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Augsburg
14.01.2022

Der besondere Blick auf Augsburg: Die Gewinner des Leserfotowettbewerbs

Hier steht der Fotograf mit auf dem Bild. Erich Schmid, Gewinner unseres Leserfotowettbewerbs, lichtet sich auch selbst gerne mit ab.
Foto: Erich Schmid

Ein Jahr lang haben sie die Stadt aus ungewöhnlichen Perspektiven abgelichtet. Das sind die drei Sieger des Leserfotowettbewerbs 2021.

Eine gute Möglichkeit, Augsburg auf eigenen Wegen zu erkunden, war der Leserfotowettbewerb der Lokalredaktion der Augsburger Allgemeinen. In den drei Wettbewerbs-Jahren von 2019 bis 2021 konnten wir 156 Wochensieger aus 6000 Bild-Einsendungen küren. Aus diesen Wochensiegern wurden jedes Jahr durch eine Foto-Jury drei Gesamtsieger gewählt. 2019 waren es sogar vier. Jede Woche die eigene Stadt mit der Kamera motivisch interessant zu gestalten, war eine anspruchsvolle Aufgabe. Dass ein geografisch eingeschränkter Radius die Kreativität beflügeln kann, haben die vielen Bilder, die uns erreichten, eindrucksvoll gezeigt. Bei manchen Fotografinnen und Fotografen führte dies gar zu ganz eigenen Vorgehensweisen.

Letzte Verbeugung.
37 Bilder
Der besondere Blick auf Augsburg
Foto: Peter Biet

Augsburg ist durch seine lange, wechselhafte Geschichte eine Stadt, die sich vielseitig und fotografisch wandelbar darstellen lässt. Daran gibt es keinen Zweifel. Das haben auch all die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezeigt, die hier nicht vorgestellt werden. Sie haben sehr bewusst, mal mit seriellen, manchmal humorvollen oder skurrilen fotografischen Arbeiten, zum Gelingen des Wettbewerbes beigetragen. Die Sieger des Jahres 2021 hat eine Fotografen-Jury, bestehend aus Frauke Wichmann, Stefan Mayr, Silvio Wyszengrad und Bernd Hohlen, ausgewählt. Das sind die Gewinner.

1. Platz:

Erich Schmid hat unseren Leserfotowettbewerb 2021 gewonnen.
Foto: Erich Schmid


Erich Schmid, 65, ist der Gewinner unseres Leserfotowettbewerbes 2021. Der gebürtiger Augsburger arbeitete als Sozialpädagoge bei der Diakonie Augsburg. Seit zwei Jahren ist er im Ruhestand. Im Alter von 60 Jahren begann er Marathon zu laufen. „Um mir das Lauftraining zu versüßen, habe ich meine Kamera mitgenommen“, sagt er. Zunächst waren es Landschaftsaufnahmen, dann kamen Tierfotos dazu. Erich Schmid verzichtet auf historische Fotografen-Vorbilder.

Augsburger Engel: Das Foto wurde durch Drehung des Zoomobjektives während der Belichtung mit einer Sekunde erstellt. Dadurch entsteht diese Strahlenform, bzw. diese Lichteffekte.
Foto: Erich Schmid

Ihn haben Youtube-Tutorials von bekannten Fotografen in dem Metier weitergebracht. „Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, wie meine Bilder prämiert werden könnten. Der Fotowettbewerb hat mir zudem geholfen, mein fotografisches Wissen zu erweitern. Und ich habe meine Heimatstadt besser kennengelernt. Die bekannten historischen Orte waren natürlich schon alle fotografiert, deswegen kam ich auf die Idee, mangels Model, mich selbst szenisch darzustellen.“

Hier fotografierte Erich Schmid einen Haubentaucher.
Foto: Erich Schmid

Erich Schmid freut sich sehr über seinen Jahressieg. Dabei vergisst er nicht seine Mitkonkurrentinnen und Mitkonkurrenten. Ihnen bescheinigt er „sehr viele kreative Ideen“. „Für mich war es unheimlich spannend dabei zu sein. Und jede Woche bis Donnerstag zu warten, wer gewonnen hat. Es ist schön, wenn das Bild, das man gemacht hat, auf Interesse stößt. Besonders, wenn man von Leuten angesprochen wird, "da haben sie aber ein tolles Foto gemacht". "Das motoviert einen natürlich sehr“, sagt er.

2. Platz:

Walter Rummel belegt den zweiten Platz.
Foto: Walter Rummel

Walter Rummel, 64. Er ist als IT-Spezialist in der Welt herumgekommen. Auf seiner Flickr-Seite kann man die Ergebnisse sehen. Der gebürtige Hamburger und Vielreisende hat seit 2019 seinen festen Wohnsitz in Augsburg. „Übrigens eine Großstadt, die für ihre Größe ein super kulturelles Angebot hat. Vor 35 Jahren hat es mit einer Spiegelreflexkamera begonnen, um die Familie zu fotografieren.“ Bald aber weitete sich sein Interesse.

