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Augsburg: Raubüberfall auf Juwelier am Kö: Ein Täter muss ins Gefängnis

Augsburg

Raubüberfall auf Juwelier am Kö: Ein Täter muss ins Gefängnis

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    Nach dem Raubüberfall auf einen Juwelier in Augsburg muss ein 24-Jähriger ins Gefängnis.
    Nach dem Raubüberfall auf einen Juwelier in Augsburg muss ein 24-Jähriger ins Gefängnis.

    Im Prozess um den Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft am Königsplatzin Augsburg ist ein erstes Urteil gefallen. Eine Strafkammer des Landgerichts hat einen der beiden Täter, einen 24 Jahre alten Mann, zu einer Haftstrafe von mehr als fünf Jahren verurteilt. Das Verfahren gegen die mitangeklagte Frau, die zu Prozessbeginn noch auf der Anklagebank gesessen hat, ist auf Antrag ihres Verteidigers abgetrennt worden.

    Der Überfall war im Februar in der Mittagszeit verübt worden. Das Paar, angeblich auf der Suche nach einem Hochzeitsgeschenk, hatte sich im Geschäft mehrere Goldketten zeigen lassen. Während des Verkaufsgesprächs ging die Frau an die Eingangstür, sie schien zu telefonieren. In Wahrheit blockierte sie die Tür, während ihr Begleiter gleichzeitig der Verkäuferin Reizgas ins Gesicht sprühte, dann die ausgelegten Goldketten ergriff.

    Überfall auf Juwelier in Augsburg

    Die Täter flohen über den Königsplatz, einen um diese Zeit belebten Verkehrsknotenpunkt. Kein Wunder, dass Fußgänger auf sie aufmerksam wurden; zumal die Täter beim Rennen 18 Goldketten verloren. Passanten sammelte sie auf, brachten den Schmuck in den Laden zurück oder zur Polizei. Nur ein Finder, ein junges Pärchen, wurde beobachtet wie es mit der Kette verschwand.

    Eine Zeugin beobachtete wie der Mann und die Frau mit einem in einer Seitenstraße abgestellten Pkw davonfuhren. Die Polizei kam den Tätern schnell auf die Spur. So hatte sich die Frau Teile des Auto-Kennzeichens gemerkt. Außerdem ist der Königsplatz, wovon die Täter vermutlich nichts wussten, nahezu total videoüberwacht. Auf Videoaufzeichnungen war das Kennzeichnen des Fluchtauto gut getroffen. Es war ein Mietwagen, der einem Händler im rumänischen Timisoara gehört. Bei der Anmietung hatte der Fahrer seine Personalien und den Wohnsitz genannt. Aufgrund eines internationalen Haftbefehls wurde das Paar am 8. März an der rumänisch-ungarischen Grenze Grenze festgenommen.festgenommen. Die jungen Leute wurden in Bukarest zwei Augsburger Kripobeamten übergeben, die sie nach Deutschland brachten.

    Überfall in Heilbronn

    Im Zuge der Ermittlungen kam heraus, dass die Angeklagten drei Wochen vor der Tat in Augsburg eine Juwelierin in Heilbronn überfallen hatten. Sie erbeuteten Schmuck im Verkaufswert von 70000 Euro. Der Fall wird in Heilbronn vor Gericht verhandelt werden. „Ich bin ihnen noch nachgelaufen, habe um Hilfe geschrien,“ schilderte die Juwelierin, die zum Prozess nach Augsburg geladen wurde, den Überfall. Sie scheint immer noch unter dem Überfall zu leiden - auch finanziell. Sie bleibt auf dem Schaden sitzen.

    Da der Angeklagte beim Überfall in Augsburg der Verkäuferin Reizgas ins Gesicht gespritzt hatte, war von vornherein klar, dass die Tat gesetzlich besonders schwerer Raub mit Körperverletzung ist. Beim Schmuckdiebstahl in Heilbronn hatten die mutmaßlichen Täter den Laden unbewaffnet betreten, weswegen sie vor dem dortigen Landgericht mit einer deutlich milderen Strafe rechnen können.

    Ein Verfahren wird abgetrennt

    Dass Einzelheiten des Überfalls in Heilbronn, obwohl noch gar nicht angeklagt, jetzt im Prozess zur Sprache kamen, ist dem Verteidiger der 24-jährigen Litauerin zu verdanken. Der Anwalt hatte darauf bestanden, dass die Strafkammer die geschädigte Juwelierin und der Chefermittler der Heilbronner Kripo nachträglich als Zeugen lud.

    Womit der Verteidiger sicherlich nicht gerechnet hatte: Was beide Zeugen zu sagen hatten, hat die Angeklagten zusätzlich belastet. Richter Roland Christiani sagte: „Für den Prozess eine selten erlebte Sternstunde.“ Immerhin folgte die Strafkammer dem Antrag des Verteidigers und trennte das Verfahren gegen seine Mandantin ab. Ob sie beim Verlassen des Geschäfts hat sehen können, wie ihr Freund die Verkäuferin attackierte, soll jetzt ein Gutachter anhand von Videoaufnahmen im Geschäft herausfinden. Die 24-Jährige will nicht gewusst haben, dass ihr Freund eine Dose mit Reizgas besitzt.

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