind viele Augsburger durchaus sparsam. Eugen Müller etwa verzichtet wegen der Spritpreise auf Spitztouren am Wochenende. „Ich fahre nur noch das Notwendigste.“ "Kommentar und Seite 37

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