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Augsburg

21.08.2019

Wie Anna Tabak und Peter Grab die WSA ins Rathaus führen wollen

Anna Tabak ist die Oberbürgermeisterkandidatin der WSA. Stadtrat Peter Grab steht auf Platz eins der Stadtratsliste.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Die Bürgervereinigung "Wir sind Augsburg" hat mit ihrer Stadtratsliste für Aufsehen gesorgt. Die Beziehung des Spitzenduos hat durchaus ungewöhnliche Aspekte.

Es ist auf alle Fälle eine ungewöhnliche personelle Konstellation, mit der die Bürgervereinigung WSA (Wir sind Augsburg) in die Kommunalwahl zieht. Anna Tabak, 32, ist Oberbürgermeisterkandidatin. Peter Grab, 61, ist der Spitzenkandidat auf der Stadtratsliste, Tabak folgt auf Platz 2. Der frühere Kulturreferent ist das bekannteste Gesicht der Gruppierung, die sich Anfang 2015 gegründet hat. Grab hatte kurz zuvor die Bürgervereinigung Pro Augsburg verlassen, für die er als OB-Kandidat zweimal in Kommunalwahlen gezogen war. Bereits zum Zeitpunkt der WSA-Gründung galten Grab und Anna Tabak als eingespieltes Team. Es wurde immer wieder darüber spekuliert, ob die beiden ein Paar seien. Nein, hieß es stets. „Uns verbindet eine tiefe Freundschaft“, drückte es Grab einmal aus. Dies gelte bis heute.

Der gemeinsame Weg führte von Pro Augsburg zur WSA

Altersmäßig könnte Grab, der mittlerweile als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Landtagsabgeordneten Johann Häusler (Freie Wähler) tätig ist, als Vater der 32-Jährigen durchgehen. Die Juristin arbeitet in einem mittelständischen Unternehmen als Leiterin der Abteilung Personal und Recht. Wer auf die politische Vita blickt, erkennt, dass Anna Tabak deutlich früher in die Politik eingestiegen ist. Es war im Jahr 2004, als die damals 17-Jährige in die Junge Union, die CSU-Nachwuchsorganisation, eintrat.

Der Weg des früheren Citymanagers Peter Grab in die Kommunalpolitik folgte erst später. Es war im Jahr 2007, als der damalige Geschäftsführer von Pro Augsburg zum OB-Kandidaten ausgerufen wurde. Die Wahl 2008 verlief für Pro Augsburg und Grab erfolgreich. Die Gruppierung bildete als Koalitionspartner mit der CSU die Stadtregierung, Grab war von 2008 bis 2014 Kulturreferent der Stadt. Zu dieser Zeit war auch Anna Tabak bei Pro Augsburg eingetreten. Sie kümmerte sich als junge Frau um die politische Nachwuchsarbeit.

Die Kommunalwahl 2014 verlief dann aber für Pro Augsburg und ihren OB-Kandidaten Grab enttäuschend. Lediglich drei Stadtratsmandate wurden errungen, Pro Augsburg wurde in die Opposition gedrängt. Es dauerte wenige Monate, bis es zum Bruch zwischen Grab und seinen mehrjährigen politischen Mitstreitern kam.

Grab gründete mit Unterstützung von Anna Tabak und anderen Personen die WSA. Die Interessen der Gruppierung vertritt Grab jetzt als Stadtrat, da er dieses Mandat nach dem Wechsel behalten konnte. Im Verein der WSA stehen er und Anna Tabak an der Spitze. Dass die 32-Jährige nun als OB-Kandidatin antritt, sei in enger Absprache geschehen, sagt sie. Man wolle ein junges Gesicht als Kandidatin präsentieren, sagt Grab: „Darüber hinaus gab es frühzeitig die Entscheidung, eine Frau als OB-Kandidatin ins Rennen zu schicken.“ Er selbst steht als Spitzenkandidat auf der Liste zur Verfügung, weil er die Positionen der WSA bislang im Stadtrat vertrete. Das Führungsduo betont, dass die anderen Vorstandsmitglieder sehr wohl in diese personellen Entscheidungen einbezogen waren.

WSA: Bekannte Namen auf der Stadtratsliste

Vor allem wegen der Hauptakteure Grab und Tabak wurde die WSA bislang in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Dies hat sich seit vergangener Woche zumindest deshalb geändert, weil auf der Stadtratsliste die Namen einiger bekannter Augsburger aufgetaucht sind. Dazu gehören der Boxer Guido Fiedler, der Zauberer Erich Rico Strauss (Magic Rico), der Gast-ronom Oliver Weiße (Rio-Bar) und der „singende Fliesenleger“ Michael Rauscher. Auf der Liste steht aber auch der CSU-Ortsvorsitzende von Inningen, Oliver Heim.

Der Eindruck entstand, die WSA habe einige bekannte Kandidaten akquiriert, um mit ihnen zu punkten. Dem widersprechen Tabak und Grab: „Nahezu alle bekannteren Kandidaten sind schon länger bei der WSA aktiv.“ Einzig bei Michael Rauscher sei dies nicht der Fall. Berührungspunkte gab es jedoch. Als der „singende Fliesenleger“ in der RTL-Show aufgetreten war, gehörte Grab zu maßgeblichen Unterstützern auf Facebook. Diese „zwischenmenschlichen Kontakte“, sagt Grab, seien ein wesentlicher Grund, „warum wir bei der WSA sehr viele unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen abdecken“.

Guido Fiedler

Interessant mag auch sein, wie die WSA ihre Stadtratsliste aufgestellt hat. Die 150 Mitglieder wurden angeschrieben, auf welchem Platz sie womöglich kandidieren möchten. Nicht jeder konnte kandidieren, da ein Drittel der Mitglieder nicht den Wohnsitz in Augsburg hat. Anfangs standen 48 WSA-Mitglieder auf der Liste. Zwölf Bewerber kamen von außen, wobei zwischenzeitlich drei weitere Kandidaten dem Verein beigetreten sind.

WSA braucht Unterstützungsunterschriften

Um bei der Wahl am 15. März anzutreten, muss die WSA zuvor allerdings 470 Unterstützungsunterschriften erbringen. Die Eintragung erfolgt zum Jahreswechsel im Rathaus und in Bürgerbüros. „Wir wissen, dass dies kein Selbstläufer wird“, sagt Grab. Da die 60 Kandidaten, die sich selbst nicht in die Liste eintragen dürfen, einen großen Bekannten- und Freundeskreis haben, müsste die Hürde genommen werden. Als Wahlziel geben Tabak und Grab aus, Fraktionsstatus zu erreichen. Dies hieße vier Stadtratsmandate. Warum nicht, sagt Grab: „Pro Augsburg kam im Jahr 2008 bei der damaligen Premiere auf sechs Sitze.“

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