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Augsburg-Hauptbahnhof: Nach Tramtunnel weitere Modernisierung

Augsburg

Der Augsburger Hauptbahnhof muss fit für mehr Züge gemacht werden

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    Am Augsburger Hauptbahnhof hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert.
    Am Augsburger Hauptbahnhof hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)

    Die Deutsche Bahn wird die Technik des Augsburger Hauptbahnhofs und die zulaufenden Gleise und Weichen in den kommenden Jahren komplett modernisieren. Die Maßnahmen sehen nach derzeitigem Stand auch eine Erneuerung des Stellwerks mit Digitaltechnik vor, nachdem das jetzige Stellwerk mit jahrzehntealter Technik arbeitet. Unter anderem sollen bis Ende 2028 zudem rund fünf Kilometer Gleis und 31 Weichen erneuert werden. Ziel: der Bahnhof soll fit für mehr Züge werden.

    Die Kapazität ploppte zuletzt im Zuge der Diskussionen um den Streckenausbau Augsburg-Ulm auf, nachdem der Landkreis Augsburg auf Klarheit zur Frage pochte, ob der Knoten Augsburg in Zukunft überhaupt deutlich mehr Züge vertrage. Erste Ergebnisse einer Studie, die Klarheit bringen soll, ob die geplanten Erneuerungen auch bei einem Ausbau Augsburg-Ulm reichen, werden im Sommer erwartet. Zuletzt hieß es aus dem Bundesverkehrsministerium, dass ein Ausbau der Strecke ohne Ausbau der Knoten nicht sinnvoll sei. Das berichtete Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle (CSU) nach einem Treffen in Berlin. Bundestagsabgeordneter Volker Ullrich (CSU) sagt, wenn die Studie zum Ergebnis komme, dass es im Knoten weiterer Verbesserungen bedarf, müssten diese auch kommen. Laut Bahn wird die Leistungsfähigkeit des neuen Stellwerks anhand der prognostizierten Zugzahlen mit Aus-/Neubau der Strecke Augsburg-Ulm und Ausbau der Strecke Augsburg-Donauwörth berechnet. 

    Der Zweite Weltkrieg hat bis heute Spuren an den Oberleitungen der Bahn hinterlassen

    Grundsätzlich ist klar, dass der Bahnhof so oder so ausgebaut werden muss, denn auch im Güterverkehr dürfte es eine Steigerung geben, im Nahverkehr sind mehr Züge das Ziel. So wie der Bahnhof jetzt dasteht, geht nicht deutlich mehr. "Der Knoten Augsburg ist sehr stark ausgelastet", so ein Sprecher der Bahn. Zuletzt habe man ein zusätzliches Gleis zwischen Hauptbahnhof und Oberhausen ertüchtigt, um Nahverkehrs- und Güterzügen in Richtung Ulm mehr Platz zu verschaffen. Auch über ein 740 Meter langes Überholgleis denke man nach. Konkret geplant ist die Schienenanbindung ans neue Güterverkehrszentrum 2026, die Erneuerung der Schallschutzwände zwischen Hauptbahnhof und Hochzoll im selben Jahr und der Neubau der gesamten Oberleitungsanlage im Hauptbahnhof 2030. In einem Zustandsbericht ist bei einzelnen Masten vermerkt, dass diese Beschuss-Spuren aufweisen - gemeint sind Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Bahn will am Hauptbahnhof auch Abstellgleise bauen und geht davon aus, dass der aktuelle Engpass an Abstellgleisen für Güterzüge mit dem Bau des Güterverkehrszentrums abnehmen wird. Dann soll der aktuelle Containerbahnhof in Oberhausen zur Abstellanlage umfunktioniert werden.

    Augsburg liegt an der "Digitalen Schiene Deutschland"

    Die DB geht davon aus, das Stellwerk im Rahmen des Projekts "Digitale Schiene Deutschland" 2030 zu erneuern. Hintergrund: In Zukunft sollen Züge digital ohne Signale am Streckenrand gesteuert werden. Der Lokführer bekomme seine Informationen über digitalen Funk. Umgesetzt werden soll das Projekt in einem ersten Schritt im so genannten ScanMed-Korridor - das ist die Strecke Hamburg-München mit Fortführung zu den Alpenquerungen Richtung Mittelmeer. Vor allem für den Güterverkehr wird das interessant werden. Augsburg liegt an dieser "Digitalen Schiene".

    Der Verkehrsexperte der Augsburger SPD und frühere Chef der Münchner Verkehrsbetriebe, Herbert König, sieht Probleme. Eine drastische Erhöhung der Güterzugzahlen sei für Augsburg ungut. "Es läge im Interesse der Region, dass eine überregionale Güterzugroute an Augsburg vorbei führt", so König zuletzt auf einer Veranstaltung der SPD. "Wir werden eine zunehmende Konkurrenz zwischen Personen- und Güterverkehr erleben." In der Region gebe es dafür noch kein Bewusstsein. 

    Bei der Bahn geht man davon aus, mit der neuen Technik mehr Züge auf den Gleisen unterzubekommen. Bisher spielt dabei die Dichte der Signale eine Rolle - pro Streckenabschnitt darf nur ein Zug unterwegs sein. Viele Signale sind aber teuer. Die neue Technik berechnet die nötigen Sicherheitsabstände hingegen aus Gewicht und Bremsvermögen eines Zuges, ist also flexibler. Mittelfristig sieht auch die DB eine Steigerung an Güterzugzahlen. Aktuell fahren die Güterzüge vor allem auf den Personengleisen 5 und 6 des Hauptbahnhofs durch - für wartende Fahrgäste teils wenig erfreulich. Zur künftigen Gleisnutzung könne man jetzt noch nichts sagen, so die DB. Beim Aufenthalt hinter der weißen Linie auf dem Bahnsteig gehe aber keine Gefahr von durchfahrenden Güterzügen aus. 

    Für mehr Regio-Züge gibt es am Hauptbahnhof Augsburg noch keinen Platz

    Weiterhin keine Perspektive gibt es angesichts der knappen Kapazitäten für mehr Nahverkehrszüge zwischen Oberhausen und Hauptbahnhof. Laut Betriebskonzept sollen die Züge aus Friedberg (15-Minuten-Takt) künftig nicht am Hauptbahnhof, sondern erst in Oberhausen enden. Zusammen mit den Go-Ahead-Zügen aus dem nördlichen und westlichen Landkreis und den Zügen der Ammerseebahn ergäbe das ein attraktives Gerüst für einen innerstädtischen Eisenbahnverkehr. Allerdings müsste dafür ein Wendegleis in Oberhausen gebaut werden, was nach einer Prüfung als zu aufwendig gesehen wird. Womöglich, so die DB, tue sich eine Möglichkeit auf, wenn an den Gleisen im Zuge des Ausbaus Richtung Ulm und Donauwörth etwas gemacht werden müsse.

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