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Verkehr

26.02.2020

Trasse gesucht: SPD fordert Umplanung der Linie 5

Die Kreuzung Rosenau-/Pferseer Straße (hier mit einer Tram der Linie 3 auf der Pferseer Straße): Geht es nach der SPD, fährt die geplante Linie 5 geradeaus durch die Rosenaustraße, statt in die Pferseer Straße abzubiegen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Die Trasse der Straßenbahnlinie 5 in Augsburg ist schon lange ein Zankapfel. Nun spricht sich die SPD für eine Umplanung aus - und macht Druck beim 365-Euro-Ticket.

Wie soll die neue Straßenbahnlinie 5 eines Tages vom Hauptbahnhof zum Klinikum fahren? Es gab schon zahlreiche Ideen und auch Beschlüsse. Aktuell gibt es eine so genannte Vorzugsvariante. Doch der Oberbürgermeister-Kandidat der SPD, Dirk Wurm, will nun eine andere Trasse noch einmal ins Rennen bringen.

Die SPD favorisiert bei der geplanten Straßenbahnlinie 5 vom Hauptbahnhof zur Uniklinik eine Trassenführung durch die nördliche Rosenaustraße. Die bisherige Vorzugsvariante der Stadtwerke durch Pferseer Straße bzw. Hörbrotstraße und dann durch die Holzbachstraße sei in mehrfacher Hinsicht problematisch, so SPD-OB-Kandidat Dirk Wurm. „Der schnellstmögliche Weg zwischen zwei Punkten ist eine gerade Linie und kein Weg mit mehreren scharfen Kurven“, begründet Wurm die Vorteile der Rosenaustraße. Zudem werde man sich vermutlich eine Klage von Anwohnern aus dem Thelottviertel sparen, wenn man in der Rosenaustraße baue, so SPD-Fraktionsvorsitzender Florian Freund.

Die Überlegungen für die Trassierung der Straßenbahnlinie 5 westlich des im Bau befindlichen Bahnhofstunnels laufen bereits seit Jahren. Aktuell ist die „geflügelte Lösung“, bei der Straßenbahnen zwischen Bahnhofstunnel und der Holzbachstraße je nach Richtung durch die Rosenau-/Pferseer Straße bzw. durch die Hörbrotstraße fahren, die bevorzugte Variante. Allerdings ist der Prüfungsprozess bei den Stadtwerken noch nicht abgeschlossen. Vor der Kommunalwahl ist auch nicht mehr mit Ergebnissen zu rechnen.

Über die Linie 5 wird seit Jahren diskutiert

In jedem Fall, so Wurm, sei eine schnelle Entscheidung nötig. Wenn der Stadtrat bis zum Sommer keine Entscheidung gefällt habe, mit welcher Trasse er ins Genehmigungsverfahren gehen will, wackle der westliche Gleisanschluss des bis August 2023 fertigzustellenden Bahnhofstunnels. Davon wäre neben der künftigen Linie 5 auch die bestehende Linie 3 betroffen. Sie würde weiterhin durch die Pferseer Unterführung fahren.

Die Trasse der Linie 5 ist schon lange umstritten.
Bild: Silvio Wyszengrad


Als Argument gegen die nördliche Rosenaustraße galt bisher immer, dass der Platz wegen der Kastanienallee beengt ist und Stellplätze wegfallen müssten. Auch ein Abwasserkanal im Untergrund müsste wohl erneuert werden, wenn oben gebaut wird.

Wurm hält dem entgegen, dass der Kanal inzwischen rund 100 Jahre alt ist. „Irgendwann wird man ohnehin was machen müssen.“ Zudem hätten sich die Förderbedingungen inzwischen geändert. Damit der Bau einer Straßenbahn bezuschusst wird, dürfen auch längere Abschnitte der Gleise auf der Auto-Fahrbahn ohne eigene Trasse liegen. Auch das Argument, dass die Kreuzung zwischen Rosenau- und Pferseer Straße bei Führung einer Straßenbahn überlastet werden könnte, sieht die SPD nicht als K.-o.-Kriterium. Der Kö-Umbau habe ja gezeigt, dass man bei guter Verkehrsplanung Lösungen finden könne, wenn man es nur wolle. Ob die Linie 5 in beiden Richtungen in der nördlichen Rosenaustraße laufen soll oder eine Einrichtungslösung mit Rosenau- und Holzbachstraße besser sei, müsse die genaue Prüfung ergeben.

