Im Sommer 2024 hatte Gernot Egretzberger keinen angenehmen Job. Der Geschäftsführer des Bandstahl-Spezialisten Eberle aus Pfersee musste der Belegschaft mitteilen, dass das Unternehmen in ernsten Schwierigkeiten steckt. Ein „Weiter so“ könne es unmöglich geben. Was folgte, waren unangenehme Schritte. Unter anderem fiel die Entscheidung, einen Teil der Produktion nach Polen zu verlagern, und man sattelte auf das bestehende Transformations- ein Restrukturierungsprogramm obendrauf. Jetzt, gut ein Jahr später, zieht Egretzberger bei der Hauptversammlung der Greiffenberger AG, deren 100-prozentige Tochter Eberle ist, ein erstes positives Fazit. Um endgültig in ruhigeres Fahrwasser zu kommen, müssten aber erst noch verschiedene Puzzlestücke ineinandergreifen.
7,1 Millionen Euro Verlust, steigende Schulden und wachsende Kredite, die nur „bis auf Weiteres“ Bestand haben: Die Fakten im Konzernbericht 2024 der Greiffenberger AG lesen sich düster. Ebenso wie die Prognose des Vorstands, dass die „Unternehmensfortführung wesentlichen Unsicherheiten ausgesetzt“ sei. Egretzberger, zugleich Vorstand der Greiffenberger AG und Eberle-Geschäftsführer, redet im Gespräch mit unserer Redaktion nichts schön: „2024 war bitter.“
Augsburg
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