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Augsburg
12.01.2022

Mehr Rückenleiden in der Corona-Krise: Was Augsburger Experten raten

Rückenschmerzen haben in der Corona-Pandemie zugenommen.
Foto: Klose, dpa (Symbolbild)

Ein Augsburger Orthopäde warnt vor den Folgen des Homeoffice in der Corona-Pandemie. Ein Büroausstatter sagt: Gute Stühle sind jetzt besonders gefragt.

Rückenschmerzen - laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts leiden etwa 60 Prozent der Bevölkerung regelmäßig darunter. Laut dieser Statistik wären in Augsburg knapp 88.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen. Solche Rückenschmerzen werden laut Dr. Frank Haug vom orthopädischen Zentrum des Vincentinums häufig durch eine mangelhafte Arbeitshaltung in Kombination mit unzureichendem Büromobiliar hervorgerufen. Dies mache sich seit Beginn der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Homeoffice-Phase besonders bemerkbar, so Haug. Doch nicht allein Mediziner bekommen die gesundheitlichen Auswirkungen von Pandemie und Heimarbeitsplätzen zu spüren.

Sebastian Merk vom Augsburger Büroausstatter Kutscher und Gehr hat seit Corona wesentlich mehr ergonomische Stühle verkauft. So seien rund zwei Monate nach Beginn der Corona-Pandemie etliche Kunden gekommen und hätten nach solchen Sitzmöglichkeiten für den Arbeitsplatz im Homeoffice gefragt. Viele hätten bislang provisorisch auf einem Küchenstuhl oder Ähnlichem gesessen und litten binnen kurzer Zeit an Rückenschmerzen. Dadurch sinke nicht nur die Arbeitsmoral, auch die Produktivität lasse nach, wie eine Studie der DAK ergab.

In der Corona-Pandemie kaufen in Augsburg viele neue Bürostühle

Auch viele Augsburger Arbeitgeber haben dies erkannt und kaufen in der Zwischenzeit vermehrt hochwertige, ergonomische Büroausstattung für ihre Angestellten. Gerade in der Preisklasse um 400 Euro seien viele Bürostühle verkauft worden, so Sebastian Merk. Hintergrund: Bis zu 435 Euro gibt es von den Krankenkassen für ergonomische Sitzmöbel bezuschusst. Dabei sei es jedoch unerlässlich, so Merk, zuerst den Zuschuss zu beantragen und dann den Stuhl zu kaufen. Wer es anders herum mache, verliere seinen Förderungsanspruch.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, könne sich vom Orthopäden einen teureren Bürostuhl verschreiben lassen. Das "Upgrade" vom einfachen Holzstuhl zum Bürostuhl sei jedoch in jeder Preisklasse deutlich spürbar. Besonders die untere Wirbelsäule könne durch sogenannte Lordosestützen entlastet werden. Ein Ende der Nachfrage ist laut Merk momentan nicht abzusehen. Teilweise müssten Kunden mehrere Wochen auf ihren Wunschstuhl warten.

Augsburger Orthopäde: Gute Stühle und Übungen sind am Arbeitsplatz wichtig

Wenn es nach Dr. Frank Haug ginge, würde es an jedem Arbeitsplatz, ob im Büro oder zu Hause, rückenschonende Stühle geben. "Wenn man auch nur einen Monat bei der Arbeit falsch sitzt, kann es bis zu einem halben Jahr dauern, bis die Haltungsschäden wieder vollständig auskuriert sind. Ich habe selbst einige Mitarbeiter und dementsprechend eine Fürsorgepflicht für deren Gesundheit am Arbeitsplatz.

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Neben ergonomischen Büromöbeln empfehle ich daher auch kurze, regelmäßige Übungen, um die Wirbelsäule zu entlasten." Schon gelegentliches Aufstehen könne Rückenschmerzen nachhaltig vorbeugen.

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