Nataliia Khudolei und ihre Tochter Tamara hatten es in den vergangenen Jahren sehr schwer: Im Hirn der jungen Ukrainerin wurde ein Tumor gefunden und nach einer Spendenaktion im Oktober 2021 in der Türkei erstmals operiert. Danach wurde sie in der Ukraine weiter behandelt. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine und der Belagerung Mariupols mussten Mutter und Tochter den Tod von vielen nahestehenden Personen, darunter des Ehemanns und Vaters, verkraften und selbst die Flucht ergreifen. In Deutschland angekommen, wurde die Behandlung an der Universitätsklinik Augsburg fortgeführt. Diese Woche wurde die Achtjährige erneut an ihrem Hirn operiert.
Nataliia Khudolei wacht am Bett ihrer Tochter Tamara. Sie befindet sich auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Würzburg. In dieser Woche wurde sie erneut am Hirn operiert. Ein Teil des Tumors wurde entfernt, berichtet die 32-Jährige. "Die Operation ist laut der Ärzte nach Plan verlaufen. Sie konnten viel Material entfernen", berichtet sie. Allerdings nicht alles, weil das mit zu viel Risiko verbunden wäre. Der Gehirntumor ist ein Mittelliniengliom, das sich an einer problematischen Stelle im Thalamus befindet. Das Mädchen ist derzeit in einem künstlichen Koma. Während der Operation habe sie, wie erwartet, viel Blut verloren und müsste sich nun erholen. Wann sie von den Ärzten wieder ins Bewusstsein zurückgeholt wird, weiß sie nicht. "Ich stehe neben ihrem Bett und warte auf sie. Ich bin mir sicher, dass sie mich hören kann", sagt Nataliia Khudolei.
Hohe Spendenbereitschaft für die kranke Tamara aus der Ukraine
Das Schicksal von Mutter und Tochter, über das wir berichtet hatten, hat unsere Leserinnen und Leser berührt. Nataliia Khudolei, die mit ihrer Tochter in einem kleinen Apartment in Kriegshaber wohnt, hatte Mitte März auf der sozialen Crowdfunding-Plattform "GoFundMe“ einen Spendenaufruf gestartet. Sie setzt ihre Hoffnungen in die amerikanischen Medikamente ONC201 und ONC206, die in Deutschland bisher noch keine Zulassung erhalten haben und deshalb selber bezahlt werden müssen. Rund 850 Euro koste sie das jede Woche. "Eine medizinische Studie hat herausgefunden, dass bei 33 Prozent derjenigen, die die Medikamente nahmen, der Tumor nicht mehr weitergewachsen ist, bei anderen ist er sogar geschrumpft“, sagt sie. Nachdem der Artikel in unserer Zeitung erschienen ist, ist die Spendensumme von rund 13.000 Euro auf fast 28.000 Euro angestiegen. Einige Leser meldeten sich direkt in der Redaktion und boten ihre Hilfe an.
Wer Tamara unterstützen möchte, kann ihr über die Website gofundme.com Geld spenden.