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Vor 25 Jahren: Am Tag, als Papst Johannes Paul II. in Augsburg war

Vor 25 Jahren

Am Tag, als Papst Johannes Paul II. in Augsburg war

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    Papst Johannes Paul und Bischof Stimpfle im Bischofspalais in Augsburg.
    Papst Johannes Paul und Bischof Stimpfle im Bischofspalais in Augsburg. Foto: Fred Schöllhorn/Archiv

    So schön hätte es auf der Sportanlage Süd werden können. Ein Blumenmeer aus 3000 roten Gerbera und 1500 weißen Chrysanthemen sollten die fünf Meter hohe Altarinsel säumen. 74 000 Anmeldungen lagen für die Sonntagsmesse mit Papst Johannes Paul II. vor. Doch während bereits tausende Musiker und Ministranten aufmarschierten, fegte am Nachmittag des 3. Mai 1987 ein Unwettersturm mit Schneeregen über das Gelände und ließ völlig durchnässte Gäste zurück. Statt mit dem Helikopter fuhr der Papst mit dem Auto von München nach Augsburg und zelebrierte im überfüllten Dom einen improvisierten Gottesdienst. Derart ungeplant begann vor 25 Jahren der Papstbesuch in Augsburg – der erste seit 205 Jahren. Aus nächster Nähe durften die Gläubigen ohne Platzkarten und Kontrollen den Pontifex erleben, seine Predigt wurde von Applaus begleitet. Über Nacht hatten die Reisemarschälle des Vatikans wieder alles im Griff. Hingegeben lauschten ihm am Morgen hunderte von Klosterfrauen und Mönchen. Im Park des neuen Priesterseminars an der Haunstetter Straße war schon eine Stunde vor Eintreffen des Papstes bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gute Stimmung. Johannes Paul ließ sich nicht hetzen, auf halber Treppe kehrte er um, ging lächelnd auf die jubelnden Jugendlichen zu, schüttelte Hände. Das Gebet in der Seminarkapelle und die Segnung des Priesterseminars verschafften nur kurze geistliche Einkehr.

    Im Papamobil zur Ulrichsbasilika

    Im Papamobil brauste er alsbald zur Ulrichsbasilika. Die Ökumene sollte in der Stadt der Confessio Augustana und des Religionsfriedens zu ihrem Recht kommen. Der Papst sprach eindrucksvolle Worte: „Warum noch getrennte Wege gehen dort, wo wir sie schon jetzt gemeinsam tun können?“ Neben ihm beteten orthodoxe und evangelische Bischöfe. Bewegend sei dies und vor einer Generation noch unvorstellbar, meinte der EKD-Vorsitzende Bischof Martin Kruse. Und doch: „Das ökumenische Feuer darf keine Asche werden“, mahnte er.

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