Wer nachts gern um die Häuser zieht, kennt das Problem: Eine durchzechte Nacht endet in den frühen Morgenstunden genau dann, wenn die letzte Tram bereits gefahren ist. Für dieses Szenario haben die Stadtwerke Augsburg (SWA) das sogenannte Swaxi ins Leben gerufen - als eine Art Mischung aus Taxi und Uber lässt sich der Fahrdienst per App flexibel buchen. Der größte Vorteil: die Kosten. Das Swaxi orientiert sich an den Preisen des ÖPNV in Augsburg, was bedeutet, dass man damit bereits ab 3,60 Euro pro Fahrgast an ein beliebiges Ziel im Augsburger Stadtgebiet gebracht wird. Besonders nachts ist der Preis für die Fahrten günstig. Der Ridesharing-Dienst ist daher vor allem auf das Nachtleben in Augsburg ausgelegt. Das Angebot steht bisher nur am Freitag und Samstag von 12 Uhr mittags bis 5 Uhr morgens zur Verfügung.
"Wir möchten das Swaxi auch in der Breite bekannter machen"
Trotz des preislichen Vorteils und den Werbeplakaten in Bus und Bahn scheint das Swaxi noch nicht in den Köpfen aller Augsburger präsent zu sein. "Das Swaxi wird als Ergänzung zu Bus und Straßenbahn schon sehr gut angenommen. Wir wollen es aber auch in der Breite noch bekannter machen, als Ergänzung zum ÖPNV", sagt der SWA-Pressesprecher Jürgen Fergg. Auch weitere Betriebstage seien derzeit in Planung, heißt es. "Das geht aber nur, wenn wir genügend Fahrerinnen und Fahrer haben", gibt Fergg zu bedenken. Die Swaxis werden oft von Studenten gefahren, doch es gebe auch Voll- und Teilzeitstellen.
Bestellt man ein Swaxi, erreicht es meist schon nach wenigen Minuten den ausgemachten Haltepunkt. Anders als bei Uber und Taxi hält das Swaxi nur an festgelegten Haltepunkten. Diese sind überall im Stadtgebiet verteilt und werden laufend aktualisiert, sodass meist schon ein kurzer Spaziergang zu einem Haltepunkt in der Nähe führt. In der App kann man zudem verfolgen, wo der gebuchte Wagen sich derzeit aufhält und wie lange es bis zur Ankunft dauert.
Swaxi: Der nächtliche Fahrdienst bietet sich für Studenten an
Am meisten werde das Swaxi derzeit in den Abend- und Nachtstunden genutzt, da es zu später Stunde nur begrenzte Bus- und Tramverbindungen gebe, so Fergg. Während einer nächtlichen Fahrt bestätigt ein Fahrer diese Aussage. Er arbeitet seit Kurzem als Swaxi-Fahrer bei den Stadtwerken und beschreibt den Arbeitsablauf als entspannt. „Am liebsten fahre ich in der Nacht. Die flexiblen Arbeitszeiten und die Spätschichten lassen sich gut mit dem Studentenalltag vereinbaren.“ Er ist Augsburger, kannte das Konzept schon länger und habe sich spontan als Fahrer beworben. „Nachts wird das Swaxi natürlich vor allem von Nachtschwärmern gebucht.“ Größtenteils kämen die Passagiere aus Stadtteilen, von wo es zu weit sei, um zu Fuß zu gehen und Nachtbusse nur selten fahren. Auch in seinem privaten Umfeld sei das Swaxi noch weitestgehend unbekannt, sagt der Swaxi-Fahrer. Er hofft, dass sich das ändert, wenn der Services auf weitere Wochentage ausgeweitet wird.