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Augsburg

05.12.2016

Verunreinigte Böden: Augsburg leidet besonders unter Altlasten

Am Flößerpark wurden Altlasten gefunden. Verunreinigte Böden sind in Augsburg keine Seltenheit.
Bild: Silvio Wyszengrad

In Augsburg gibt es mehr verunreinigte Böden als in vielen anderen Städten. Am Lech wird jetzt für viel Geld Schutt entsorgt. Und auch eine Deponie bereitet Sorgen.

Die Gefahr schlummert unter der Erde. In Augsburg liegt an vielen Stellen alter Bauschutt vergraben. Solche Altlasten können Boden und Wasser mit Schadstoffen belasten und auch für Menschen gefährlich werden. Vor allem, wenn neu gebaut wird, werden sie zum Problem. Derzeit muss die Stadt für viel Geld alten Schutt am Lech beim Flößerpark in Lechhausen entsorgen. Vor den Toren Augsburgs gibt es eine weitere große Deponie, die jetzt aufwendig untersucht werden muss.

Im Bereich des künftigen Flößerparks am Lechhauser Lechufer fanden sich bei Bodenuntersuchungen unter anderem Schwermetalle. Eine konkrete Gefahr für die Gesundheit von Menschen besteht aus Sicht der Behörden nicht. Dennoch muss das belastete Erdreich teuer entsorgt werden. Die Kosten liegen bei 325.000 Euro. Weitere Stellen mit Altlasten am Lech sind zu erwarten. Das gesamte Ufer zwischen Wolfzahnau und Hochablass steht unter Altlastenverdacht. Als der Fluss vor etwa 160 Jahren in diesem Bereich begradigt wurde, verwendete man wohl auch Bauschutt als Füllmaterial.

Altlasten an der Kreisi-Deponie kosten viel Geld

Rund zehn Kilometer südöstlich des Augsburger Stadtzentrums sorgt ein weiteres Altlastenproblem für hohe Kosten. Es geht um den 5,2 Hektar großen früheren Schuttlagerplatz „Kreisi-Wiffertshausen“.

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Die Städte Augsburg und Friedberg nützten die frühere Sandgrube in den 1950er und 60er Jahren als Mülldeponie. Augsburg lagerte dort vertragsgemäß Bauschutt und Bodenaushub ab, Friedberg lieferte Bauschutt und Hausmüll. Seit fast 30 Jahren ist die Altlastenfläche in einem Kataster des Landesamtes für Umwelt aufgelistet. Aber erst bei Bodenuntersuchungen für den Bau von Photovoltaikanlagen auf dem Gelände wurde das Problem 2013 wieder aktuell. „Bei Probeuntersuchungen wurden Schadstoffe in einer Höhe ermittelt, bei der genauer hingeschaut werden muss“, sagt der Leiter des städtischen Umweltamtes, Hans Peter Koch.

Ob und welche Gefahren von dort gefundenen Stoffen wie Arsen, Leichtmetallen, Alkalisalzen oder Benzol für Boden, Wasser und Mensch ausgehen, lässt sich Koch zufolge noch nicht sagen. Deshalb muss jetzt eine genauere Gefährdungsabschätzung in Auftrag gegeben werden. Die Untersuchung wird voraussichtlich vier Jahre dauern. „Diese Zeit braucht man, um verlässliche Aussagen über mögliche Grundwasserverschmutzungen zu bekommen“, sagt Koch.

Die Kosten allein für die Detailerkundung werden von der Stadt Friedberg auf insgesamt 115.000 Euro geschätzt. Augsburg will sich mit 40.000 Euro beteiligen. Das war aus dem Umweltausschuss zu hören. Weitere Kosten werden wohl anfallen, wenn klar ist, wie mit den Altlasten verfahren werden soll, sagen Experten.

Für Koch ist die „Kreisi-Deponie“ ein typischer Fall. Auch in Augsburg gibt es ähnliche Altdeponien. Mit Hilfe von historischen Luftaufnahmen forschen die Fachleute im Umweltamt derzeit genauer nach. Allein in den vergangenen drei Jahren seien 14 frühere Schuttplätze neu entdeckt worden.

Besonders viele Altlasten in Augsburg

„In Augsburg gibt es nach unseren Erkenntnissen mehr Altlasten als in vielen anderen Städten“, sagt der Umweltamtsleiter. Das hängt mit chemisch belastetem Brandschutt aus dem Zweiten Weltkrieg zusammen. Aber auch auf früheren Militär- und Industriearealen gibt es problematische Hinterlassenschaften. Insgesamt sind rund 800 Altlastenverdachtsflächen in der Stadt bekannt. Viele seien bereits saniert worden, sagt Koch. „Etwa die Hälfte davon sind noch im Verfahren.“

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