Die Stadt rechnet offenbar in absehbarer Zeit mit mehr Klarheit, was eine Beteiligung des Freistaats Bayern am Bau eines künftigen Römischen Museums in Augsburg betrifft. Bisher existieren nur unverbindliche Zusagen, aktuell laufen Vertragsverhandlungen zu verschiedenen Aspekten eines Neubaus auf dem früheren Gefängnisareal in der Karmelitengasse.
Wie berichtet hat der Freistaat eine Kostenbeteiligung in Höhe von 50 Prozent bei einer Insgesamt-Kostenobergrenze von 60 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Kulturreferent Jürgen Enninger (Grüne) sagte zuletzt im Kulturausschuss des Stadtrats, dass er in der kommenden Sitzung mit einem Grundsatzbeschluss rechne. Der letzte Kulturausschuss der laufenden Regierungsperiode wird Mitte April zusammentreten. Vorgesehen ist eine Fertigstellung des Museums bis 2032.
Finanzieren will die Stadt ihren Anteil, indem sie die Wohnbaugruppe mit dem Bau beauftragt und im Gegenzug das Gebäude dann für 30 Jahre für jährlich rund 1,5 Millionen Euro mietet. Das streckt die Belastung zeitlich, zumal die Stadt mit der Freilichtbühnensanierung eine unerwartete Herausforderung im Kulturbereich zu schultern hat. Hier liegen nach der überraschenden Schließung vor zwei Wochen weder Sanierungskonzept noch Kostenschätzung vor.
Diskussion über die Rolle des Freistaats
Im Ausschuss kam nochmals eine Debatte darüber auf, warum der Freistaat das Museum nicht komplett übernehmen kann wie etwas beim Textilmuseum. Regina Stuber-Schneider (Bürgerliche Mitte) fragte mehrmals in diese Richtung. Enninger sagte, es sei aus Sicht der Stadt nicht infrage gekommen, die römischen Funde aus Augsburg an den Freistaat abzutreten. „Das ist das Fundament der Augsburger Stadtgeschichte.“ Zudem habe man ja schon Personal und Strukturen eines Museums, momentan aber kein dauerhaftes Gebäude. Im Übrigen, erinnerte Verena von Mutius-Bartholy (Grüne), sei es beim Textilmuseum ja mitnichten ein Gratis-Vergnügen für die Stadt gewesen, weil diese die Räume auf dem AKS-Areal bereitstellen musste und der Freistaat dafür dauerhaft den Betrieb übernommen hat. Andreas Jäckel (CSU) warnte davor, die bisherigen Verhandlungsergebnisse aufs Spiel zu setzen. Der Freistaat habe auch nicht unendlich viel Geld und sich mit Übernahme der Staatsbibliothek, dem Staatstheater und der Uniklinik stark finanziell engagiert.
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