Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) will zusammen mit einigen Umlandgemeinden aus dem Südwesten von Augsburg einen Vorstoß beim Bundesverteidigungsministerium machen, was Windräder auf der Ebene bei Inningen und in den Westlichen Wäldern betrifft. Die vorhandenen Potenzialflächen seien nicht nutzbar, weil sie in der Einflugschneise für den Fliegerhorst Lagerlechfeld liegen. Das Problem ist seit mehreren Jahren bekannt. Möglich wären maximal 170 Meter hohe Windräder, moderne Anlagen seien aber 250 Meter hoch. Man wolle nun gemeinsam beim Bundesverteidigungsministerium vorfühlen, ob die Luftkorridore verschiebbar wären. Auf städtischen Forstflächen außerhalb des Stadtgebiets gebe es bereits fünf Windräder. Weitere Potenzialflächen untersuche man und wolle im Herbst Ergebnisse präsentieren.
Stadtrat zur Windkraft: "Wenn das überall so läuft wie hier, wird das nie etwas"
ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger gab zu bedenken, dass der Regionale Planungsverband (dort sind die Stadt und die Landkreise im erweiterten Großraum Augsburg zusammengefasst) im Dezember die Zielvorgabe beschlossen hat, bis Ende 2027 mindestens 1,8 Prozent der Fläche als Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen zu haben. Das würde Kommunen gewisse Steuerungsmöglichkeiten geben. "Wenn das jetzt überall so läuft wie hier, dann wird das nie etwas", so Pettinger. Erben sagte, dass der Naturpark Westliche Wälder auch als Landschaftsschutzgebiet prinzipiell infrage komme.
Das Klimacamp und die Fridays-for-Future-Bewegung erklärten, ein klares Bekenntnis zur Windkraft aus den Fraktionen zu vermissen. Windkraft sei neben Solarenergie, Speichern und einem starken Netz ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende. Ohne Windkraft müsse man Strom im Winter aus anderen Landesteilen herbeischaffen, was Netzkapazitäten nötig mache. Im Winter werde Windkraft ein unverzichtbarer Bestandteil des Strommixes sein. (skro)