SPD will 365-Euro-Ticket für Augsburg

Druck macht die SPD auch beim 365-Euro-Ticket für alle. Es solle bis 2023 angeboten werden, zeitgleich zur Eröffnung des Bahnhofstunnels. „Parallel zum Ausbau der Infrastruktur müssen wir an der Bezahlbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs arbeiten, damit die Leute umsteigen können“, so Wurm. Die zum Jahreswechsel eingeführte City-Zone sei nur Augenwischerei, um über die Defizite der Tarifreform hinwegzutäuschen, so Wurm. Er sehe nicht, wie dadurch Parksuchverkehr in der Innenstadt vermieden werden könne.


Die Mindereinnahmen durch ein 365-Euro-Ticket ohne Zeitbeschränkung (aktuell gilt 9 Uhr) lägen bei etwa zwölf Millionen Euro jährlich im AVV-Gebiet. SPD-Abgeordneter Harald Güller sagte, dass der Freistaat analog zum 365-Euro-Abo für Azubis zwei Drittel übernehmen müsse. Parallel müsse der Fahrzeugpark ausgebaut werden.

SDP: Tarifreform soll geprüft werden

Fraktionschef Freund fordert, die Tarifreform generell zu überdenken. Dass man jetzt erst einmal zwei Millionen Euro aus Sondermitteln des Freistaats zur Förderung innovativer Maßnahmen dazu benutze, die nächste turnusgemäße Tariferhöhung auf Sommer 2020 hinauszuschieben, sei falsch. „Das ist schlechterdings dem Wahlkampf geschuldet.“ Mit der anstehenden Evaluierung der Tarifreform habe das kaum etwas zu tun. Im Übrigen müsse man auch noch einmal die bisherigen Ziele der Tarifreform auf den Prüfstand stellen. „Wenn das Ziel gilt, möglichst viele Leute in Abos zu pressen, indem man die Einzelfahrkarten teurer macht, dann hat man das Ziel erreicht. Allerdings kann das wohl nicht die Maßeinheit für Erfolg sein.“

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26.02.2020

>> Zudem hätten sich die Förderbedingungen inzwischen geändert. Damit der Bau einer Straßenbahn bezuschusst wird, dürfen auch längere Abschnitte der Gleise auf der Auto-Fahrbahn ohne eigene Trasse liegen. <<

Der 250 Mio Tunnel unter dem Hauptbahnhof soll die Tram im Westen in den gemeinsamen Stau mit dem Autoverkehr führen?

Unattraktiver ÖPNV im Stau geht mit dem Bus in der Rosenaustraße aber erheblich billiger...

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26.02.2020

>> „Der schnellstmögliche Weg zwischen zwei Punkten ist eine gerade Linie und kein Weg mit mehreren scharfen Kurven“, begründet Wurm die Vorteile der Rosenaustraße. <<

Das ist grundsätzlich richtig, nur schummelt die SPD bei der Lösung.

Die 5er hätte zwar weniger Kurven, dafür muss man die 3er über eine extrem enge Kurve zwingen.

Die einzige Lösung > 50 Meter Radius (für 3er und 5er!) ist noch immer durch Hörbrotstraße und neue Tram-Wertachbrücke zur Ecke Hessenbachstraße. Damit wäre auch das Durcheinander von Tram, Autoverkehr und Radverkehr an den Kreuzungen Rosenaustraße und Perzheimstraße erledigt. Stattdessen gäbe es klare Kreuzungen Straße und Tram im ca. rechten Winkel, wo mit der Tram auch der Fußgänger und Radverkehr zum Bahnhofstunnel den Autoverkehr sauber kreuzen könnte.

Die Diskussion macht aber auch klar - der 250 Mio Bahnhofstunnel wird für lange Zeit nicht von Straßenbahnen in den Augsburger Westen genutzt werden.

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