Dass der Klimawandel uns – und vor allem den nachfolgenden Generationen – enorme Probleme bereiten wird, steht unter Fachleuten außer Frage. Auch wir spüren das, wenn wir ehrlich sind. Mit Wintern, die diesen Namen nicht mehr wirklich verdienen. Mit Hitzesommern mit wochenlanger Trockenheit. Dass Menschen deswegen protestieren wollen, ist nachvollziehbar – und, so wie bei allen anderen Demonstrationen auch, ihr Recht. Die Form des Protests aber ist entscheidend. Die Aktivisten der "Letzten Generation", die sich am Freitag zum ersten Mal auch in Augsburg auf der Straße festklebten, sollten sich selbst die Frage stellen, ob sie mit ihrem Klebe-Protest den richtigen Weg gewählt haben. Erreiche ich etwas, in dem ich viele Menschen verärgere und gegen mich aufbringe? Kann ich Menschen von meinen Anliegen überzeugen, wenn sie wütend im Stau stehen?
Auch in Augsburg polarisiert das Klimacamp mit seinem Erscheinungsbild
In einer Demokratie lassen sich Veränderungen nicht gegen, sondern nur mit den Menschen durchsetzen. Auch in Augsburg polarisiert das Klimacamp allein durch sein Erscheinungsbild und seinen prominenten Ort. Auch in Augsburg schimpfen Menschen über die korrekt angemeldeten Kurz-Demos, die es regelmäßig an für Radfahrer und Fußgänger kritischen Stellen im Augsburger Verkehrsnetz gibt. Allerdings war der Protest in Augsburg bisher dennoch deutlich gemäßigter als bei den "Klimaklebern" – das sieht man auch bei der Polizei so. Es waren keine Augsburger, die sich am Freitag in der Schaezlerstraße festgeklebt haben. Dabei sollte es auch bleiben. Eine Eskalation dient dem Klimaschutz nicht.
Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit dem Aktivisten Ingo Blechschmidt über die Klimakrise und die "Letzten Generation" an: