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Neubau Realschule Augsburg: Koalition überwindet Differenzen

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Regierungskoalition zieht bei Realschule wieder an einem Strang

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    Nach wie vor ist das Areal an der Hans-Böckler-Straße der favorisierte Standort für die geplante Realschule. Doch zwei weitere Standorte werden nun von der Verwaltung eingehend geprüft.
    Nach wie vor ist das Areal an der Hans-Böckler-Straße der favorisierte Standort für die geplante Realschule. Doch zwei weitere Standorte werden nun von der Verwaltung eingehend geprüft. Foto: Marcus Merk

    Nach zweistündiger Sondersitzung zur geplanten neuen Realschule im Augsburger Osten wurde am Dienstang mehrheitlich ein Beschluss gefasst: Ein Neubau der Schule an der Hans-Böckler-Straße wird weiterhin angestrebt. Um keine Zeit zu verlieren, prüft die Verwaltung die Standortalternativen entlang der Zugspitzstraße und der Derchinger Straße nun ebenfalls eingehend. Einig waren sich alle Stadträte, dass das eigentliche Ziel einer neuen Realschule so schnell wie möglich umgesetzt werden müsse. Seitens der Opposition gab es viel Unmut - fehlende Transparenz und die voraussichtliche Verzögerung waren einmal mehr Kritikpunkte.

    Dass das keine alltägliche Sitzung werden würde, war nach dieser Vorgeschichte absehbar: Ein vom Bildungsreferat erarbeitetes Papier zum Sachstand der neuen Schule samt Vorschlägen zum weiteren Vorgehen war offenbar in regierungsinterner Runde von der CSU als nicht beschlussreif abgelehnt worden. Daraufhin wurde die gemeinsame Sitzung von Bildungs- und Bauausschuss abgesagt, in der auch die Opposition hätte informiert werden sollen. Der Frust darüber wurde in einem Instagram-Post der Grünen ausgetragen: Sie lieferten die Gründe für die Absage des Ausschusses und warfen ihrem Koalitionspartner Blockadehaltung vor. Die CSU hielt dagegen, die Opposition fühlte sich vor den Kopf gestoßen. Beate Schabert-Zeidler (Pro Augsburg) fragte sich, was dieses Vorgehen für ein Bild von der Demokratie und dem Stadtrat abgebe. Regina Stuber-Schneider (Freie Wähler) warf der Regierungskoalition vor, nichts aus dem „Theater-Schlamassel“ gelernt zu haben. Stadträte und Bürger seien „zu keinem Zeitpunkt“ informiert worden. Dabei schaffe Transparenz Vertrauen. „Hier gibt es null Transparenz“.

    Hans-Böckler-Straße: Städtische Grundstücke reichen nicht für eine Realschule

    Bildungsbürgermeisterin Martina Wild (Grüne) erklärte am Dienstag in einem halbstündigen Rückblick, welche Schritte sie seit 2020 unternommen habe, um die lange geforderte zusätzliche Realschule auf den Weg zu bringen. Als die Probleme an der Hans-Böckler-Straße offensichtlich wurden - für die Errichtung einer sechszügigen Realschule samt Dreifachturnhalle und Sportflächen reichen die städtischen Grundstücke nicht aus, es müsste Grund dazugekauft werden - wurde nach Standortalternativen gesucht. SPD-Stadträtin Tatjana Dörfler versteht nicht, warum nicht „mit Hochdruck“ die Umsetzung der Realschule an der Hans-Böckler-Straße verfolgt worden sei: „Vier Jahre sind wir dadurch ins Hintertreffen geraten.“ Bildungsreferentin Martina Wild würde Probleme eher „aussitzen“ und „neue schaffen“, als sie aus dem Weg zu räumen. Dörfler vermisste bei der Sitzung, die von Bürgermeister Bernd Kränzle (CSU) geleitet und bei der neben Wild und Baureferent Steffen Kercher (parteilos) auch Bernhard Buchhorn, Ministerialbeauftragter für die Realschulen, anwesend war, einen Vertreter des Liegenschaftsamtes. Er hätte Klarheit darüber schaffen können, welche Aufträge seitens des Bildungsreferates gestellt wurden und zu welchen Erkenntnissen sie geführt haben. Dörfler wollte wissen, wie viel Geld für den Kauf von Fremdgrundstücken schon für den Haushalt angemeldet wurden und erhielt darauf keine Antwort.

    Im Lauf der Sitzung wurden einige Ideen eingebracht. Stuber-Schneider fragte, ob sich nicht in die Höhe bauen ließe, Florian Freund (SPD) erinnerte an die unterirdische Turnhalle des Maria-Theresia-Gymnasiums, Gregor Lang (SPD) wollte wissen, ob als Interim nicht die Container genutzt werden könnten, die derzeit an der Schulbaustelle von RWS, FOS und BOS genutzt werden. Kercher erklärte, dass in die Höhe oder Tiefe gebaut werden könne, dass das aber immer teurer sei: „Günstig ist, wenn in die Fläche gebaut werden kann und wenn das Areal gut an den ÖPNV angeschlossen ist.“ Eine Containerlösung müsse geprüft werden, so Wild. Sie erklärte, warum es schwierig werde, eine Interimslösung am alten oder neuen Bayernkolleg zu finden. Während die Opposition kein gutes Haar an dem Planungsprozess ließ, zeigte sich die Regierungskoalition nach dem Zwist um die erste Beschlussfassung wieder in Eintracht.

    Verwaltung berichtet über den neuen Sachstand im zweiten Quartal 2025

    Die Prüfungen verschiedener Standorte seien wichtige Eckpfeiler, um nicht nur zügig in den Planungen voranzukommen, sondern um die Realschule so zu bauen, dass sie die nächsten Jahrzehnte für die Schülerinnen und Schüler ein guter Lernort sein könne, so Ruth Hintersberger (CSU). Sie verschließe sich nicht vor einem anderen Standort als der Hans-Böckler-Straße, was auch Verena von Mutius-Bartholy für die Grünen betonte. „Wir wollen aber nicht in die Einbahnstraße fahren“, sagte sie. Die SPD wollte, dass die Verwaltung nicht erst, wie in der Beschlussvorlage vorgesehen, im zweiten Quartal 2025 über den Sachstand berichten wird, sondern bereits diesen Dezember. Das wurde abgelehnt.

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