Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

Tram-Pläne in der Rosenaustraße: In drei Jahren soll die Straßenbahn fahren

Augsburg

In der Rosenaustraße soll in drei Jahren eine Tram rollen

  • |
  • |
  • |
  • |
    Ein Blick in die Rosenaustraße von der Kreuzung mit der Pferseer Straße aus gesehen: Vor dem hellgrauen Haus im Hintergrund liegt der Sebastian-Buchegger-Platz, von der linken Seite aus wird die Tram aus dem Bahnhofstunnel kommend in die Straße einbiegen.
    Ein Blick in die Rosenaustraße von der Kreuzung mit der Pferseer Straße aus gesehen: Vor dem hellgrauen Haus im Hintergrund liegt der Sebastian-Buchegger-Platz, von der linken Seite aus wird die Tram aus dem Bahnhofstunnel kommend in die Straße einbiegen. Foto: Anna Kondratenko

    Die Stadtwerke sind weiterhin optimistisch, in der südlichen Rosenaustraße bis Ende 2027 Straßenbahngleise als Lückenschluss zwischen dem Ausgang des Bahnhofstunnels und den Bestandsgleisen der Linie 6 in der Pferseer Straße verlegt zu haben. Es gebe noch viele Unbekannte, aber die Detailplanungen gingen voran, so Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Nauerz zuletzt. Denn genehmigt sind die Gleise in der Rosenaustraße bereits. Für die Gestaltung der Straße und den Verkehr wird das aber einige Folgen nach sich ziehen. Hier ein Überblick über das, was kommt:

    -Historie: Stadt und Stadtwerke hatten für den Lückenschluss zwischen Bahnhofstunnel und den Gleisen in der Pferseer Straße (die Pferseer Unterführung wird für den Tramverkehr damit künftig nicht mehr benötigt) über Jahre eine „geflügelte Variante“ mit Rosenau- und Pferseer Straße (stadtauswärts) bzw. Perzheim- und Hörbrotstraße (stadteinwärts) verfolgt. Im Sommer zogen Stadt und Stadtwerke die Notbremse, weil es Probleme mit der Zugsicherung für die Querung mit der Localbahn gab (wir berichteten). Darauhin zogen sie eine Variante mit zwei Gleisen in der Rosenaustraße aus der Schublade, die im Zuge des Bahnhofstunnel-Baus 2011 genehmigt worden war, allerdings städtebaulich nicht den Wunschvorstellungen entsprach. Um irgendwie weiterzukommen, ging man auf diese Variante zurück.

    -Straßengestaltung: Die Genehmigung der Regierung von Schwaben ist schon 13 Jahre alt, hat aber noch Bestand. Die Stadt prüft, inwieweit Details veränderbar sind, Grundsatzänderungen sind nicht möglich. Der Plan besagt, dass die Straßenbahn in der Rosenaustraße stadtauswärts ein Gleis in der Autospur bekommt, stadteinwärts wird in der Straßenmitte ein eigener Gleiskörper angelegt. Abgeknapst wird dieser Platz an den Grünstreifen. Vorgesehen sind auf beiden Seiten gemeinsame Geh- und Radwege, wobei diese Planung nicht mehr den heutigen Standards entspricht. Andererseits gibt es auch südlich (von der Gögginger Brücke kommend) und nördlich (in Richtung Bgm.-Ackermann-Straße) nur kombinierte Angebote. Für eigene Radwege ist im jetzt zu planenden Abschnitt jedenfalls kein Platz, wobei dieses Thema bei den Optimierungen eine Rolle spielt.

    Damit zwei abbiegende Gleise von der Rosenau- in die Pferseer Straße gebaut werden können, muss wegen der Kurvenradien in der Pferseer Straße die Gleislage verändert werden. Sie rücken näher an den Straßenrand. Folge: weder für Fahrradstreifen noch für Bäume ist Platz. Dies war ursprünglich ein Grund, die „geflügelte Variante“ zu wählen.

    -Bäume: Der Baumbestand in der Rosenaustraße zwischen Bahnhofstunnel und Pferseer Straße ist - was die Größe und das Alter der Bäume betrifft - nicht mit der Kastanienallee auf der nördlichen Rosenaustraße zu vergleichen, weil es sich um vergleichsweise wenige und kleinere Bäume handelt. Dennoch: Auf etwa 200 Metern Wegstrecke werden die Baumreihen auf beiden Seiten der Straße gefällt werden müssen. Auf der Westseite der Rosenaustraße sollen wieder Bäume gepflanzt werden. Zwischen den Bäumen werden Parkplätze angelegt. Auf der Ostseite ist künftig kein Platz mehr für Bäume.

    -Verkehr: Der entscheidende Knackpunkt wird die Leistungsfähigkeit der Kreuzung Pferseer-/Rosenaustraße sein. Die Stadt geht davon aus, dass die zu Stoßzeiten vom Autoverkehr stark belastete Kreuzung mit einer Straßenbahnlinie zurechtkommt. Bisher fährt die Linie 6 geradeaus über die Kreuzung in die Pferseer Unterführung, künftig wird sie zum Bahnhofstunnel abbiegen.

    Sollte die Linie 5 zur Uniklinik einmal in Betrieb gehen, wird es an dem Knoten aber in den Stoßzeiten zu eng werden. Zu diesem Ergebnis kamen Berechnungen im Zuge der Trassenabwägung für die Linie 5 vor vier Jahren. Die Stadt verweist darauf, über moderne Ampeltechnik und andere Maßnahmen Kapazitäten zu gewinnen. Wie die Stadt mit dem Nadelöhr umgehen will, sollte die Linie 5 tatsächlich einmal gebaut werden und somit zwei Linien über die Kreuzung müssen, ist im Moment offen.

    -Anpassungen an die neue Linienführung: Einige kleinere Planungen hat die Stadt angesichts der geänderten Linienführungen schon vorgenommen. Konkret möchte die Stadt die Querung der Rosenaustraße zwischen dem westlichen Bahnhofsvorplatz und dem Sebastian-Buchegger-Platz für Fußgänger erleichtern. Vorgesehen ist eine Verbreiterung der Fußgängerfurt auf zwölf Meter. Geplant ist auch, den Buchegger-Platz aufzuwerten, nachdem es im Zuge der Fußgängertunnel-Eröffnung vor einem Jahr eine provisorische Umgestaltung gab. Geplant ist, die südliche Hälfte des Platzes bis auf vier Carsharing-Plätze komplett autofrei zu gestalten. Ebenfalls plant die Stadt, eine Ampel an der Einmündung Hörbrot-/Perzheimstraße zu bauen, damit Fußgänger und Radler aus Richtung Pfersee sicher zum Bahnhofstunnel kommen. Bisher hätte die Ampel im Zuge des Linie-5-Baus kommen sollen. Nachdem die Variante durch die Hörbrotstraße aber keine Rolle mehr spielt, soll die Ampel unabhängig von der Straßenbahn kommen. Die Stadt sieht diese Maßnahmen auch als erste Schritte für eine mögliche Verkehrsberuhigung des Thelottviertels, die auf politischen Mehrheitswunsch hin geprüft werden soll.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren