Das neue Festzelt auf der Lechhauser Kirchweih kommt gut an. Auch wenn es am ersten Wochenende im Augsburger Stadtteil an der einen oder anderen Stelle noch geknirscht hat, sind die meisten Besucherinnen und Besucher mit der Arbeit der neuen Festwirte, Elisabeth Terkhov und Philipp Hilckmann vom Hubertushof zufrieden. Vor allem die Küche wird erwähnt. Und sogar die Festzeltbedienungen loben ihre Chefs.
Am Sonntag tropft es im Festzelt auf einmal von der Decke. Woher das Wasser kommt, ist zunächst nicht klar, berichten Gäste. Festwirt Hilckmann hat am Montag die Quelle gefunden und Abhilfe geschaffen. "Es ist Kondenswasser, das sich an den Zeltstangen und der Plane sammelt und dann auf die Tische tropft." Auch am Montag ist es noch nicht ganz trocken und Hilckmann zieht den Boden mit einem Wischer ab. "Ich konnte erst heute eine Heizung bekommen, jetzt sollte das Wasserproblem erledigt sein", hofft er. Mit der Heizung beseitigt er gleich noch einen weiteren Kritikpunkt vom Wochenende: Im Festzelt war es zeitweise ziemlich kalt.
Auch bei den Toiletten gab es einige Beschwerden, weil sich der Bereich davor durch den Regen in Matsch verwandelt hatte. "Ich habe gleich am Sonntag Hackschnitzel am Boden verstreut, damit sollte auch das Problem behoben sein", hofft Hilckmann. Für ihn ist es normal, dass zu Beginn nicht alles perfekt läuft. "Wenn wir ein Problem sehen, kümmern wir uns sofort darum und lernen daraus", sagt der Gastronom.
Die Gäste seien zufrieden - bislang gebe es fast nur positive Rückmeldungen, sagt Hilckmann. Was fehle, seien VIP-Boxen. "Vielleicht schaffen wir das mit einem größeren Zelt im nächsten Jahr", meint der Festwirt. Am Samstag und auch am Sonntag waren die 120 Bierzeltgarnituren jedenfalls die meiste Zeit gut belegt. Insgesamt passen bis zu 1200 Menschen in das Festzelt.
Lechhauser Kirchweih 2023: Bedienung spricht von gelungenem Einstand
Auch Bedienung Nadine spricht von einem sehr gelungenen Einstand. "Was ich prima finde ist, dass die Chefs zuhören, wenn jemand von uns altgedienten Bedienungen einen Vorschlag macht", lobt sie. "Sie machen ihren Job richtig gut."
Beim Mittagstisch am Montagnachmittag ist nicht viel los im Zelt. Der offenbare Renner unter den Gerichten ist der Krustenbraten mit Knödel und Blaukraut, der an einigen Tischen serviert wird. "Die Kruste ist schön knusprig", lobt Waltraud Mayr, die mit ihrem Mann zum Mittagessen aus dem Bärenkeller gekommen ist. Das Ehepaar ist froh, dass es auch in diesem Jahr ein Festzelt gibt. "Sonst wären wir nicht gekommen - wir haben ja keine kleinen Kinder, die Fahrgeschäfte fahren", betont Fritz Mayr. Die Preise seien moderat, lobt er, am Ambiente könne allerdings noch gearbeitet werden.
Thorsten Singh lässt sich die Kässpatzen schmecken. "Sehr lecker, aber nichts Besonderes", findet er. Für ihn gehört noch ein Salat zu dem Gericht. Vielleicht bieten sie das ja im nächsten Jahr an", hofft Singh, der seine Mittagspause im Zelt verbringt. Sein Freund Paul hat sich draußen einen Steckerlfisch geholt, den er im Festzelt verzehrt. "Für mich ist Fisch eine Kindheitserinnerung", verrät er. Ob es ein Festzelt gibt, ist den beiden Männer eigentlich egal, wie sie sagen.
Lechhausen: Marktkaufleute sind in guter Stimmung
Unter den Schaustellern und Marktkaufleuten herrscht am Montag gute Stimmung. "Auch wenn es über Nacht Herbst geworden ist, sind wir vom Besucherandrang am Wochenende positiv überrascht", so Ronald Plötz vom Riesenbosna-Stand. "Man sagt den Augsburgern ja nach, nicht besonders wetterfest zu sein - davon konnten wir aber nichts merken", freut er sich. Vor allem der Sonntag war angesichts des Wetters gut, sagt auch Gabriele Gerstmeier, die auf der Lechhauser Kirchweih ihre Schokofrüchte anbietet. Nicht zu vergleichen mit dem hervorragenden Vorjahr - "aber wir wollen mal nicht meckern", so die Marktkauffrau.