Elf Jahre nach der Fertigstellung des Königsplatz-Haltestellendreiecks unternimmt die Stadt nun einen Anlauf, in der Fuggerstraße mit der Sanierung voranzukommen. Die ehemalige Hauptverkehrsachse durch die Innenstadt wurde im Zuge der Kö-Vergrößerung zur reinen Erschließungsstraße, die geplante Umgestaltung zum Boulevard mit zusätzlichen Baumreihen und neuem Gehwegbelag wurde aber auf Eis gelegt, weil dafür die bestehenden Linden gefällt werden müssten und zudem das Geld fehlt. Nun hat die Stadt eine Alternative entwickelt.
Demnach ist eine deutlich abgespeckte Version im Gespräch. Das alternative Planungskonzept sieht vor, Gehsteige und Fahrbahn so zu sanieren, dass die beiden Lindenreihen möglichst erhalten werden können. Die inzwischen überflüssige zweite Fahrspur Richtung Theater, die seit einigen Jahren als provisorische Abstellfläche für Regionalbusse genutzt wird (bis das geplante Reginalbusterminal am Hauptbahnhof fertig ist), soll durch eine Grünfläche ersetzt werden. Die Idee ist, „Eingriffe in den Bestand zu reduzieren und mit dem Fokus auf das Vorhandene“ zu arbeiten, heißt es in einem Beschlussvorschlag des Baureferats an den Bauausschuss des Stadtrats. Er soll am Mittwoch über das weitere Vorgehen abstimmen.
Musterstrecke soll Diskussionsgrundlage in Augsburg schaffen
Geplant ist, einen Abschnitt zwischen Königsplatz und Holbeinstraße in voller Straßenbreite als Musterabschnitt so herzurichten, wie die Fuggerstraße einmal aussehen könnte. Die Länge steht noch nicht fest. Die Straßenbahngleise in der Mitte werden nicht angegriffen, weil die Tramspuren im Zuge der Kö-Sanierung bereits mit einem neuen Pflaster versehen wurden. Mit der Musterfläche wolle man eine Diskussionsgrundlage für einen gemeinsamen Planungsprozess mit der Bürgerschaft schaffen, so die Stadt. Sie soll für mindestens ein Jahr bestehen bleiben. Die Kosten für die Musterfläche lägen bei 325.000 Euro, wobei die Musterfläche bei einem Umbau auf ganzer Länge wieder beseitigt werden müsste, weil in diesem Fall Leitungsarbeiten anstehen. Das Geld wäre - abgesehen vom Erkenntnisgewinn durch den Beteiligungsprozess - also verloren, zumal es dafür keine Förderung gibt.
Die Stadt verweist wiederum darauf, dass der vollständige Umbau mit verbreiterten Gehwegen und dann insgesamt vier Baumreihen nach aktuellem Stand mindestens 18,2 Millionen Euro kosten würde. Mit der neuen Lösung komme man deutlich günstiger weg, man wolle sie aber anhand der Musterfläche plastisch öffentlich diskutieren. Die Stadt könnte die 325.000 Euro für die Musterstrecke noch in diesem Jahr locker machen. Ein Baustart des Musterabschnitts wäre frühestens im Herbst 2025 möglich, realistischer wäre das Frühjahr 2026. Wann die Fuggerstraße in ganzer Länge umgebaut sein könnte, ist noch offen. Als Zielmarke war in der Vergangenheit die Inbetriebnahme des Staatstheaters nach erfolgter Sanierung genannt worden. Das dürfte 2030 der Fall sein.
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