Das Rosenaustadion, fotografiert von Walter Rummel.
Foto: Walter Rummel

„Nachdem ich die Technik verstanden hatte, habe ich mich mit der Bildgestaltung auseinandergesetzt“, sagt er. Sein Bild vom Treppenhaus des DAV, mit dem er in der 40. Woche des Wettbewerbes gewann, ist ein gutes Beispiel für gelungene Bildgestaltung. „Zu meiner Entspannung habe ich fremde Städte, in denen ich beruflich tätig war, mit der Kamera erkundet und fotografiert. Meistens nach Büroschluss in der Dämmerung oder bei Dunkelheit. Das war ein guter Ausgleich zum termingebundenen, stressigen IT-Beruf. Während die Arbeitskollegen zum Essen gegangen sind, bin ich mit der Kamera losgezogen. Früher habe ich gedacht, ich möchte meinen Eindruck, den ich von einem Ort habe, so für mich behalten, ohne Kamera.“

Der Hotelturm ist immer ein beliebtes Fotomotiv. Walter Rummel hat ihn in Schwarz-Weiß abgelichtet.
Foto: Walter Rummel

Das gilt wohl auch für Augsburg. "Je besser man sich mit der Kamera und Bildgestaltung vertraut macht, sich Zeit nimmt, führt die Fotografie doch dazu, dass man Objekte anders und vielschichtiger wahrnimmt“, sagt Rummel.

3. Platz

Rainer W. Schmid, 57, hat als Politikwissenschaftler und Historiker gearbeitet und war beruflich von 1999 bis 2016 in Asien tätig, hauptsächlich in Südostasien. 2020 begann seine Teilnahme an unserem Fotowettbewerb. Es gab natürlich ein fotografisches Leben davor.

Der Siebentischwald, wie Rainer W. Schmid ihn mit seiner Kamera festgehalten hat.
Foto: Rainer W. Schmid

Im eigenen Labor entwickelte er Bilder, bis, Schmid war noch in Asien, das Pfingsthochwasser 1999 in Pfersee sein gesamtes Fotoarchiv und Labor zerstörte. Danach entstand eine fotografische Lücke, weil ihm die Bildqualität der ersten digitalen Kameras nicht gefiel. Seit 2011 ist Schmid mit kleinem, digitalen Equipment wieder unterwegs. Kamera und kleines Stativ. Mehr nicht. Im Gegensatz zu analogen Fotozeiten mit schwerer Ausrüstung, ist ihm die flexible Handhabung der digitalen Kamera gerade recht.

Blick durch ein kaputtes Fenster eines Hauses bei Zeuner Stärker in Oberhausen.
Foto: Rainer W. Schmid

Fotografen, die ihn beeinflusst haben, waren Jean-François Jonvelle, Helmut Newton oder Anselm Adams. Bis auf Adams sind es Fotografen, die Menschen fotografieren, aber Menschen fotografieren ist ein Sujet, das ihm nicht gut liegt, wie er sagt. „Mir gefallen morbide Szenarien. Zerfallene Industriebauten, Gebäude, Durchblicke und das Verlorene. Ich habe durch den Fotowettbewerb die Stadt neu entdeckt. Deswegen bedauere ich es auch, dass er 2022 nicht fortgeführt wird. Wenn man in der Stadt geboren ist, meint man sie zu kennen. Aber meist sind es ja die immer gleichen Wege, die man geht. Und deswegen kennt man die Stadt halt doch nicht."

Die Jury:

Frauke Wichmann, auch bekannt als „frabauke Fotografie“, ist ausgebildete Werbefotografin. Seit 15 Jahren freiberuflich tätig, ist sie „sehr engagiert im Dokumentieren unterschiedlicher kultureller Ereignisse in Augsburg“. Ob Firmenporträts oder Fotos von Privatpersonen - Hauptsache sie sind ehrlich, natürlich und echt, ist ihr Motto. Denn verstellen mag sie weder sich selber, noch die Menschen, die sie ablichtet. Ein aufmerksamer Blick und eine gute Idee findet sie wichtiger als Technik oder die teuerste Ausrüstung. Dafür aber jede Menge Leidenschaft für das Bild.

Stefan Mayr arbeitet als freier Fotograf und Fotokünstler in Augsburg. Seit 2011 betreibt er die „Lighthouse Fotoschule“. Als Fotograf glaubt er an den Charme und die Intensität zeitloser Fotografien und verfolgt den Anspruch, emotional sichtbar zu machen, was für gewöhnlich unsichtbar bleibt. Er realisiert ausdrucksvolle Image- und Bildstrecken für lokale und internationale Firmenkunden und Publikationen, stellt regelmäßig seine künstlerischen Fine Art Fotografien aus. Sein Credo: Wo unsere Sinne erwachen, wird die Sensation entbehrlich. Vom inneren Fokus zum fokussieren.

Silvio Wyszengrad ist seit 1980 Bildredakteur der Augsburger Allgemeinen. Wenn jemand die Stadt Augsburg kennt, dann er. Wie viele Fotos er in dieser Zeit gemacht hat, analog und digital, lässt sich kaum feststellen. Wahrscheinlich sind es Millionen. Seit vielen Jahren sind seine Fotografien „Ansichtssachen“, ungewöhnliche Aufnahmen aus Augsburg, abwechselnd mit denen des AZ-Kollegen Michael Schreiner in der Augsburger Allgemeinen zu sehen. Sein Motto: „Ich erzähle meine Geschichten mit Bildern“.

Bernd Hohlen ist Journalist und Fotograf. 15 Jahre tourte er mit der Literaturveranstaltung „Shuttle-Lesung“ durch Deutschland. Als Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler nimmt er mit Fotoarbeiten an Kunstausstellungen teil und experimentiert an neuen Formaten. Seit 2016 arbeitet er für die Lokalredaktion der AZ als Fotograf und Reporter und betreut diesen Leserfotowettbewerb. Sein Motto: „Jedes Bild erzählt eine Geschichte“.

Unsere Gewinner bedenken wir mit Gutscheinen für Fotozubehör. Mit dieser Auszeichnung beenden wir nach drei Jahren unseren Leserfotowettbewerb.

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